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Allgemeines

SV 45 Reinheim geht Neustart an

Nach dem Ende der Spielgemeinschaft mit der FSV Spachbrücken ist der Andrang groß +++ 23 Spieler im Training

von Jan Felber · 01.08.2023, 04:00 Uhr · 0 Leser
Der Blick gehört nur dem Ball: Reinheims Lukas Haase (links) im Duell mit Bruno Silva Ferreira (PSV Groß-Umstadt)
Der Blick gehört nur dem Ball: Reinheims Lukas Haase (links) im Duell mit Bruno Silva Ferreira (PSV Groß-Umstadt) – Foto: Joaquim Ferreira

Reinheim. Vier Jahre waren der SV 45 Reinheim und die FSV Spachbrücken in einer Spielgemeinschaft verbunden – diese ist seit Sommer Geschichte. Der SV 45 geht ab sofort in der C-Liga Dieburg an den Start, Spachbrücken zwei Klassen höher in der A-Liga. Für den SV geht das in Ordnung, wie der Vorsitzende Martin Meisel sagt: "Die Auflösung der SG war nicht unsere Idee, aber wir haben die Herausforderung angenommen.“ Das erste Pflichtspiel der Saison ging derweil am Sonntag verloren: Mit 2:4 (0:0) unterlag der SV im Kreispokal dem eine Klasse höher spielenden PSV Groß-Umstadt, der vor allem im zweiten Durchgang eine Klasse besser war.

SV Reinheim: Splitt – Schöning, Uydur, Schneider, Cebecioglu, Schuchmann, Haase, Beiermeister, Karalic, Nguyen, Hajmuhamad. Eingewechselt wurden Mann, Celebi und Keller.

PSV Groß-Umstadt: da Silva Leao – Telmo Ferreira, Vaz, Marinho, G.oncalves, Silva Ferreira, Fonseca, Machado, Macedo, Carvalho, Couto. Eingewechselt wurden Dias und da Costa.

Schiedsrichter: Roberto Baviera (Groß-Zimmern)

Tore: 0:1 Machado (52.), 0:2 Dias (57.), 0:3 Fonseca (58.), 0:4 Marinho (69.), 1:4 Mann (85.), 2:4 Mann (88.)

Zuschauer: 150.

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Reinheim schaffte eigene Mannschaft

Es waren unruhige Zeiten im Winter, erinnert sich Meisel zurück. Aber es herrschte auch stets Ehrlichkeit. Beim FSV hatte eine Mitgliederversammlung beschlossen, wieder eigene Wege zu gehen, dies wurde den Reinheimern dann auch umgehend mitgeteilt. Dort war man ganz kurz unsicher, wie es denn nun weitergehen wird. "Es gab Optimisten, aber es gab auch Pessimisten“, sagt Meisel. „Wir hatten nur sechs Reinheimer Spieler im Team, wir brauchten also knapp zwölf neue.“ Das hat geklappt – derart gut, dass man jetzt ein Luxusproblem hat. Denn aktuell sind sogar 23 Mann im Training, das Roberto Forina leitet, der zuvor die zweite Mannschaft der SG trainiert hatte.

Forina bleibt optimistisch

"Es ist immer schwer, einen Neuanfang hinzubekommen“, sagt Forina, der aber optimistisch ist, dass es funktionieren kann. 23 Mann bei Laune zu halten, ist indes nicht immer einfach. Irgendwann soll es denn auch wieder eine zweite Mannschaft geben beim SV, aber das ist noch ferne Zukunftsmusik. "Wir müssen uns jetzt erst mal wieder finden“, gibt Meisel die Richtung vor. Nach dem Ende der "Vernunftehe“ – eine solche war es zu Beginn, dann wurde es aber "immer besser“ – soll dabei auch das Standing des SV in der Stadt nicht aus dem Blick geraten. "Das war wirklich gut in den vergangenen Jahren, trotz der SG“, sagt Meisel, "man hat viel gesprochen, auch beim Reinheimer Markt oder bei der Kerb haben sich immer viele von uns eingebracht“.

Spielgemeinschaft brachte Freundschaft

Und doch wollten sie einfach nicht mehr beim FSV, womit das Aus beschlossene Sache war. "Wir hätten wirklich gerne so wie bisher weitergemacht“, sagt der Reinheimer Vereinschef, denn man habe sich mit dem Nachbarn so richtig gut zusammengerauft. Das hatte man früher auch ab und an, freilich damals eher im wahrsten Sinne des Wortes. Meisel kennt noch die Zeiten, als man sich zu hitzigen Derbys traf. "Da waren viele Ordner Pflicht, es war teils eine offene Feldschlacht auf dem Platz“, erinnert er sich an diese Zeiten. "Heute ist das alles freundschaftlich, und das wird es auch sein, wenn man sich wieder mal auf dem Platz trifft.“

"Sind kein Favorit"

Das wird noch ein bisschen dauern, denn zwei Ligen Unterschied sind nicht so leicht zu überwinden. "Favorit auf den Aufstieg sind wir zudem ganz sicher nicht“, sagt Meisel schmunzelnd und wissend, dass die C-Liga eine gute ist für die Reinheimer. Sie hatten das selbst beantragt, und es wurde positiv beschieden. In der B-Liga wäre man wohl "Kanonenfutter“ geworden, mutmaßt der Vorsitzende, "und dann macht das ja auch keinen Spaß“.

Viel vertrauen in den Trainer

Eine stabile Gruppe will man bilden, mittelfristig etwas aufbauen, hofft Meisel. Er rechnet trotz des aktuellen Booms dritter Mannschaften (Harreshausen, Altheim, Mosbach/Radheim) damit, dass es in naher Zukunft eher weniger Mannschaften ("nicht unbedingt weniger Vereine“) geben wird. Denn auch aus Spachbrücken hat man schon vernommen, dass es so rund dort dann doch nicht läuft. Dort habe man auf die zuletzt starke A-Jugend gesetzt, doch von acht U19-Spielern seien drei schon wieder weg. Doch nachkarten will keiner. Trainer Forina soll dafür sorgen, dass sich die Mannschaft findet und dass sie sich in der C-Liga einen guten Namen macht. Forina stammt zwar aus Spachbrücken, aber man ist sich dennoch schnell einig geworden. "Er hat sich hier in den vergangenen Jahren sehr wohlgefühlt“, sagt Meisel, der dem Coach vertraut. Und der ihm auch zutraut, mit 23 Spielern klarzukommen – auch wenn der eine oder andere weiß, dass er wohl kaum zu Einsätzen kommen wird. Der Plan B ("den hatten wir im Winter schon in der Hinterhand“) scheint also aufzugehen in Reinheim.

BG muss passen

Das ursprünglich geplante „Fußball-Extra“ im Darmstädter Kreispokal zwischen SV Erzhausen und BG Damstadt wurde abgesagt, da die Darmstädter, die nach einer Pause in dieser Saison wieder am Spielbetrieb teilnehmen, kein Team stellen konnten- Das Spiel wird mit 3:0 für Erzhausen gewertet, die Spielvereinigung steht damit in der zweiten Runde.