
Die Gruppe 2 der Kreisliga B beendete die Saison als einzige Gruppe aller Kreisligen des Kreises vollzählig, also ohne Rückzug oder Ausschluss irgendeines Teams. Einigen (vor allen siegreichen) Mannschaften stockte zwar der Atem, als der Scribes FC zweimal wegen Spielermangels nicht antreten konnte und das Gerücht aufkam, die Mannschaft könne komplett vom Spielbetrieb zurückgezogen werden. Verständlich aus der Sicht der Briten, da etliche Spieler aus dem Bielefelder Raum nur zu den Spielen anreisen mussten. Steffaelleiter und Kreisfußballausschuss haben aber alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit die Saison noch reibungslos beendet werden konnte.
Dies bedeutete ein volles Programm mit 240 Spielen, in denen 1306 Tore erzielt wurden. Dabei mussten die Instanzen viermal das Ergebnis neu werten oder bestätigen (3 mal 2:0 sowie ein 8:0 – der aktuelle Spielstand nach Abbruch wegen des Unterschreitens der minimalen Anzahl von Spielern). Überraschend war hier das häufigste Ergebnis: 23 Partien endeten 3:1. Mit großen Abstand folgten das 2:0 und 1:1 (je 14 Mal) vor 2:1 und 2:2 (je 13 Mal). In 19 Spielen fielen mindestens 10 Tore, fünf davon endeten mit einem zweistelligen Ergebnis. Kuriositäten gab es in diesem Bereich einige. Ein 9:1 gab es gleich dreifach, mit Lürrip, Holt und Scribes auf der Gewinnerseite, sowie Türkiyemspor, Turanspor und Scribes als Verlierer. Endergebnisse wie 8:2, 7:3 oder 7:5 kamen jeweils doppelt vor. Doch das kurioseste aller Ergebnisse war ein 7:6 für den Tabellenvorletzten Turanspor gegen den Letzten Scribes FC.
In dieser Gruppe waren die Gastgeber meistens auch der Platzhirsch. 111 Heimsiege standen 86 Gästeerfolgen gegenüber. 43 Partien endeten unentschieden. Die absoluten Remis-Könige sind die Mennrather, die elfmal (wohlgemerkt in 30 Begegnungen) mit dem Gegner die Punkte teilten. Ay-Yildiz kam auf acht Remis. Dagegen spielte der Scribes FC dreimal und Fortuna gar nur zweimal unentschieden. Nichts zu holen gab es für die Gastmannschaften in Lürrip. In lediglich zwei Partien trotzten die Gäste dem SV 1910 ein Unentschieden ab. Erzielte 41 von 45 zu erreichenden Punkten sprechen eine deutliche Sprache für den Aufsteiger. Auch als Gast war Lürrip im sportlichen Sinne nicht gerne gesehen. Nur ein einziges Mal fuhr der Meister ohne zählbaren Erfolg nach Hause und führt auch in dieser Kategorie mit 38 von 45 Punkten ganz knapp vor Holt (37 Punkte). Mit respektvollem Abstand folgt auf Rang drei Neuwerk, dass auf „nur“ 28 Punkte in der Fremde kam.
Ruhigen Gewissens darf das Team, das übrigens vom ehemaligen Borussenspieler Norbert Ringels (Foto) trainiert wird, als torhungrig bezeichnet werden. 146 Tore sind Bestwert in den Kreisligen A und B, insgesamt (inklusive Kreisliga C) bedeutet das Rang drei. 69 Tore wurden zuhause erzielt. Acht Teams haben in der gesamten Saison, sprich in doppelt so vielen Partien, weniger Treffer erzielt. Noch eindrucksvoller erscheinen die 77 "Buden" auf des Gegners Plätzen. Eine Zahl, die zehn Mannschaften unter der Saison nicht erreicht haben.
Top-Torjäger mit 41 Toren war Christian Hahn, der nicht für das Meisterteam auf Torejagd ging, sondern für den Tabellenzweiten von Holt II traf. Stephan Melsa aus Viersen-Rahser traf 36 Mal ins Netz und belegt Rang zwei. Dann erst folgen mit Jan Franke und Michael Kersten zwei Spieler aus Lürrip, die 35 bzw. 33 Mal für den Meister trafen. Der Neuwerker Sebastian Schäfer erreichte 31 Tore und Platz fünf. In den Top-10 finden sich vier Lürriper Spieler wieder, Türkiyemspor brachte zumindest zwei unter die besten zehn. Eine Handvoll Tore in einem Spiel gelang vier Spielern: Nils Pöstges (Fortuna II) und Michael Kersten (Lürrip II ) zeichneten sich je einmal aus, Christian Hahn (Holt) und Stephan Melsa (Rahser) sogar doppelt. Neun Spielern gelang ein Viererpack, wobei dies Jan Franke (Lürrip) doppelt gelang. Derselbe Spieler schnürte auch in fünf weiteren Spielen ein Dreierpack gefolgt vom Neuwerker Sebastian Schäfer mit vier Partien. Insgesamt netzten 32 Spieler dreimal und öfter ein.
21 Mal ließen 16 verschiedene Torschützen den Gegner jubeln. Der Lürriper Thomas Albertz eröffnete den Reigen der Eigentore im August 2011, als er in zwei Spielen zuerst Mennrath und dann den 1. FC Mönchengladbach III mit Eigentoren beschenkte. Zum Glück blieben diese ohne Folgen, da Lürrip die Spiele deutlich gewann. Ebenso wenig Einfluss auf das Endergebnis hatten die zwei Eigentore des Fortunen Steve Thamm, der für diese Leistung aber ein Halbes Jahr benötigte. Der Venner Marko Franzen überwand seinen Torhüter gleich dreimal in zwei Partien und stellte damit einen Rekord in dieser Gruppe auf. Doch der Titel „Pechvogel des Jahres“ gebührt unbestritten dem Mennrather Dennis Stöbbe, der in der Partie gegen Neuwerk (Endstand 0:4) gleicht doppelt ins eigene Tor traf. An sich nichts Ungewöhnliches, wäre da nicht der Zeitabstand von nur fünf Minuten (85. und 90. Spielminute).
Um ein Tor besser als der Gegner war in sechs Begegnungen Broich-Peel, gefolgt von Holt, Türkiyemspor und Rheydt 08 (je 5). Rahser, Mennrath, Ay-Yildiz und dem Scribes FC gelang dies überhaupt nicht. Sechs Partie endeten mit einem Tor Unterschied zu Ungunsten von Venn und dem Scribes FC. Je viermal verließen die Spieler von Rheindahlen und TDFV mit hängenden Köpfen das Spielfeld.
In Bezug auf Siegesserien war Lürrip das Maß aller Dinge. Neun Erfolge in Folge gleich zum Saisonstart wurden eingefahren. Holt gelang dies auch, allerdings in den letzten neun Saisonspielen. Türkiyemspor erhielt in acht Begegnungen hintereinander die volle Punktzahl. Das Gegenteil stellte der Scribes FC auf, der 13 Spiele in Reihe ohne einen einzigen Punkt beendete. Ungeschlagen (inklusive vier Remis) blieb Lürrip zuerst in 15, dann in 14 Spielen hintereinander. 19 Partien in Folge ohne einen Dreier gelangen Scribes.
Weitere interessante Fakten: Fortuna II holte gegen die ersten sechs der Tabelle nur einen einzigen Zähler – und den auch noch auswärts. Ay-Yildiz errang wenigstens derer drei – alle per Unentschieden. Völlig hilflos zeigten sich sowohl Turanspor als auch Ay-Yildiz, die sieben Spiele (je 3 Heim / 4 Auswärts) mit fünf oder mehr Toren Differenz verloren. Fortuna folgt mit einer Bilanz von 5 Partien (1H/4A), gewann im Gegensatz zu den beiden vorher genannten drei Spiele überaus deutlich (Ay-Yildiz 2, Turanspor 0). Primus Lürrip ließ in zehn Begegnungen dem Gegner keine Chance, in sechs Paarungen kannten Türkiyemspor und Neuwerk keine Gnade. Die Fortunen als Tabellen-13. waren bei den vor ihnen platzierten Teams ein gern gesehener Gast, ließen sie doch alle Punkte als Gastgeschenk bei den Gastgebern.
Fazit: Eine außergewöhnliche Gruppe mit teils außergewöhnlichen Ergebnissen und Bilanzen. Lürrip war die gesamte Saison über dominant und darf sich zu Recht als Meister und Aufsteiger feiern lassen. Erfolgsfaktor für eine gute Spielzeit eine Klasse höher gibt es also reichlich. Es bleibt abzuwarten, wie gut der Aufsteiger das auf Sicht auch eine Klasse höhe umsetzen kann.