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Spvgg Möhringen: Wenn dem Trainer die Ohren schlackern

In der Vorbereitung wurde gezielt an den Baustellen gearbeitet

von Filder-Zeitung / Franz Stettmer · 18.08.2018, 13:45 Uhr · 0 Leser
Die Spvgg Möhringen möchte sich hinter den Topteams etablieren. Foto: Spvgg Möhringen
Die Spvgg Möhringen möchte sich hinter den Topteams etablieren. Foto: Spvgg Möhringen
Die Spvgg Möhringen hält am Nachwuchskonzept fest - und will sich nun hinter den Topteams etablieren.

Die moderne Technik von heute kann ein Segen sein – aber auch ein Fluch. Für die Mannschaftsanführer Steven Jordan und Marvin Kuhn etwa hat sie die Dinge im Vorfeld der Saisonvorbereitung ganz einfach gemacht. Am Smartphone kurz die installierte Whatsapp-Gruppe aufgerufen, ein paar Zeilen getippt, ein finaler Klick, und schwupp, schon war die wichtige Botschaft allen Teamkollegen der Spvgg Möhringen noch einmal mit Nachdruck ins Gedächtnis geschickt.

Sie lautete sinngemäß: heuer bitte eine andere Urlaubplanung, Jungs! Diesmal keine Ausreden – Ärmel hochkrempeln, Schuhe schnüren und alle mit scharrenden Hufen bereitstehen, wenn Trainingsauftakt ist.

Inwieweit dieser drängelnde Anschub bei den Adressaten gut angekommen ist, ist nicht überliefert. Eines aber ist sicher: seine Wirkung hat er in Verbindung mit einem zuvor bereits mündlich getätigten Appell des Trainers Karl-Heinz Fuhrmann nicht verfehlt. Mit gesträubtem Nackenhaar erinnert sich jener an den Aufgalopp der vergangenen Saison. „Damals sind wir für eine fahrlässige Vorbereitung bestraft worden“, weiß er. Als Quittung sei die Hinrunde „in die Hosen gegangen“ – und steckten die Seinen über weite Strecken des Spieljahrs im Abstiegskampf. Nun, aktuell, konstatiert Fuhrmann mit Zufriedenheit, „haben die Mahnungen gefruchtet“. An den Übungsabenden herrschte zuletzt Hochbetrieb. Selten waren weniger als 20 Kicker da.

Möhringen sieht sich als Ausbildungsverein

So ist die Basis diesmal also eine deutlich bessere. Gezielt konnte Fuhrmann an den Baustellen arbeiten. Zum Beispiel am mannschaftstaktischen Verhalten. Oder am Abwehrgebaren. Fußballerisch geschulten Augen wird auffallen, dass die Möhringer nicht mehr mit Dreier-, sondern Viererkette verteidigen – wohingegen man sich rein vom Personal her kaum an etwas Neues gewöhnen muss. Es bleibt dabei: während mancher Konkurrent den großen Einkaufswagen über den Spielermarkt schiebt, lehnen sie sich an der Hechinger Straße als Zuschauer zurück. Aus der Not des klammen Geldbeutels hat der Filderclub eine Tugend gemacht. Er sieht sich als Ausbildungsverein. Konsequent setzt er das seit Fuhrmanns Einstieg intensivierte Konzept fort, auf den eigenen Nachwuchs zu bauen. In der Weiterentwicklung der Mannschaft und insbesondere der vielen Jungen im Kader erkennt der Coach seine primäre Aufgabe.

Dass es zugleich gelungen ist, die Korsettstangen zu halten, erfüllt die Möhringer Verantwortlichen mit Stolz. An externen Verlockungen hat es nicht gefehlt. Um die erwähnten Jordan und Kuhn hat vor allem der Staffelrivale Plattenhardt gebuhlt. Deren Antwort jedoch: danke, nein. „Wenn ich höre, was da teils für Summen im Raum stehen, schlackere ich mit den Ohren“, sagt Fuhrmann. „Umso mehr sagt es aus, dass die Spieler geblieben sind.“

Der Routinier Jordan fungiert nun weiter als Abwehrchef – Kuhn, den Fuhrmann für den „mit Abstand besten Fußballer der Mannschaft“ hält, wie gehabt als Kopf im Mittelfeld. Der einstige Oberliga-Kicker war schon im vorigen Spieljahr Antreiber, Lenker und obendrein bester Torschütze.

Brodbeck ist zurück zwischen den Pfosten

Die einzige wirkliche nominelle Veränderung ergibt sich zwischen den Pfosten. Dort ist Martin Brodbeck nach einjähriger Verletzungspause zurück. Vorbei damit die Zeit des Improvisierens. Da auch der zweite Keeper Daniel Torakai wegen eines Kreuzbandrisses ausgefallen war, hatten sich die Möhringer im Tor zuletzt mit einem eigentlichen Feldspieler behelfen müssen.

Letzterer, Matthias Rätzke, darf, auch zu seiner eigenen Erleichterung, wieder auf seiner ursprünglichen Position im Angriff ran – und ist wohl schon allein deshalb einer derjenigen, der nicht gesonderte Weckrufe benötigt hätte. Rätzke ist auch so heiß genug, fürs ausgegebene Saisonziel zu rackern. Wie dieses lautet? Fuhrmann sagt es so: „Hinter den Top fünf der Staffel kommen mehrere Teams auf Augenhöhe. Unser Anspruch ist es, uns mit denen zu messen.“

Gelänge es, würden die Möhringer am Ende gar Sechster oder Siebter – dann auch ein herzliches Dankeschön an die moderne Technik von heute. In diesem Fall ohne Wenn und Aber.

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