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Spvgg Möhringen: Graue Maus rockt die Liga, Teil zwei?

Möhringen taucht in den Meistertipps auf

von Filder-Zeitung / Franz Stettmer · 30.08.2019, 10:10 Uhr · 0 Leser
Der Trainer Karl-Heinz Fuhrmann ist der Schmied des Möhringer Erfolgs. Seit seinem Einstieg vor knapp drei Jahren geht es steil bergauf.
Der Trainer Karl-Heinz Fuhrmann ist der Schmied des Möhringer Erfolgs. Seit seinem Einstieg vor knapp drei Jahren geht es steil bergauf. – Foto: Archiv Yavuz Dural
Das Überraschungsteam der vergangenen Saison will an seine Leistungen anknüpfen. Dabei präsentiert sich der Verein weiter als Gegenentwurf zu vielen Konkurrenten.

So können sich Zeiten ändern. Meistertipp Spvgg Möhringen? Bis vor einem Jahr hätte man das in der hiesigen Fußballszene entweder für einen Aprilscherz gehalten – oder aber dem Absender ähnlich viel Sachverstand attestiert wie einer Kuh vom Eistanzen. In den Möhringern den Titelfavoriten zu sehen, das wäre gewesen, wie in der Bundesliga sein Geld auf Mainz oder Düsseldorf zu verwetten.

Aktuell taucht der Name des Filder­clubs nun tatsächlich unter den Meistertipps auf. Und es lacht keiner. Und es schüttelt keiner mitleidig den Kopf. Gewiss, es ist immer noch eine gewagte Prognose. „Für ein bisschen übertrieben“ hält Karl-Heinz Fuhrmann, der Trainer der Betroffenen, eine derartige Einschätzung. Aber: nur ein bisschen. Gänzlich ausschließen würde in der Staffel ein solches Ergebnis wohl niemand mehr. Nicht nach dieser vergangenen Saison. Nicht nach diesem Spieljahr, das ihnen an der Hechinger Straße immer noch wie ein Traum vorkommen muss und in dem der Außenseiter schließlich beinahe die komplette Konkurrenz mit offenem Mund stehen lassen hat.

Sechs Monate lang unbesiegt

Das beste Rückrundenteam? Nein, nicht der Spitzenreiter Stammheim, auch keiner der hochgewetteten Verfolger – es waren die Möhringer. Zwischenzeitlich sechs Monate lang unbesiegt, beendeten jene die Runde auf dem dritten Platz. Nur eine Fußbreite fehlte zuletzt zur irren Zugabe, der Qualifikation für die Aufstiegsrelegation.

Die spannende Frage ist nun: geht so etwas noch einmal? Oder womöglich sogar noch mehr?

Ein Zufallsprodukt, so viel ist klar, war das Ergebnis nicht. Bei aller vordergründigen Erstaunlichkeit stellt es vielmehr den Lohn für gute Arbeit dar. Seit seinem Einstieg im Verein vor knapp drei Jahren hat Fuhrmann eine verschworene Truppe geformt – ein Perspektivteam, das als Gegenentwurf zu manchem Gegner betrachtet werden kann. Während sie andernorts auf Shoppingtour gehen, haben die Möhringer aus dem schmalen Geldbeutel eine Tugend gemacht. Bei ihnen lauten die Mitmachkriterien „jung, hungrig, talentiert“, bevorzugt aus den eigenen Reihen. Dass er sich auf die sportliche Weiterentwicklung von Grünschnäbeln und zugleich einer Mannschaft versteht, hat Fuhrmann nachhaltig bewiesen.
Heuer sind es nun gleich acht Youngster, die neu im Kader stehen, keiner von ihnen älter als 22. Lauter „gierige Jungs“, sagt Fuhrmann. Gesorgt sei somit für „viel frischen Wind“. Und zugleich ist der Gefahr vorgebeugt, dass sich manch einer auf den jüngsten Erfolgen ausruht. Zwei der Einsteiger dürften gleich wichtige Rollen zukommen: Benno Kiefer und Emil Roeck sollen in der Defensive die Lücken schließen, die durch den Ausstieg der Routiniers Marian Wieser und Sebastian Zydeck entstanden sind. Bleibt nur noch die Sorge um Matteo Brunetti. Der Innenverteidiger fällt nach einer Hüftoperation für mehrere Monate aus.
Alle anderen Stammkräfte hat Fuhrmann vom Verbleib überzeugt. Auch den Kapitän Steven Jordan, der sein Karriereende einmal mehr verschiebt. Und auch die umworbenen Nils Große Scharmann und Marvin Kuhn. Letzterer, der Kopf des Teams, war nicht nur für seinen Trainer „zuletzt der mit beste Spieler der Staffel“.

Sie alle sind gewillt, die Abenteuertour fortzusetzen. Das Motto: einstige graue Maus rockt die Liga. Auf ein Neues, bitte! Zu was es dann am Ende reichen kann? „Wir wollen weiter Spaß haben. Und dann schauen wir einfach mal“, sagt Fuhrmann. Unterschätzen wird die Seinen jedenfalls keiner mehr. Schon gar nicht unter den Tippern.

Eine Frage an den Käpt’n

Herr Jordan, was liegt nach Sensationsplatz drei diesmal drin?
Steven Jordan: Könnten wir dieses Ergebnis bestätigen, wäre es super. Aber das wird schwer. Türkspor und Plattenhardt haben aufgerüstet. Wir selbst haben einige gute Junge dazu gekriegt, die Druck machen. Da wird sich der ein oder andere bisherige Stammspieler strecken müssen.

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