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Spielertrainer Thomas Eckmüller wirft überraschend beim FC Finsing hin

Nach vier sieglosen Spielen: „Um der Mannschaft einen neuen Impuls zu geben“

von Erdinger Anzeiger / Wolfgang Krzizok · 12.04.2019, 09:33 Uhr · 0 Leser
Sagt Servus: Thomas Eckmüller (M.) hat sein Traineramt beim FC Finsing zur Verfügung gestellt. Christian Riedel (Archiv)
Sagt Servus: Thomas Eckmüller (M.) hat sein Traineramt beim FC Finsing zur Verfügung gestellt. Christian Riedel (Archiv)
Damit hat wohl niemand gerechnet. Fußball-Bezirksligist FC Finsing und Coach Thomas Eckmüller haben sich mit sofortiger Wirkung getrennt. Allerdings ging die Initiative nicht vom Verein aus, sondern vom 32-jährigen Spielertrainer.

Dieter Heilmair wirkt geknickt. „Es tut weh und ist ein Stück weit auch traurig“, kommentiert der Vorsitzende des FC Finsing die Trennung. „Das war eine absolut selbstlose Entscheidung von ihm.“ Seit fast drei Jahren hat Eckmüller das Ruder bei den Finsinger Kickern in der Hand, hat aus einem durchschnittlichen Kreisliga-Team eine erstklassige Bezirksliga-Mannschaft geformt.

Doch in diesem Jahr läuft es noch gar nicht. Die Rot-Weißen starteten mit Niederlagen gegen Dornach (1:3), Alte-Haide/DSC (1:3) sowie Eichstätt 2 (3:6) und kamen zuletzt gegen den Abstiegskandidaten FC Erding über ein 1:1 nicht hinaus. „Die Leistung der Mannschaft in den ersten vier Spielen nach der Winterpause hat in Sachen Einsatzfreude und Engagement viel vermissen lassen“, sagt Heilmair. „Schon vor dem Erding-Spiel hat Thomas das Gespräch gesucht, danach haben wir uns zusammengesetzt und alles analysiert.“ Es sei ein „extrem wertschätzendes Gespräch“ gewesen, berichtet der FCF-Vorsitzende. „Wir haben jeden Stein umgedreht, und dann hat er gesagt, dass er seine Tätigkeit sofort beenden will.“

„Das war eine sehr schwierige und emotionale Entscheidung für mich“, sagt Eckmüller. „Angesichts des schwachen Starts nach der Winterpause ohne Sieg in vier Spielen habe ich vorgeschlagen, die Trennung sofort zu vollziehen, um der Mannschaft für die letzten Wochen einen neuen Impuls zu geben.“ Er blicke gerne auf die Zeit beim FCF zurück. „Für mich waren die knapp drei Jahre beim FC Finsing, besonders mit dem Aufstieg in die Bezirksliga, eine schöne und erfolgreiche Zeit und eine tolle Erfahrung als Spielertrainer“, stellt der 32-Jährige fest. „Ich bin dankbar, dass ich ein Teil der FC-Finsing-Familie sein durfte und wünsche der Mannschaft und den Verantwortlichen alles Gute für die Zukunft.“ Wie es bei ihm jetzt weitergeht, wisse er noch nicht. „Die Ereignisse haben sich in den letzten Tagen überschlagen, das ist alles noch zu frisch“, sagt der scheidende Spielertrainer. „Ich lasse jetzt erst einmal alles auf mich zukommen.“

Gerade die von Eckmüller beschworene FC-Finsing-Familie liegt natürlich auch Heilmar sehr am Herzen. „Das war immer schon der große Pluspunkt bei uns, dass alle mit viel Herzblut dabei sind“, sagt er. „Die Finsinger Werte sollen auch weiterhin im Vordergrund stehen.“ Man müsse den Blick jetzt nach vorne richten und die beste Lösung für den Verein finden. Fürs Erste wird die Mannschaft vom Trainer der zweiten Mannschaft, Wojtek Wojciechowski, und Eckmüllers bisherigem Co-Trainer Christian Rickhoff gecoacht. Sie müssen nicht nur den Verlust des Spielertrainers kompensieren, sondern auch des erfolgreichsten Torschützen. 15 Mal hat Eckmüller in dieser Saison bereits getroffen. Dass er bis Saisonende nur als Spieler weitermacht, sei laut Heilmair keine Option. „Das war kein Thema für den Thomas, das passt nicht. Er kann nicht einfach auf ,nur Spieler’ umschalten.“

Wie es jetzt weitergeht, könne er noch nicht sagen, sagt der FCF-Vorsitzende: „Da sind wir zu sehr von der Entwicklung überrascht worden.“ So seien auch noch keine Gespräche mit potenziellen Nachfolgern geführt worden. Bis Ende der Saison soll es das Gespann Wojciechowski/Rickhoff richten. „Wir wollen auf alle Fälle wieder eine sehr, sehr gute und langfristige Lösung“, stellt Heilmair klar. „Wir haben schon den einen oder anderen im Kopf, wollen aber erst noch abwarten. Vielleicht kommt ja auch der eine oder andere Interessent auf uns zu.“ Heilmairs Credo lautet auf alle Fälle: „Wir brauchen nicht den besten Trainer, wir brauchen den richtigen Trainer.“ So einen, wie es Thomas Eckmüller für den FC Finsing war.