2025-12-03T05:51:34.672Z

Allgemeines

Spielabbruch nach Tumulten im Kreispokal Osnabrück

Bei Spielvereinigung Haste gegen SV Kosova: Kurze Eskalation, keine Verletzten, dennoch ein Fall für das Sportgericht

Die noch junge Amateurfußballsaison nach langer Corona-Pause hat ihren ersten Aufreger: Nach einer Eskalation mit folgenden Tumulten brach der Schiedsrichter die Kreispokal-Partie zwischen Spvg. Haste und SV Kosova ab.

Beobachter sprechen von leidenschaftlich geführten 90 Minuten, die sich die Gastgeber aus der 1. Kreisklasse und das Gästeteam aus der Kreisliga auf der Anlage am Fürstenauer Weg geliefert hatten. Eine etwas zerfahrene Erstrunden-Partie im Kreispokal, nicht völlig frei von Nickligkeiten und Provokationen, auch von einigen etwas härteren Fouls geprägt, in der auch mehrere Elfmeter und Gelbe Karten ausgesprochen worden waren. Beim Stande von 3:3 ging es in die letzten Minuten - mit Ablauf der Spielzeit hätte ohne Verlängerung das Elfmeterschießen zwischen den beiden Teams über das Weiterkommen entschieden.

Ganz am Ende der regulären Spielzeit gab es noch eine etwas längere Verletzungsunterbrechung: Ein Haster lag am Boden, Spieler und Zuschauer des Heimteams forderten beim Schiedsrichter in aufgeheizter Atmosphäre eine härtere Bestrafung eines Kosova-Spielers, der nach seinem Foul mit der Gelben Karte sanktioniert wurde. Der Schiedsrichter, der auch angesichts der Unterbrechung eine längere Nachspielzeit angezeigt hatte, versuchte, die Situation zu beruhigen und befand sich mit dem Trainer der Heimmannschaft im Austausch zur Frage, ob der angeschlagene Spieler nun den Platz verlassen muss oder nicht.

Eskalation im Rücken des Schiedsrichters

Als gesichert gilt, dass in jenem Moment die Dinge im Rücken des Unparteiischen auf dem Feld eskalierten - zwischen einem Haste-Fußballer und einem Kosova-Spieler, die an der vorhergehenden Aktion unbeteiligt waren. Zum Auslöser der Eskalation kursieren mehrere Versionen: eine verbale Provokation, ein bewusst gegen das Schienbein eines Hasters geschossener Ball. Mehrere Quellen bestätigen, dass der Haster dem Kosova-Akteur daraufhin nachstellte - mit einem Sprung mit gestrecktem Bein, bei dem er jedoch am Kosova-Spieler weitestgehend vorbeiflog.

Diese Situation mündete schnell in einen unübersichtlichen wilden Tumult mit Schubsereien bei Beteiligung vieler Akteure von beiden Seiten. Nach 20 bis 30 Sekunden gelang es jedoch, die Streithähne zu trennen und die Lage so zu befrieden. An eine Fortsetzung der Partie war angesichts der Ereignisse allerdings nicht zu denken, sodass der Referee die Partie regelkonform abbrach.

Verletzte wurden keine gemeldet, auch ein Polizeieinsatz war nicht nötig, weil die Akteure in der Folge friedlich den Platz und nachher auch das Gelände verließen. Die Partie wird nun ein Fall für das Kreissportgericht.

Aufrufe: 02.9.2021, 22:00 Uhr
Neue Osnabrücker Zeitung / Benjamin KrausAutor