
SV Setzen - FC Eiserfeld 1:5
Setzens PR-Chef Dirk Schwarzfärber brachte es nach der 1:5-Packung gegen den FC Eiserfeld und dem damit nicht mehr abzuwendenden Abstieg auf den Punkt: „Nicht nur heute war nichts drin. Vielleicht sind wir zu früh aufgestiegen, weil wir noch nicht gefestigt sind. Es war ein schönes Abenteuer, aber es ist verdient. Kämpfen und Leidenschaft geht anders.“
Trainer Maik Wolf, der erst Ende März für den überraschend entlassenen Erfolgscoach Jan Fünfsinn (Doppelaufstieg aus der B-Kreisliga) übernommen hatte, urteilte in die selbe Richtung: „ Das wir fußballerisch mit den meisten nicht mithalten können, sollte klar sein. Kämpfen und laufen kann aber jeder. Das hat mit Einstellung und Willen zu tun“, sagte Wolf, der nachdenklich wirkte („Natürlich mache ich mir auch meine Gedanken, warum ich es nicht hinbekommen habe den Jungs das mitzugeben, was zum Fußball gehört“), aber nicht den Stab über seine Truppe brechen wollte („Mir macht es Spaß, die Spieler sind lernwillig. Wahrscheinlich sind die Jungs es nicht gewohnt, nach den Jahren es Erfolgs so viele Spiele nicht erfolgreich zu sein“) und wie angedacht auch in der neuen Saison am Rand stehen wird („Auch in der A-Liga wird es schwer, aber ich hoffe, wir sind dann wieder erfolgreicher“).
Die Eiserfelder, die die Begegnung fast über 90 Minuten beherrschten, schenkten dem SV Setzen die Gegentore 100 bis 104 ein, Lukas Weber (2. und 41.), Tobias Korte (33.), Marcel Kirsch (81./Foulelfmeter) und Till Jäger (85.) trafen. „Wir wussten, dass Setzen kommen muss. Wir haben sie im Mittelfeldpressing angelaufen, Thomas Brühl hat das in der neuen Position auf der Zehn genau so gut gemacht wie Lukas Weber im Sturmzentrum. Es waren einige schöne Bälle in die Schnittstelle dabei und auch noch einige Chancen. Da war eine Leistungssteigerung“, stellte FCE-Bankchef Andreas Maier fest.
Schiedsrichter: Fabian Kiehl (Hilchenbach) - Zuschauer: 200 Kiersper SC - TSV Weißtal 1:3
Wie wichtig Lars Schardt für den TSV Weißtal ist unterstrich der Torjäger der „Schneeweißen“ beim 3:1-Auswärtserfolg beim Kiersper SC. Der Stürmer wurde nach langer Pause (Kieferbruch) nach 70 Minuten aufs Feld geschickt, erzielte mit dem ersten Ballkontakt per Foulelfmeter den 1:1-Ausgleich (73.), erhöhte 60 Sekunden später auf 2:1, legte dann fünf Minuten vor Ende auch noch den dritten Treffer nach und erzielte somit einen Hattrick (Saisontore 14, 15 und 16).
Andreas Kalman hatte die Heimelf kurz vor dem Pausentee mit einem eher zweifelhaften Strafstoß auf die vermeintliche Siegerstraße gebracht, sein Teamkollege Timo Eick sah in der Schlussphase (83.) noch die Ampelkarte. „Das 0:1 war ein Nackenschlag, wir waren das bessere Team und hatten auch vielversprechende Chancen. Nach kurzen Anlaufschwierigkeiten haben wir nach dem Wechsel die Spielgestaltung wieder übernommen, die Einwechslung von Lars war dann natürlich glücklich. Wir haben trotz des Rückstandes Mentalität gezeigt und unseren Stiefel herunter gespielt. Ich bin zufrieden“, konstatierte Weißtals „Co“ Falko Wahl.
Schiedsrichter: Mika Arlitt - Zuschauer: 120
SV Fortuna Freudenberg - SC Drolshagen 1:2
Ob Dominic Solms hellseherische Fähigkeiten besitzt, wird sich in den nächsten zwei Wochen herausstellen. Jedenfalls meine der Coach der Freudenberger Fortuna nach der 1:2-Niederlage gegen den SC Drolshagen: „Dafür, dass wir gegen einen Aufsteiger gespielt haben, wäre ein Unentschieden oder gar ein Sieg nicht unverdient gewesen.“ Der Coach der „Flecker“ verbesserte sich rasch und machte aus dem „Aufsteiger“ noch schnell einen „eventuell Aufsteiger“.
Der Spitzenreiter schob den ersten von drei harten Brocken (nächste Woche gehts gegen das beste Rückrunden-Team Niederschelden, zum Abschluss nach Salchendorf) zur Seite, hatte aber richtig viel Mühe und lief in der Schlussphase auf der allerletzten „Rille“, was auch Linienchef Holger Burgmann so sah: „Wir sind personell auch arg gebeutelt, dazu merkt man natürlich auch eine gewisse Nervosität. Und wir haben gegen eine wie erwartet starke Freudenberger Mannschaft gespielt.“
Mann des Tages war bei den Gästen Dennis Jaques, seines Zeichens die eigentliche Nummer drei in der Torhüterhierarchie des SCD, der bis Freitagabend noch nichts von seinem Einsatz wusste. Da aber Tom Gummersbach bei den A-Junioren die rote Karte sah und Stammkeeper Jannis Rothstein nach seinem Bandscheibenvorfall zwar auf der Bank saß, aber doch erhebliche Zweifel an seiner Einsatztauglichkeit bestanden (Burgmann: „Er hat sein fünf Wochen gar nicht mehr trainiert“) durfte Jaques ran und machte seine Sache gegen Timo Molsberger (16. und 37.), Robin Wiesemann (28.) und Yanis Freitag (50.) bärenstark.
Beim 1:0 von Freitag, per Kopf aus sechs Metern ins lange Eck, war der SC Keeper allerdings machtlos (21.), der gemeinsam mit seinen Kameraden drei Minuten vor der Pause den Ausgleich von Johannes Knorn bejubeln durfte, der von Mike Schwarz freigespielt wurde, sich aber wohl mit unfairen Mitteln durchgesetzt hatte. „Da hab ich ein Foul gesehen. Er schubst unseren Verteidiger einfach weg“, ärgerte sich Solms. Sinan Kesen (12.) und Jan Gummersbach (36.) waren zuvor an Fortuna-Hüter Maximilian Schuppener gescheitert.
Nach dem Seitentausch ging es genau so unterhaltsam weiter wie zuvor, jedoch waren Möglichkeiten nun Mangelware. Weiterhin beackerten sich beide Mannschaften, die in den 90 Minuten jeweils einige Sequenzen für sich beanspruchen durften, aggressiv. Das glücklichere Ende hatte der Tabellenführer, der im zweiten Abschnitt zweimal so richtig Torgefahr herauf beschwor: Ein Gummersbach-Kopfball ging knapp vorbei (67.) und Eike Pfeiffer - angeschlagen und zur Halbzeit ebenfalls wie Ahmet Suna eingewechselt (der aber dann auch verletzungsbedingt wieder ausgewechselt werden musste) -, schaufelte das Leder aus 16 Metern nach 74 Minuten zum 1:2, über Schuppener hinweg, ins Netz.
Freudenberg antwortete wütend, berannte das Jaques-Tor, hatte allein in den letzten sechs Minuten fünf Ecken, doch Drolshagens Defensive fischte alles aus der Luft, was in den eigenen Strafraum segelte.
„Wir haben ein Tor mehr geschossen als der Gegner. Das zählt“, nahm es Burgmann abschließend pragmatisch, dessen Elf weiterhin zwei Zähler Vorsprung auf den SV Ottfingen vorweisen kann. Die Schwarz-Gelben haben aber mit den Partien gegen Plettenberg und in Deuz das einfache Restprogramm, sodass Drolshagen wohl seine letzten zwei Begegnungen gewinnen muss, um den Traum von der Landesliga zu erfüllen.
SuS Niederschelden-Gosenbach - SV 04 Attendorn 3:1
Seine letzte Chance auf die mögliche Aufstiegsrunde hat der SV Attendorn bei der 1:3-Niederlage in Niederschelden verspielt und war den Hausherren, die weiterhin die beste Rückrundenmannschaft stellen, nur selten ebenbürtig. Dementsprechend gut gelaunt war SuS-Trainer Andreas Wieczorek, der von einem verdienten „Dreier“ sprach und insbesondere vom ersten Durchgang angetan war. „Das war Top, wir haben den Gegner beherrscht und auch nur einen Torschuss zugelassen. Der war allerdings auch direkt drin.“ Gianluca Vernillo traf nach 24 Minuten (Strafstoß/Foul von Eugen Litter an Florian Macziej) zum 1:0 und acht Zeigerumdrehungen später abermals, bevor Vedat Vural die Gäste (39.) aus dem Nichts heran brachte.
Sven Trottner, Macziej, Matthias Bachhofer und der Doppelpacker (Pfosten) hätten sogar ein höheres Ergebnis herausschießen können, sodass es nach dem Wechsel enger wurde und die Partie ausgeglichener. „Zwischen der 60. und 75. Minute hatten wir Glück. Davor und danach hatte Attendorn aber nichts zwingendes“, resümierte Wieczorek, der Referee Josef Lenze eine ute Spielleitung bescheinigte und der noch einmal jubeln durfte, als Dennis Noll einen Freistoß clever ins Eck setzte (75.) und für die Entscheidung sorgte.
Schiedsrichter: Josef Lenze - Zuschauer: 100 SV Germania Salchendorf - SV 1931 Ottfingen 0:1
Der SV Ottfingen gewann seine Auswärtspartie bei Germania Salchendorf mit 1:0 (0:0) und bleibt am SC Drolshagen dran. Im Mittelpunkt der Analyse nach dem Spiel stand aber allein der Unparteiische Meinolf Adler, der die Johannländer in zwei Situationen benachteiligte. „Wir haben am Ende sehr, sehr großes Glück gehabt“, sagte selbst Ottfingens Trainer Benjamin Simon, der beim klaren Foul seines Keepers Jonas Niederschlag eine Minute vor Spielende genauso mit dem Pfiff des Schiedsrichters gerechnet hatte wie die knapp 200 Zuschauer am „Wüstefeld“ und auch Germanen-Coach Thomas Scherzer, der den Schiedsrichter zwar nicht allein verantwortlich machen wollte für die Niederlage, aber von zwei gravierenden Fehlentscheidungen sprach.
„Alexander Völkel wird klar vom Keeper mit der Hand umgerissen. Das sieht jeder. Und in der ersten Hälfte wurde uns das 1:0 von Marcel Rigau Badenas wegen angeblichen Abseits abgepfiffen. Dabei überholt er seinen Gegenspieler nach dem Pass. Auch das muss man einfach sehen, auch ohne Assistenten.“ So stand es in der von viel Taktik geprägten Partie zur Pause, aber auch bis zur 71. Minute torlos. So richtig durchsetzen konnte sich keiner der beiden Kontrahenten, Torchancen gab es kaum welche. „Wir haben defensiv gut gestanden und nichts zugelassen“, konstatierte Simon, der hernach einfach nur froh war, gewonnen zu haben. Für Jubelschreie sorgte sein spielender Assistent Julian Scheppe, der aus sechs Metern freistehend einnickte. Danach öffneten die Johannländer die Schleusen (Scherzer: „Wir haben versucht Druck aufzubauen, aber das ist uns nicht gelungen“), der SVO nutzte seine Kontermöglichkeiten durch Patrick Diehl (2) und Enrico Balijaj nicht und wäre am Ende fast noch bestraft worden, doch Niederschlags Vergehen wurde nicht geahndet.
Schiedsrichter: Meinolf Adler - Zuschauer: 200Tore: 0:1 Julian Scheppe (71.) TuS Deuz - FC Altenhof 1:3
Freund und Leid liegen gerade im Fußball oftmals ganz dicht beieinander. So auch nach dem 3:1-Auswärtssieg des FC Altenhof beim TuS Deuz, der dem Landesligabsteiger frühzeitig eine weitere Bezirksligasaison garantierte, während die Truppe von Alexander Müller wieder eine Etage tiefer angreifen muss.
Danach sah es im ersten Durchgang nicht aus, denn die Heimelf führte zur Pause durch das 1:0 von Andre Seither nach neun Minuten und hatte den Gegner bis auf einen Lattenkracher von Andre Nowak nach einer halben Stunde gut im Griff. Und Seither hätte zwei Minuten vor der Pause sogar auf 2:0 stellen müssen, drosch das Leder aber ziemlich freistehend aus neun Metern drüber. „Wer weiß, wie es dann gelaufen wäre...“, sagte Altenhofs Trainer Oliver Mack, der in der Kabine die passenden Worte gefunden haben musste, da seine Elf wie verwandelt aus dem Sportheim kam und sich den „Dreier“ - es war erst der dritte Rückrundensieg -, auch verdiente. Tobias Stevens erzielte nach 52 Minuten den Ausgleich für die Gäste, danach öffnete sich die Räume und der FCA hatte die deutlich besseren Chancen. Seither hatte zwar noch einmal seinen zweiten Treffer auf dem Fuß, doch das Chancenübergewicht lag nun klar bei den „Wendschen“, die durch Regjeb Habibi (60. und 65.) und Jan-Peter Stein (68.) drei „Hunderprozenter“ vergaben, in der zweiten Minute der Nachspielzeit aber zuschlugen.
Und zwar per Strafstoß von Stevens, der in seiner Entstehung für Gesprächstoff sorgte: „Tobias Stevens wird klar von den Beinen geholt, wenn das kein Elfer ist...“ meinte Mack, während TuS-Co-Trainer Andreas Thielmann erklärte: „Das war kein Elfmeter, der Linienrichter hatte ja sogar auf Ecke entschieden.“ Wie dem auch sei: Es stand 2:1 für den FCA, der kurz darauf durch Stein den Sack endgültig zuschnürte, Mack jubeln ließ („Wir waren in der zweiten Halbzeit aggressiver und hatten die besseren Möglichkeiten. Die Erleichterung ist groß“), während Thielmann resümierte: „Ich bin erst kurz hier, aber für die Mannschaft tut es mir leid. Vom Einsatz her kann man niemand einen Vorwurf machen, aber die Bezirksliga ist vielleicht doch eine Klasse zu hoch gewesen. Unverdient ist der Abstieg mit Sicherheit nicht.“
Schiedsrichter: Patrick Horlemann (SV Spellen) - Zuschauer: 100 VfR Rüblinghausen - SG Hickengrund 5:2
Der VfR Rüblinghausen hat den Klassenerhalt geschafft! Durch den 5:2-Erfolg über die SG Hickengrund - die zuvor eh nur noch eine theoretische Chance auf den Ligaverbleib hatte und nach acht Jahren in der Bezirksliga den bitteren Gang in Richtung A-Kreisliga antreten muss -, durfte der Aufsteiger tief durchatmen. „Die Anspannung in den letzten Wochen war enorm, meine Mannschaft hat dem Druck standgehalten. Es war sehr schwer, wenn du weißt, dass du eine viel bessere Qualität hast, als man es von den Punkten her sieht. Die vielen personellen Ausfälle haben schwer gewogen“, wusste VfR-Übungsleiter Avdi Qaka, von dem eine große Last abfiel.
Dabei war das Duell gegen das Schlusslicht über fast die gesamte Spielzeit eine klare Geschichte für den Aufsteiger, der schon nach sieben Minuten durch Lukas Bindeck in Führung ging, die Maik Arens (19.) und Daniel Häusler (44.) zum beruhigenden 3:0-Pausenstand ausbauten. Bindeck, Häusler und Jonathan Knott vergaben zudem weitere Hochkaräter, wenngleich Rüblinghausen nach dem 2:0 ein wenig den Faden verlor. „Da hatten wir zu viele Ballverluste, haben zu viel klein-klein gespielt“, kritisierte Qaka, dessen Elf nach dem Wechsel wieder stark begann und durch Bindeck auch auf 4:0 (54.) stellte und durch Knott (2) und den „Doppelpacker“ Bindeck eine noch höhere Führung versäumte, bevor die „Hicken“ durch Philipp Rath (72. und 75.) zuschlugen und noch einmal für minimale Hoffnung bei den Siegerländern sorgten, die dann aber durch Maik Arens (83.) den endgültigen Knockout verpasst bekamen.
Schiedsrichter: Eugen Heidenreich - Zuschauer: 80 TuS Plettenberg - SC Listernohl-Windhsn-Lichtringhsn 1:6
„Nach dem Schlusspfiff war die Erleichterung bei den Spielern, dem Vorstand und dem Trainerteam riesig. Ein Abstieg wäre bei unseren Ambitionen, die wir vor der Saison hatten, eine Katastrophe gewesen“, atmete Dawid Jaworski nach dem 6:1-Kantersieg in Plettenberg einmal ganz tief durch, der den Klassenverbleib perfekt machte. Dennis Busenius (6. und 67.), Marlon Klein (16.), Pascal Neumann (56.), Bastian Klein (72.) und Rene Sangermann (88.) trafen bei einem Gegentreffer von Pietro Guerrir (78.) ins Schwarze, was laut Jaworski auch dem Spielverlauf entsprach: „Das ist auch in der Höhe verdient. Wir haben tiefer gestanden als sonst, defensiv sehr gut verteidigt und gut gekontert“, freute sich der LWL-Linienchef, dessen Truppe sich sogar den Luxus erlauben konnte, „mal wieder“ (Jaworski) einen Strafstoß, diesmal in Person von Christian Florath, nicht zu versenken.