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Allgemeines

SG Klengen trotz Cosic-Kurzeinsatz in Hölzlebruck chancenlos

Grafenhausener Notelf macht Gutmadingen zum Herbstmeister

von Johannes Bachmann (BZ) · 26.10.2015, 22:00 Uhr · 0 Leser
Ratlos an der Außenlinie: Zeljko Cosic, Trainer der SG Klengen-Kirchdorf, wechselte sich für 180 Sekunden selbst ein, konnte aber die 1:4-Niederlage beim SV Hölzlebruck nicht verhindern.  | Foto: Patrick Seeger
Ratlos an der Außenlinie: Zeljko Cosic, Trainer der SG Klengen-Kirchdorf, wechselte sich für 180 Sekunden selbst ein, konnte aber die 1:4-Niederlage beim SV Hölzlebruck nicht verhindern. | Foto: Patrick Seeger
Wohl dem, der trotzdem lacht, obwohl er eigentlich die Haare raufen müsste. Zeljko Cosic, Trainer der SG Klengen-Kirchdorf, zu Hause in Neustadt, erlebte auf einem seiner Lieblingsplätze, auf dem er (fast) jeden Grashalm, kennt ein Debakel. Mit 1:4 unterlag sein Team dem Bezirksliga-Aufsteiger SV Hölzlebruck. Noch ein bisschen herber traf es den SV Grafenhausen mit dem 0:6 gegen Gutmadingen. Nach zähen Wochen mit zahlreichen Rückschlägen zurück in der Erfolgsspur ist der FC Neustadt in der Kreisliga A. Ein Achtungserfolg gelang dem TuS Bonndorf II.
Die BZ-Schlagzeile („Hölzlebruck entzaubert Cosic“) hat ihm ein breites Schmunzeln entlockt. Das treffe durchaus zu, so der Trainer der SG Klengen-Kirchdorf, Fakt sei allerdings auch, dass die Hölzlebrucker im Spielaufbau mit bescheidenen Mitteln arbeiteten. „Aber die Binder-Elf war in entscheidenden Duellen den einen Schritt schneller.“ Das reichte, um die Gäste aus dem Brigachtal zu demontieren. Nicht konkurrenzfähig sei seine Mannschaft gewesen, so Cosic, der sieben Stammkräfte ersetzen musste und die offenen Stellen auf dem Feld mit A-Jugendlichen und Spielern der SG-Reserve schloss. So groß war die Not, dass sich der 43-jährige Übungsleiter, der zu Verbandsliga-Zeiten als schlitzohriger Torjäger des damaligen Verbandsligisten FC Neustadt über den Schwarzwald hinaus bekannt war, gar selbst einwechseln musste. Cosic’s Auftritt dauerte allerdings nur 180 Sekunden, dann zwang ihn eine Oberschenkel-Verhärtung zurück auf die Bank. Danach lief das Spiel für die Hölzebrucker, die verdient mit 4:1 gewannen – und komplett vorbei an der SG. „Wir sind zum HSV gefahren, um Opfer zu sein“, erinnert sich Cosic mit einem Kopfschütteln, „wir waren viel zu brav und harmlos“.

Das hat SVG-Trainer Andreas Ackermann nicht geschmeckt. Mit 0:6 unterlag der SV Grafenhausen dem souveränen Bezirksliga-Tabellenführer SV Gutmadingen, der sich damit vorzeitig die Herbstmeisterschaft sicherte. Dabei hatte der SVG-Trainer seiner Mannschaft durchaus eine Überraschung zugetraut und, ja, die erste Niederlage des Spitzenreiters. Doch schon vor dem Anpfiff lief alles schief. Innenverteidiger Paul Sass wurde kurz vor dem Spiel von einem heftigen Fieberschub gestoppt. In Stritt, Kling und Schulz standen zudem drei Grafenhausener auf dem Platz, die die ganze Woche über nicht trainieren konnten, zudem war Stürmer Florian Haselbacher nicht im Vollbesitz seiner Kräfte. „Nur sechs von elf waren fit“, so Ackermann, „damit kannst du natürlich keinem Tabellenführer Angst machen“. Dennoch begannen die Grafenhausener druckvoll. Ein Bluff, der die Gäste aus dem Konzept bringen sollte, „ich wollte unbedingt rasch das erste Tor“, so Ackermann. Das fiel auf der falschen Seite zum 0:1 (37.). Sechs Minuten später hieß es 0:3. In der Kabine war es zur Halbzeit still. Die Angeschlagenen konnten nicht mehr, die Frustrierten wollten nicht mehr. „Im zweiten Durchgang hat Gutmadingen die Partie clever runtergespielt“, so Ackermann, „die haben verdient gewonnen“.

Mehr seitwärts als aufwärts zeigt die Leistungskurve beim TuS Bonndorf II in der Kreisliga A. Die Mannschaft von Trainer Christian Kirchsteiger ist nicht zuletzt ein solider Unterbau für das Landesliga-Team, das zwei Etagen höher nach zuletzt ermutigenden Erfolgen mit dem 0:3 gegen die DJK Donaueschingen einen herben Rückschlag hinnehmen musste. Der Weg nach oben ist beim TuS immer frei und so muss Kirchsteiger bisweilen seine Besten an die „Erste“ abgeben. Das ist dann auf dem Platz zu spüren. Die famose Vorrunde der vergangenen Saison ist nur noch angenehme Erinnerung, mit elf Punkten aus elf Spielen steht der TuS auf dem 13. Tabellenplatz und damit am Abgrund. Doch bange machen gilt nicht. In Pfohren bot die TuS-Elf am vergangenen Sonntag eine engagierte Leistung und kämpfte sich nach einem 0:2-Rückstand kurz vor Schluss eindrucksvoll zurück. Marcel Hertenstein mit dem 1:2 (87.) und der ehemalige Verbandsliga-Torjäger Benjamin Schönle mit seinem Last-Minute-Tor in der Nachspielzeit machten das 2:2 perfekt. Ein Punkt, der gut ist für die Seele, auch wenn er sich in der Tabelle kaum merklich niederschlägt.

Die vergangenen Wochen verliefen zäh für den FC Neustadt II. Die Landesliga-Reserve verspielte das satte Punktepolster, das sie zu Beginn angehäuft hatte. Immerhin: noch immer steht Rang fünf zu Buche, allerdings mit 14 Zählern Rückstand auf Kreisliga-A-Spitzenreiter Immendingen. Schuld für den Abschwung war die Abschlussschwäche. „Wir haben blöde Fehler gemacht“, erinnert sich FCN-Trainer Oliver Mahler, „wir haben ein paar unbefriedigende Spiele hingelegt“. Nur gut, dass es auch anders geht. Am Sonntag gewannen die Neustädter dank Felix Riesterer, der in der 80. Minute traf, in Bräunlingen mit 1:0. „Extrem wichtig“ nennt Mahler den Erfolg, den FCN-Schlussmann Felix Saier mit fünf Glanzparaden sicherte: „Wir haben den größeren Willen gezeigt.“ Fortuna war allerdings auch auf Seiten des FCN – bei drei Lattentreffern des FC Bräunlingen.