
Neben den altbekannten Routiniers sind auch einige Junglöwen mit ins Trainingslager nach Belek gereist. Wir stellen die blauen Hoffnungsträger vor.
München – Beim TSV 1860 konzentriert sich aktuell alles auf das große Ziel Zweitliga-Aufstieg. Am 3. Januar ist der TSV 1860, wie im vergangenen Jahr, ins Wintertrainingslager in die Türkei aufgebrochen. Eine Woche lang wird der 28-köpfige Kader versuchen, sich bestmöglich unter der Sonne Beleks auf die verbleibende Restrunde vorzubereiten. Beim Wiederauftakt am 14. Januar bei Waldhof Mannheim wird es dann das erste Mal ernst für die Löwen.
Während die aussortierten Routiniers Marius Willsch und Quirin Moll, genauso wie Lorenz Knöferl, in München bleiben mussten, haben sich einige Junglöwen aus dem NLZ des TSV 1860 in das Türkei-Aufgebot gespielt. Wer schafft nach Leandro Morgalla den großen Sprung zum Stammspieler? Wir stellen die Talente vor.
Marius Wörl: Dass der 18-Jährige auf jeden Fall mit ins Trainingslager reisen würde, war nach seinen Leistungen in den letzten Wochen klar. Bereits sechsmal kam er in dieser Spielzeit in der dritten Liga zum Einsatz. Zum Ende hin eroberte er sich zeitweise sogar einen Startplatz im Löwen-Mittelfeld. Beim Toto-Pokalspiel in Feuchtwangen erzielte er seine ersten beiden Treffer für die Profis. Neben Leandro Morgalla ist er außerdem der zweite deutsche U19-Nationalspieler im Kader der Giesinger. Sein Marktwert liegt bereits bei 200.000 Euro, dürfte sich bei gleichbleibender Entwicklung im Saisonverlauf aber noch deutlich steigern. Bevor Wörl regelmäßig in den Profikader berufen wurde, absolvierte er jedes der ersten vier A-Jugend Bundesligaspiele über 90 Minuten.
Erion Avdija: Eine kleine Überraschung dürfte es wohl für viele auf der Torhüterposition geben. Hinter Marco Hiller, Tom Kretschmar und Julius Schmid darf sich der erst 17-jährige Erion Avdija in Belek als Nummer vier beweisen. Der Deutsch-Kosovare ist unangefochtener Stammtorhüter der U19 und hat jede Partie in der Junioren-Bundesliga über die volle Distanz bestritten. Außerdem kann der 1,80 Meter große Keeper zwei Länderspiele für den Kosovo in der U17-EM-Qualifikation vorweisen.
Michael Glück: Beim TSV 1860 halten viele große Stücke auf den 19-jährigen Österreicher. Michael Köllner gewährte ihm in der Hinrunde bereits einen Kurzeinsatz gegen Tabellenführer Elversberg. Im Toto-Pokal, wo gerne mal rotiert wird, überzeugte der zweikampfstarke Abwehrhüne mit ansprechenden Leistungen. Um in dieser Spielzeit aber weitere Einsatzminuten bei den Profis zu erhalten, muss er sich im Trainingslager mächtig ins Zeug legen. Am Innenverteidigerduo Verlaat/Morgalla gibt es aktuell kein Vorbeikommen. Für die U23 stand er während der aktuellen Bayernliga-Saison in elf Begegnungen auf dem Platz.
Nathan Wicht: Wicht ist unangefochtener Leistungsträger bei der U19 und trainierte schon in der abgelaufenen Saison mit den Profis und kann dort auf zwei Kurzeinsätze in der dritten Liga zurückblicken. In der aktuellen Spielzeit stand er noch nicht auf dem Rasen. Der Schweizer Juniorennationalspieler ist im zentralen Mittelfeld zu Hause, wurde aber in den Vorbereitungsspielen dieser Saison von Michael Köllner auch als Außenverteidiger eingesetzt. Der 18-jährige durchlief ab der U15 alle Jugendnationalmannschaften seines Heimatlandes. Für die U19 der Schweiz kommt er aktuell auf sieben Einsätze und einen Treffer. Abgesehen vom Derby gegen den FC Bayern am ersten Spieltag, welches er verletzungsbedingt verpasste, stand Wicht in den restlichen neun Partien der U19 Bundesliga in der Startelf der Löwen. Dabei kann er ein Tor und sechs Assists vorweisen.
Devin Sür: Nach Leistungsschwankungen von Jo Boyamba und Martin Kobylanski und der Torflaute zum Ende der Hinrunde, wurde vonseiten der Fans immer wieder der Name Devin Sür als Kandidat für Einsatzzeiten ins Spiel gebracht. Trainer Michael Köllner traute ihm den Schritt in die dritte Liga allerdings bislang noch nicht zu. In den Vorbereitungsspielen präsentierte sich der Deutsch-Türke aber bereits durch seine Schnelligkeit und unbekümmerte Spielweise als belebendes Element in der Löwen-Offensive. Im Toto-Pokal gegen Feuchtwangen gelangen ihm drei Torvorlagen. Ende November feierte der 18-Jährige außerdem sein Nationalmannschaftsdebüt für die U19 der Türkei. In der U19-Bundesliga gehört der Flügelspieler zu den Führungsspielern und kommt in neun Spielen auf sieben Scorerpunkte.
Milos Cocic: Knapp die Hälfte der laufenden Saison war der 19-jährige Milos Cocic verletzungsbedingt außer Gefecht gesetzt. In der Bayernliga konnte er nur fünfmal für 1860 II auflaufen. Jetzt will er sich in Belek wieder für einen Platz im Profikader empfehlen. Erst dreimal stand er 2022/23 im Drittligaaufgebot – ohne Einsatzminute. In der vergangenen Spielzeit wurde er immerhin dreimal eingewechselt. Dafür durfte er, genauso wie die anderen Junglöwen, im Toto-Pokal ran und steuerte in drei Spielen drei Tore und eine Vorlage bei. (Kilian Drexl)