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Sawetzki: "Er hat sich das verdient"

Oberliga Süd +++ Nach vielen Wechseln ist Tom Hermann jetzt die klare Eins bei der SG Union Sandersdorf. Zurecht, wie er gegen Erfurt zeigt.

von Tobias Große/ MZ · 16.08.2021, 08:23 Uhr · 0 Leser
Tom Niclas Hermann ist in Sandersdorf die klare Nummer eins.
Tom Niclas Hermann ist in Sandersdorf die klare Nummer eins. – Foto: Michael Kölbel

Tom Niclas Hermann flogen am vergangenen Freitagabend so ziemlich alle Herzen im Sandersdorfer Sport- und Freizeitzentrum zu. Die der eigenen Fußballkollegen von der SG Union Sandersdorf natürlich, nachdem der Torhüter mit mehreren starken Rettungsaktionen der Garant für das 1:1 gegen Oberliga-Topfavorit Rot-Weiß Erfurt war.

Aber auch von der Tribüne, von der es sogar Zuneigung der ganz besonderen Art gab. „Ich liebe den Torwart, wirklich“, war Mitte der zweiten Hälfte aus einer Gruppe jugendlicher Mädels zu hören, die hinter der Union-Bank saßen. Wechselspiel vorbei Hermann hat gegen Erfurt ein starkes Spiel gemacht. Er hat einige Top-Chancen vereitelt, war sicher im Strafraum und - bis auf eine Ausnahme - fußballerisch gewohnt stark. „Er war heute sehr gut, das freut mich für ihn“, lobte auch Sandersdorfs Cheftrainer Thomas Sawetzki nach der Partie - und fügte einen Satz an, der in den letzten Jahren nicht selbstverständlich gewesen wäre: „Er ist die absolute Nummer eins.“

Seitdem der 40 Jahre alte Coach vor drei Jahren bei der SG Union angeheuert hat, hat er es immer so gehalten, sich nicht auf einen klaren Stammtorhüter festlegen zu wollen. Tom Hermann war zwar die Konstante, im ersten Sawetzki-Jahr teilte er sich den Posten aber mit Nico Becker, danach mit Christopher Hanf und in der kurzen Vorsaison mit Christopher Schulz. Alle sind mittlerweile weg, Hermann noch da. Und jetzt unumstritten. „Er hat sich das verdient“, so Sawetzki. Die drei Jahre und das stetige Wechselspiel waren nicht einfach für Tom Hermann. Union ist damit allgemein zwar gut gefahren, der 25-Jährige gesteht aber: „Es war eine schwierige Situation.“ Chefcoach Sawetzki ließ sich die Entscheidung teilweise bis nach dem letzten Training in der Woche offen. „Man versucht sich ja im Abschlusstraining immer auf den Gegner einzustellen, auch vom Kopf her“, erzählt Hermann. Ohne das Wissen aber, ob man am Wochenende zum Einsatz kommen würde, war das schwerer als mit. „Wir haben zwar alle immer Gas gegeben, weil jeder im Tor stehen wollten, es war aber für die persönliche Sicherheit nicht so förderlich.“

Koller jetzt Herausforderer

Das ist jetzt vorbei. „Für mich ist das natürlich besser, man braucht die ständige Praxis“, meint Hermann, der die klare Nummer eins ist. Der neu gekommene Nick Koller (19 Jahre), der früher im Nachwuchs des JFV Sandersdorf-Thalheim und zuletzt zwei Jahre in der Jugend des 1. FC Lok Leipzig gespielt hat, ist Herausforderer. Spielt Hermann jedoch weiter wie gegen Erfurt, ist kein Vorbeikommen an dem 25-Jährigen. Mit dem Punkt gegen den Top-Favoriten bleibt Union ungeschlagen, am Mittwochabend steht in Grimma schon wieder das nächste Spiel an. „Gegen Erfurt nimmt man einen Punkt gerne mit“, sagt Tom Hermann. Seine eigene bärenstarke Leistung ordnete er bescheiden ein. „Das Spiel in Plauen (4:0 zum Saisonauftakt; Anm. d. Red.) hat uns allen Selbstvertrauen gegeben, auch mir mit dem zu Null“, sagt er. „Und vor so einer Kulisse wie am Freitag ist man auch noch mehr gepusht.“ Mehr als 750 Zuschauerinnen und Zuschauer sahen Hermanns tollen Auftritt. Und haben sich teilweise direkt verliebt.

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