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Ligavorschau

Richter trifft auf ,,zweite Liebe"

Stürmer des VfB Lübeck stand drei Mal beim Lüneburger SK unter Vertrag

von SHZ / Christian Jessen · 14.03.2015, 09:00 Uhr · 0 Leser
Lübecks Goalgetter Stefan Richter (li.) erwartet gegen seinen Ex-Club ein Kampfspiel. Foto: Wrege
Lübecks Goalgetter Stefan Richter (li.) erwartet gegen seinen Ex-Club ein Kampfspiel. Foto: Wrege

Es ist das Spiel gegen seine ,,zweite Liebe". Neben dem VfB Lübeck, für den Stefan Richter insgesamt im fünften Jahr seine Fußball-Stiefel schnürt, gehört das Herz des Stürmers auch dem Lüneburger SK, wo Richter seit Jugendzeiten ebenfalls drei Mal unter Vertrag stand. ,,Natürlich ist das etwas Besonderes, auch wenn ich von der jetzigen Mannschaft nur noch drei, vier Spieler gut kenne", sagt er. Am Sonnabend um 14 Uhr treffen beide Clubs im Regionalliga-Spiel auf der Lohmühle aufeinander.

Bei einem Sieg könnten die Lübecker, derzeit Tabellensiebter, bis auf Platz vier vorrücken. ,,Es ist toll, dass wir so gut gestartet sind", sagt Richter, warnt aber auch: ,,Nur weil wir in Wolfsburg gewonnen haben, läuft es nicht von allein."

Es geht für den VfB darum, eine positive Serie fortzusetzen. ,,Wir haben nicht immer überragende Leistungen abgeliefert, aber Punkte gesammelt. Das ist super gelaufen", freut sich Trainer Denny Skwierczynski. Zehn Zähler holten die Grün-Weißen aus den ersten vier Spielen des Jahres. ,,Ich hatte schon erwartet, dass es so gut laufen könnte", erklärt Richter: ,,Die Leistungen waren ja in der Vorrunde schon entsprechend. Jetzt haben wir halt auch mal das Glück, das uns vorher fehlte."

Der Mittelstürmer selbst war an fünf der sechs Treffer beteiligt (drei Tore, zwei Assists). ,,Es freut mich für ihn, dass es so gut läuft", sagt Skwierczynski über seinen Angreifer, der in der Vorrunde eine Phase hatte, in der er viele Chancen ausließ. ,,Er ist in seiner gesamten Einstellung aber auch in dieser Zeit für die Jungen immer ein echtes Vorbild gewesen", lobt der Trainer.

Richter hat sich nach eigenem Bekunden nie Gedanken über die Torquote gemacht. ,,Ich hatte ja die Chancen. Natürlich ist manches unglücklich gelaufen. Aber ich wusste, dass es irgendwann wieder klappt. Das ist jetzt der Fall."

Mitaufsteiger LSK ist dabei ein gefährlicher Gegner. Als die Lübecker im September das Hinspiel mit 3:2 gewannen, war Lüneburg noch siegloses Tabellenschlusslicht. ,,Seitdem haben sie sich verstärkt, an die Liga gewöhnt und punkten regelmäßig", weiß Skwierczynski. ,,Das ist ein schwerer Gegner, zu dem wir nach dem tollen Sieg vergangene Woche vor allem mental die richtige Einstellung finden müssen."

Inzwischen haben die Lüneburger als Zwölfter fünf Punkte Vorsprung vor der Abstiegszone - und das, obwohl sie zuletzt zwei Niederlagen kassierten. ,,Das ist gefährlich", warnt Richter: ,,Der LSK muss punkten. Es wird ein Kampfspiel."

Beim VfB kehren Jonas Toboll und Dennis Wehrendt in die Startelf zurück. Zahlreiche Varianten bieten sich vor allem im zentralen Mittelfeld und auf den Außenbahnen. ,,Da haben wir unsere Überlegungen noch nicht abgeschlossen", erklärte Skwierczynski.

Auf der Gegenseite sitzt übrigens ein alter Bekannter auf der Trainerbank. Elard Ostermann spielte einst gemeinsam mit Skwierczynski für den VfB. Ein Jahr im grün-weißen Dress reichte dem heute 46-Jährigen für einen noch immer bestehenden Vereinsrekord: Er ist einer von nur zwei Spielern, die fünf Tore für den VfB in einem Punktspiel erzielten - und Ostermann, der auch für Bochum und den HSV in der Bundesliga spielte, schaffte das Kunststück 1992 gegen Büsum (10:1) sogar in einer Halbzeit. Auch wenn es derzeit gut läuft - diesen Rekord wird auch ein Richter in Top-Form wohl nicht brechen.