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Interview

Reaktionen aus Vereinen zur anhaltenden Pandemie-Situation

Der Quarantäne-Check-Splitter mit Statements von Vertretern der sächsischen Fußballclubs

von FuPa Sachsen · 20.04.2020, 12:50 Uhr · 0 Leser
– Foto: Meiki Graff
Vor einigen Wochen haben wir uns in den Vereinen einmal umgehört und wollten wissen wie das Herz, der Amateurfußball, mit der derzeitigen Situation und der damit verbundenen Zwangspause umgeht.
Neben einigen bereits veröffentlichten "Quarantäne-Checks" haben wir hier noch ein paar Statements von Clubvertretern:

"Aufgrund der Pandemie-Situation um Covid 19 sind wir für einen Abbruch der Saison 19/20. Es sollte keinen Aufsteiger sowie Absteiger geben. Mannschaften mit polnischen oder tschechischen Spielern würden bei Fortsetzung der Saison benachteiligt oder wären womöglich überhaupt nicht spielfähig, denn dazu muss auch der Grenzübergang geöffnet sein. Auch Nachholspiele werden sehr schwierig. Des Weiteren sind die Spieler völlig aus dem Training und dem Spielrhythmus. Wir sind für einen Abbruch und Beendigung der Serie. Die Gesundheit und die Vernunft sollten hier der Gewinner sein."

Rene Kraink, Sportlicher Leiter des SV Fortuna Trebendorf



"Ganz schwieriges Thema. Jedem wird man es da definitiv nicht recht machen können. Ein cooler Ansatz wäre so etwas wie Playoffs der ersten 4 oder 6 Mannschaften, dasselbe mit den letzten 4 Plätzen. Aber inwieweit das realistisch ist, weiß ich natürlich nicht."

Stephan Lange, Spieler des SV Dresden-Neustadt, zur Idee der Fortsetzung der Saison 2019/2020



"Wenn ich sehe wo unsere Erste rumdümpelt, wäre ich persönlich für eine komplette Annullierung. Damit könnte man die Klasse halten. Real gesehen kommen von Bundesliag bis zur Kreisklasse wohl erhebliche Probleme auf die Funktionäre zu. Denn egal wie man es macht - es wird immer Vereine geben, die mit dem Ergebnis nicht zufrieden sind. Annulliert man, regen sich die Mannschaften auf, welche hätten aufsteigen können. Da kann man es keinem Recht machen. Eine Aufstockung in der nächsten Saison bringt mehr Vereine in die jeweiligen Staffeln - heißt auch mehr Termine und kaum noch freie Wochenenden. Ob das sinnvoll ist und man gar keine Zeit mehr für andere Dinge hat, wage ich zu bezweifeln."

Thomas Füg, Vereinsverwalter des SV Birkwitz-Pratzschwitz



"Vereinsbetreffende finanzielle Sorgen halten sich in Grenzen, da unsere Mannschaften in den untersten Ligen spielen und wir uns daher zu 95 % durch eigene Mittel finanzieren.
Die Gemeinde haben wir schon um einen diesbezüglichen Erlass der anteiligen Betriebskosten gebeten.
Falls jedoch unser traditionelles Sommerturnier wegfallen sollte, würde uns dies schon spürbar finanziell treffen."

Carsten Buresch, Trainer der SG Miltitz auf die Frage nach finanziellen Einbußen durch die Pandemie



„Die Saison sollte aufgrund der besonderen Sitaution abgebrochen werden.
Eine bessere Lösung gibt es meines Erachtens nicht, da es nicht mehr sportlich ausgetragen werden kann und somit dem Grundgedanken unseres Sportes widerspricht.“

Uwe Köhler, 1. Vorsitzender des FSV BAU Weischlitz



"Zur Zeit ist es eben sehr schwierig das Vereinsleben aufrecht zu erhalten. Da ja jetzt auch die Sportstätten für jeglichen Betrieb gesperrt sind. Der Kontakt läuft zur Zeit nur über das Telefon."

Michael Lorenz, Betreuer des SV Gnaschwitz-Doberschau



"Es gibt keine faire Lösung für dieses Problem. Ich favorisiere, dass wir zumindest auf Kreisebene die Hinrundentabelle als Maßstab nehmen. Jeder hat gegen Jeden gespielt und somit ist eine Beurteilung des Leistungsstandes möglich. Eine Weiterführung der Saison in die Sommerferien hinein kann ich mir nicht vorstellen und das überhaupt vor Mitte Ende Mai wieder erlaubt wird Fussball zu spielen halte ich Stand jetzt für unrealistisch.
Im August kann man dann hoffentlich wieder ganz normal in die neue Saison starten."