
Sieben Treffer und nicht ein einziges Gegentor -die Bilanz der Salzburger im gesamten Turnierverlauf war so beeindruckend, dass selbst RB-Trainer Thomas Letsch ins Schwärmen geriet: "Alle drei Turniersiege waren verdient, dieser aber ist absolut überzeugend", resümierte er. Dabei war vermutlich auch dem Finalgegner Besiktas klar, dass nach dem Gegentreffer die Messe gelesen war. Entsprechend verbreitete sich schnell der Frust, wobei das Nachtreten von Muhammed Durmus den unrühmlichen Höhepunkt bildete.
Ohnehin war es ein Finale der Gegensätze. Während die Salzburger mit ihrer offensiven Ausrichtung und kurzen Kombinationen auftrumpften, kamen die Türken vorwiegend über den Kampf. Dies war auch der Schlüssel zum Erfolg, mit dem die Japanische Hochschulauswahl im Halbfinale aus dem Turnier gekegelt wurde. Die Japaner galten nach einer herausragenden Gruppenphase als aussichtsreicher Titelanwärter und wohl fast jeder Beobachter malte sich bereits ein Finale zwischen den "Blauen" und den "Bullen" aus. Doch es kam ganz anders. Früh stand das Team vom Bospurus den asiatischen Edeltechnikern auf den Füßen und mogelte sich nach den beiden Führungstreffern über die Zeit. Angetrieben von den stimmgewaltigen Fans, welche unter den insgesamt 7.123 Zuschauern beste Stadionstimmung verbreiteten, war gegen Salzburg aber Endstation.
Mit dem zweiten Platz hat sich Besiktas im Vergleich zum Vorjahr gesteigert und zudem in Ibrahim Akinci den besten Torwart gestellt. Lange hielt er sein Team auch gegen Salzburg im Spiel und versuchte nach dem Abpfiff, auch die hitzigen Gemüter seiner Mitspieler zu beruhigen. Der Preis für den besten Verteidiger erhielt Salzburgs Kapitän David Gugganig, während im Mittelfeld und Sturm zwei Japaner herausragten: Spielmacher Kento Nakamura und Reo Hatate.