Nach 48 gespielten Minuten und dem vierten Tor der Rapidler war die Partie gegen Mühltroff im Grunde gewonnen, der fünfte Sieg in Serie sicher. Der BSC hatte bis dahin mit lautstarker Unterstützung der Nachwuchsabteilung unter Beweis gestellt, dass er nicht nur im Gegenpressing gute Qualität hat, sondern auch einen tief stehenden Gegner mit Verlagerungen, einem klugen Positionsspiel und etwas Geduld auseinanderspielen kann.
Alles war also angerichtet, um die Restspielzeit im zweiten Durchgang in Ruhe und kraftschonend zu Ende zu spielen. Dann bekommen die Kappler in der 54.Spielminute jedoch ein dummes Gegentor. Sie brachten zu diesem Zeitpunkt den Gegner wieder ins Spiel, der eigentlich gar nicht mehr wollte. Mühltroff hätte aus Kappler Sicht mit dem Ball totgespielt werden müssen. Stattdessen sei das Verhalten nach der klaren BSC-Führung „nicht erfolgsorientiert gewesen“, berichtete Rapid`s Trainer Florian Butter. Und weiter: „Dennoch ist es positiv, dass unsere Mannschaft am Ende weiter in der Erfolgsspur geblieben ist und die Jungs bis zum Schluss gierig auf weitere Tore waren“, fügte Butter hinzu.
Angesichts des erfolgreichen Saisonstarts und der berauschenden Offensivleistung der Chemnitzer (20 Tore) wirkt diese Aussage jedoch wie ein kleiner Makel. Beim abendlichen Essen im Vereinshaus des BSC Rapid merkte man, dass der Coach der Kappler gar nicht mehr selbst auf diese Unkonzentriertheiten hinweisen musste, sondern Richter, Weigel und Co. die Problematik selbst auffällig kritisch ansprachen. Das erfreute Butter natürlich.