Zwar hatte seine Elf kurz zuvor das Tabellenschlusslicht und zuletzt kurz vor der Auflösung stehende Hilal Duisburg mit 4:2 (1:1) besiegt, doch die Art und Weise, wie sein Team auftrat, brachte den erfahrenen Übungsleiter mächtig auf die Palme: "Es ist eigentlich beschämend, dass wir 4:2 gewonnen haben. Der Gegner tut mir wirklich leid und hätte ein Unentschieden verdient gehabt."
65 Minuten lang agierten die Möllener beim Sieg gegen den Tabellenletzten der Bezirksliga in Überzahl, ließen die Gäste durch ein überhebliches und fahrlässiges Auftreten aber gleich zwei Mal zurück ins Spiel kommen. Erst in den Schlussminuten sicherte sich Möllen noch mit viel Fortune den Sieg.
14 Stück hatten die Gäste aus Duisburg wenige Tage zuvor gegen Dostlukspor Bottrop eingeschenkt bekommen, doch in Möllen präsentierte sich Hilal von der ersten Minute an extrem engagiert und kampfstark. Als dann aber Abwehrspieler Kayhan Erol wegen eines wiederholten Foulspiels bereits in der 25. Minute den gelb-roten Karton sah, schien das Spiel endgültig in die Hände der bekanntermaßen spielstarken Möllener gefallen zu sein.
Torjäger Hakan Gül brauchte auch keine vier Minuten, um schließlich das überfällige 1:0 zu erzielen (29.). Anstatt in Überzahl aber weiter Druck auszuüben, ruhten sich die Hausherren in der Folge auf dem geschossenen Tor aus und erhielten drei Minuten vor dem Seitenwechsel prompt die Antwort. Franck Sylla traf nach einem Eckball per Kopf zum nicht unverdienten Ausgleich für die Gäste.
Auch im zweiten Abschnitt war Möllen zwar optisch überlegen, doch vor dem Tor versagten den Gastgebern gleich reihenweise die Nerven. Gül brauchte zunächst zwei weitere Anläufe, in denen er das leere Tor verfehlte, ehe er seine dritte große Möglichkeit zum 2:1 (71.) verwandelte.
Wer nun dachte, dass das Spiel endgültig gelaufen sei, musste eines besseren belehrt werden. Völlig ohne Not vertändelte Möllens Abwehrrecke Matthias Moelleken den Ball gegen die aufgrund von Verletzungen zu diesem Zeitpunkt nur noch zu neunt spielenden Gäste an der Mittellinie und leitete damit das Tor zum 2:2-Ausgleich ein. Diesmal war es Mohammed Ettaouil, der nach Vorlage des bärenstarken Patrick Certa den Ball unbedrängt an Möllens Torhüter Dominik Schäfer vorbeischieben konnte.
Anschließend machte Moelleken seinen Fehler durch ein Kopfballtor zum 3:2 wieder wett (86.), doch auch ein weiterer Treffer aus der Distanz von Mehmet Rustemi in der Nachspielzeit konnte die Laune von Radmacher nicht nachhaltig verbessern. "Einige Spieler in unseren Reihen halten sich für die Größten und zeigen dann so eine Leistung. Ich bin sprachlos", so Radmacher.