
Polnischer Olympia Club – THC Franziskaner FC II 4:1
15. Spieltag Freizeit Landesliga Staffel 2 Saison 2021/2022
Freitag, 25.02.2022 19:30 Uhr
Sportanlage Grüngürtel, Kr1
10 Zuschauer
Ich bin spät dran. Eigentlich ist der Sohnemann überpünktlich ins Bett verschwunden, aber ich habe vergessen, dass die Wäsche noch aufgehängt werden muss. An der Stelle brauche ich Mal Hilfe. Wie heißt dieses Metallgestell zum Aufhängen nasser Wäsche? Ich sage dazu Wäscheständer. Meine Frau sagt, dass heißt Wäschetrockner. Aber ein Wäschetrockner assoziiere ich mit einem Elektrogerät. Wie dem auch sei, ich musste einen Roller aktivieren, um nicht zu spät zu kommen. Leider fing es, direkt nachdem ich die Haustür hinter mir geschlossen hatte an, dicke Tropfen zu regnen. Durch den Fahrtwind auf dem Roller durchnässte sich der Stoff meiner Jeans so sehr, dass er schon wie eine zweite Haut an meinen Beinen klebte. Der Regen schlug mir dazu noch unangenehm ins Gesicht und als ich zur Seite sah, um meine Nase kurz mal aus dem Wind zu nehmen, erspähte ich meinen Lieblingsdönerladen. Hier hatte ich gestern eine super leckere Döner Box gegessen. Und weil die Strecke nur geradeaus ging und außer mir keiner auf dem Radweg unterwegs war, ließ ich meine Gedanken wandern. Der Döner an sich ist ja wohl das perfekte Argument für Migration und Völkerverständigung. Ein Gericht, welches seinen Ursprung in der Türkei hat, aber in Berlin erfunden wurde. Die Weiterentwicklung ist ganz klar die Döner Box. Dönerfleisch und Pommes mit Kräuter-oder Knoblauchsoße. Und kein Gericht dieser Welt steht so sehr für Weltfrieden wie Pommes. Sie sind, je nach Machart vegetarisch oder sogar vegan. Sie sind halal, koscher und verstoßen gegen keines der 10 Gebote. Sie bestehen aus Kartoffeln, welche erst durch Migration nach Europa kamen. Jeder auf diese Planeten kennt Pommes und ich glaube nicht, dass irgendjemand Pommes nicht mag.
Also Völker der Welt: esst mehr Pommes und lasst diesen scheiß Krieg sein!
Was ich nicht ganz so gerne essen ist Bigos. Aber was mir die polnische Küche nicht gibt, gibt mir der Polnische Olympias Club. Einer der vielen Vereine Berlins, die in Anlehnung an das Heimatland der kickenden Akteure erinnern soll. Und solche Vereine, egal ob in Berlin oder anderswo, machen das Leben und den Fußball in Deutschland bunter. Das war natürlich nicht der Hauptgrund, warum ich dieses Spiel anpeilte. Ich wollte einfach Fußball gucken und mich dabei mit meinem altem Kumpel Prinzesschen unterhalten. Aber in der aktuellen, politischen Lage wollte ich einfach Mal meine Meinung kundtun.
Ich traf also einige Minuten vor dem Anpfiff am Platz 1 der Sportanlage im Grüngürtel ein. Dieser Platz bietet bis auf die Bäume, die ihn umgeben, nichts. Kein Handlauf, keine Sitzgelegenheiten. Nicht mal Trainerbänke stehen hier. Trotzdem hat diese Anlage so ihren Charme, gerade bei Flutlicht. Prinzesschen erschient mit dem Anstoß und wie verlaberten die ersten Minuten mit alten Geschichten. Der Polnische Olympia Club spielte natürlich in den polnischen Nationalfarben. Im Grunde sah die Kombination aus weißen Trikots und roter Hose genauso aus, wie das Outfit der polnischen Nationalmannschaft. Die Gäste vom THC Franziskaner erinnerten mit ihren orangenen Trikots und schwarzen Hosen dafür sehr an das Nationalteam der Niederlande.
Das Spiel lässt sich eigentlich fix zusammenfassen: Die Jungs mit den weißen Oberteilen waren ganz klar besser und gingen nach einer halben Stunde in Führung.
Über die rechte Seite kam der Ball auf die Ecke vom Fünfer und wurde von dort in den kurzen oberen Winkel geditscht.
Obwohl beide Mannschaften punktgleich in dieses Spiel gingen, merkte man doch eine Überlegenheit des Heimteams. Folglich fiel das 2:0 keine fünf Minuten nach dem Führungstreffer.
Nach einer guten Kombination über mehrere Stationen gab es einen saftigen Schuss auf den Franziskaner-Kasten. Der Keeper war zwar schnell unten. Doch für diesen gewaltigen Schuss auf dem nassen Kunstrasen konnte er einfach nicht rechtzeitig zur Stelle sein. Mit dem 2:0 ging es in die Kabinen. Prinzesschen und ich waren uns einig, dass dieser, eigentlich knappe, Vorsprung trotzdem schon so etwas wie eine Vorentscheidung war. Wer noch zweifelte, wurde nach 50 gespielten Minuten eines Besseren belehrt. Ein eigentlich schwacher Schuss aus der zweiten Reihe rutschte dem Torwart der Gäste durch die Handschuhe. Er hechtete zwar dem Ball hinterher und hatte ihn im Nachfassen auch sicher. Aber er war bei dieser Aktion samt Spielgerät hinter die Torlinie geraten.
In der folgenden halben Stunde passierte nicht viel, außer dass das Wort „Kurwa“ wirklich oft zu hören war. Meistens nach einem der vielen kleineren Fouls, die jetzt verstärkt zu beobachten waren. Der Fluchende wurde dann von seinen Mitspielern beruhigt und erstaunlich oft viel in den Beschwichtigungsversuchen dann das Wort „Piwo“.
Zwei Tore gab es aber noch. Zuerst das 4:0 für den Olympia Club. Fünf Minuten vor dem Ende kam der Ball in den Strafraum der Gäste. Ein Verteidiger wollte die Pille wegschlagen, traf mit seinem Querschläger aber das Knie seines Mitspielers und von da schoss das Spielgerät ins Netz.
Die letzte Aktion, in der auch der Ehrentreffer für den THC fiel, war dann etwas merkwürdig. Franziskaner bekam einen Freistoß und in folge dessen flog plötzlich einer der Gäste mit Gelb-Rot vom Platz. Wir hatten nicht mitbekommen warum, aber wir bekamen die Ausführung des Freistoßes mit. Dieser wurde schön langgezogen und von der rechten Strafraumkante zurück nach innen geköpft. Der Keeper der Polen kam raus, flog aber unter Ball durch und konnte ihn nachdem wieder aufstehen direkt aus dem Netz holen. Allerdings landete er dann auch direkt wieder im Netz…im Ballnetz. Das Spiel war nämlich vorbei und wir machten uns auf den Weg nach Hause.
Ich war klitschnass und wirklich mies durchgefroren. Aber das war es wert.
Eat Pommes & make Love, not War!
der Kutten König.