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Patrick Künzer will am Ruder bleiben

Der Fußball-Bezirkstag Rems-Murr, der ursprünglich am vergangenen Freitag beim FC Oberrot geplant war, geht nun am morgigen Donnerstag in virtueller Form über die Bühne. Es werden dabei einige richtungsweisende Entscheidungen für die Zukunft erwartet.

von Backnanger Kreiszeitung / Heiko Schmidt · 26.05.2021, 06:00 Uhr · 0 Leser
Patrick Künzer will weiter am Ruder bleiben.
Patrick Künzer will weiter am Ruder bleiben. – Foto: Timo Babic

Vor sechs Jahren wurde Patrick Künzer als neuer Chef des Fußball-Bezirks Rems-Murr gewählt. Er setzte sich in einer Kampfabstimmung in Großaspach gegen die damalige kommissarische Amtsinhaberin Corinna Bäuerle mit 82:71 Stimmen durch. 2015 folgte dann die einstimmige Wiederwahl beim Bezirkstag in Schornbach. Patrick Künzer zieht ein positives Fazit aus seinen bisherigen sechs Jahren als Chef der Rems-Murr-Fußballer. „Die Nähe zu den Vereinen ist mir wichtig. Ich habe tolle Kontakte mit ihnen“, sagt der 57-Jährige Kraftfahrer. Er schiebt auch gleich nach: „Bezirksvorsitzender ist das schönste Ehrenamt für mich. Es ist zwar zeitaufwendig, es macht aber sehr viel Spaß.“ Dem gelernten Bäcker fällt deshalb schwer, etwas Negatives aus der Vergangenheit mit seinem Amt als Fußball-Bezirksvorsitzender zu finden. Eine Ausnahme gibt es aber. „Negativ waren die Übergriffe auf dem Sportplatz, die wir gelegentlich im Bezirk hatten.“

Für Patrick Künzer aus Weiler zum Stein ist klar, dass er am Ruder des Fußball-Bezirks bleiben möchte. Er tritt bei der Wahl beim diesjährigen Bezirkstag wieder an. Ein möglicher Gegenkandidat ist ihm nicht bekannt. Das gleiche Ergebnis brachte eine Umfrage unserer Zeitung bei einigen Vereinen. Die Veranstaltung findet anders als in der Vergangenheit wegen der Corona-Lage nicht in Präsenz statt. Der ursprünglich am vergangenen Freitag beim FC Oberrot geplante Termin wurde verschoben. Der Bezirkstag ist nun am morgigen Donnerstag um 19.30 Uhr in virtueller Form angesetzt. Das Interesse daran ist groß. Nahmen vor drei Jahren lediglich Verantwortliche aus 36 der insgesamt 84 Fußballvereine in Rems-Murr teil, so haben sich für die Videokonferenz 54 Klubs angemeldet. Das liegt mit Sicherheit auch daran, dass wichtige Punkte auf der Tagesordnung stehen.

Zum einen sind das die personellen Entscheidungen. Neben dem Bezirksvorsitzenden Patrick Künzer treten auch der Bezirksspielleiter Ralph Rolli und der Bezirkssportgerichts-Vorsitzende Rainer Lasartzyk erneut zur Wahl an. Außerdem müssen der Bezirksjugendleiter Antonio Agazio und der Bezirksschiedsrichter-Obmann Markus Seidl (Waiblingen) – er löst Michael Keller (Backnang) ab – bestätigt werden. Sie wurden bei ihren jeweiligen Versammlungen bereits gewählt. Zum anderen geht es auch um die Zukunft des Fußball-Bezirks Rems-Murr in seiner jetzigen Form. Der Württembergische Fußballverband (WFV) plant seit November 2018 eine neue Spielklassenstruktur, die bis zum Verbandstag im Jahr 2024 abgeschlossen werden soll. Der Grund sei ein Rückgang bei der Anzahl der Mannschaften. Favorisiert wird dabei das Modell 1-4-12 c. Das heißt, es sollen weiterhin eine Verbandsliga und vier Landesliga-Staffeln geben. Jedoch verringert sich demnach die Anzahl der Bezirksligen von 16 auf 12. Im gleichen Zuge sollen auch die Fußball-Bezirke von 16 auf 12 schrumpfen, da es wohl immer schwieriger sei, genug Ehrenamtliche zu finden. Die Rems-Murr-Kicker würden demnach in etwa mit der Hälfte aus Hohenlohe einen neuen Bezirk bilden.

Beschlossen werden sollen die Veränderungen beim WFV-Verbandstag, der aufs Frühjahr 2022 verschoben wurde und in Präsenz stattfinden soll. Dorthin entsendet jeder Bezirk seine Delegierten. Elf Personen plus der Bezirksvorsitzende werden es von den Rems-Murr-Fußballern sein. Jede Spielklasse muss berücksichtigt werden. Auch Vertreter aus der Jugend, aus dem Frauen-Bereich und aus dem Freizeitsport sollen zu diesem Personenkreis gehören. Patrick Künzer hat bereits elf Kandidaten dafür gefunden, die beim morgigen Bezirkstag gewählt werden sollen. Allerdings können sich weitere Interessenten noch bei der Videokonferenz melden. Auch vier Ersatzdelegierte sind möglich. „Alle Delegierte entscheiden, wie sie es für richtig erachten“, macht Künzer klar. Er weist darauf hin, dass keinem seine Meinung auferzwungen wird. Der amtierende Bezirksvorsitzende bleibt aber weiterhin bei seiner Meinung: „Für unseren Bezirk sehe ich keinen akuten Handlungsbedarf für eine Spielklassenstruktur. Wenn die Mehrheit der Vereine die Änderung möchte, werden wir uns nicht dagegenstellen.“

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