Oliver Parry packt aus
Prackenbachs Neuzugang spricht über die Gründe seines Wechsels und einige andere interessante Dinge
von Thomas Seidl · 16.09.2009, 10:01 Uhr · 0 Leser
Der Wechsel von Oliver Parry (27) von der SpVgg Plattling zum SV Prackenbach als Vertragsamateur sorgte ja mächtig für Wirbel, da der Defensivallrounder erst im Sommer von seinen Heimatverein SC Zwiesel, für den er 14 Jahre aktiv war, an die Isar wechselte. FuPa hatte nun die Möglichkeit mit Parry zu sprechen und der sympatische Polizeibeamte gab uns offene und ehrliche Antworten.
FuPa: Erste Frage- wie hast Du Dich beim SV Prackenbach eingelebt?
Parry: Ich bin ja bekanntermaßen erst seit 4 Wochen bei Prackenbach, aber bislang kann ich nur Positives berichten. Die Mannschaft ist intakt und möchte was erreichen, die Zuschauer stehen hinter der Mannschaft und die Vereinsführung macht einen äußerst kompetenten und motivierten Eindruck.
FuPa: Dein Wechsel von Plattling nach Prackenbach sorgte ja doch mächtig für Aufsehen, da Du ja eigentlich ein recht bodenständiger Typ bist und vorher ausnahmslos bei Deinen Heimatverein SC Zwiesel gespielt hast. Was waren die Gründe für den schnellen Abgang von der SpVgg Plattling?
Parry: Ja, es herrschte ein ziemlicher Rummel, der mich ehrlich gesagt schon etwas genervt hat. Wie üblich wurden viele Gerüchte gestreut. Fakt ist, dass es mir aufgrund meiner beruflichen Situation „fast“ nicht möglich ist an Samstagsspielen teilzunehmen. Die Spvgg Plattling sicherte mir zu, dass einige Spieltage Sonntag stattfänden, was sich jedoch im Nachhinein als falsch herausstellte. Prackenbach trägt seine Heimspiele ausnahmslos an Sonntagen um 17 Uhr aus. Da kann ich spielen. Nebenbei bemerkt empfinde ich die Bezirksliga Ost als wesentlich interessanter. Die Spiele werden einfach intensiver geführt. Vielleicht stimmst du mir ja sogar zu Tom!?
FuPa: Was für eine Rolle spielte Dein langjähriger Weggefährte Tobias Ehrenthaler bei dem Wechsel? Ihr seid ja gut befreundet und vor allen beim SC Zwiesel war man völlig geschockt von dessen Wechsel
Parry: Ich möchte vielleicht so in das Thema einsteigen. Tobias war mit der Situation in Zwiesel sehr unzufrieden. Nicht nachvollziehbare Verhaltensweisen von Personen im Verein waren wohl die Hauptgründe dafür. Wir haben die Entscheidung nach Prackenbach zu wechseln zusammen getroffen. Der Verein hatte bei unseren Treffen einen hervorragenden Eindruck gemacht und wir sind sehr froh über den Wechsel. Dass der SC geschockt war, kann ich auf einer Seite verstehen, auf anderer wiederum nicht. Tobias ist zweifelsohne einer der torgefährlichsten Mittelfeldspieler der Bezirksliga bzw. Oberliga gewesen und zählte seit Jahren zu den Leistungsträgern im Verein. So ein Spieler hinterlässt natürlich eine Lücke. Ich denke dass seine Qualitäten jedoch schon als selbstverständlich vom Verein angesehen wurden und das Augenmerk etwas zu sehr auf das verpflichten anderer Spieler gelegt wurde. Da war man etwas zu blauäugig. Tobias und mir wird vorgeworfen aus rein finanziellen Gründen gewechselt zu sein. Wer das denkt, dem werde ich seine „Illusion“ lassen.
FuPa: Apropos SC Zwiesel. Wie siehst Du die Entwicklung bei Deinen langjährigen Verein? Nach dem Ende der Ära der Familie Kagerbauer hat sich ja innerhalb der Fußballabteilung einiges getan, oder?
Parry: Was die Familie Kagerbauer über Jahre hinweg sowohl sportlich als auch außerhalb des Platzes für den SC geleistet hat ist einzigartig und nicht zu wiederholen. Dieses Engagement wurde im Nachhinein etwas unterschätzt und konnte nicht von jeder Person in seiner jeweiligen Tätigkeit beim SC erfüllt werden. Zahlreiche Rücktritte aus den verschiedensten Ämtern mit kuriosen Begründungen wurden vollzogen. Mit Norbert Winter hat der SC einen sehr fähigen Mann in seinen Reihen, dem jedoch einfach die Unterstützung fehlt. Die ganze Last der Sparte Fußball liegt auf seinen Schultern. Ich hoffe er kriegt es trotzdem irgendwie hin.
FuPa: Du hast ja in Deiner Laufbahn schon etliche Trainer erlebt, welcher von ihnen hat Dich bisher am meisten beeindruckt und welche Qualitäten muss ein Coach in der heutigen Zeit deiner Meinung nach haben?
Parry: Ganz klar, Franz Hackl und Gustav Kagerbauer. Beides sind ähnliche Typen. Am Spielfeld sehr impulsiv und absolute „Fußballpsychologen“. Beide können eine gewisse Euphorie auslösen und sind einfach 100prozentige. Franz hat den SC letzte Saison regelrecht wiederbelebt, als er die Mannschaft 5 Spieltage vor Schluss übernahm. Ohne ihn wären wir todsicher abgestiegen. Gust hat den SC nach dem Oberligaabstieg vor ein paar Jahren übernommen und den sofortigen Wiederaufstieg geschafft. Damals bahnte sich bereits der freie Fall an! Wer weiß was passiert wäre, wenn er nicht gekommen wäre?!Ich glaube der Fußball wird mittlerweile stark durch Taktik geprägt. Da viele Mannschaften mit Viererkette spielen, lässt sich das ja auch nicht vermeiden. Demnach muss ein Trainer heute vermutlich mehr im taktischen Bereich drauf haben als früher. In der Hinsicht ist wohl Viktor Stern an vorderster Stelle.
FuPa: Da Du ja jetzt innerhalb von drei Monaten bei drei Vereinen gespielt hast, würde mich Deine Einschätzung zu diesen interessieren. Wo landen der SC Zwiesel, die SpVgg Plattling und der SV Prackenbach wenn die Saison zu Ende ist!?
Parry: Oh je, jetzt schon eine Prognose abzugeben ist schwierig. Die Saison ist noch lang und die Tabellen werden sich noch gewaltig verschieben. Ich mach’s kurz: SC wird hart kämpfen müssen bis zum Schluss, Platz 11-13 Plattling spielt vorne mit, Platz 3-4. In Prackenbach ist alles möglich, der Kader ist klein und da dürfen nicht viele ausfallen, Platz 2-11