
9,1 Millionen Euro Schulden hätten die Offenbacher Kickers eigentlich zu tilgen. Da dies nur für die wenigsten Vereine in dern Niderungen des deutschen Fußballs zu schaffen ist, versuchen die Kickers nun die Existenz mit dem Gang durch die Insolvenz zu sichern. Die Drittliga-Lizenz wurde den Offenbachern verweigert, nun hofft man natürlich auf das Antrittsrecht für die Regionalliga Südwest. Freuen würden sich darüber ganz sicher auch die nordhessischen Mannschaften aus Kassel und Baunatal, würde solch ein Hessen-Derby doch einige Zuschauer in die Stadien locken. Nicht so erfreulich wäre dies für den 1. FC Eschborn, der dann den Gang in die Hessenliga antreten müsste. Grundvoraussetzung für die Viertklassigkeit der Offenbacher Kickers wäre neben dem Erteilen der Lizenz auch die Eröffnung des Insolvenzverfahrens vor dem 30. Juni. Ansonsten wäre der nächste Abstieg bereits besiegelt.
Für die Kickers verhielte sich die Situation dann ähnlich zu der von Alemannia Aachen. Die Aachener gehen derzeit ebenfalls den Weg der Entschuldung in der 4. Liga. Insolvenzverwalter Andreas Kleinschmidt hat dafür in den nächsten Wochen ebenso viel zu tun, wie die Vereinsführung der Kickers bei der Zusammenstellung des Kaders. Durch den Abstieg aus der 3. Liga sind die Verträge mit der bisherigen Mannschaft hinfällig. Vier Spieler haben immerhin bereits einen neuen Arbeitgeber gefunden. Trainer Rico Schmitt zeigte Bereitschaft, sich auch in der Regionalliga um die Trainingsleitung zu kümmern. Anders sähe dies sicher aus, sollte der einstige Bundesligist und DFB-Pokalsieger noch tiefer fallen.
Möglich wäre nämlich auch ein Antritt in der Hessenliga, wo die erste Mannschaft der Kickers dann den Startplatz der eigenen Reserve übernähme. Dies hätte dann ebenfalls zwei Auswärtsfahrten nach Nordhessen zur Folge, wo sich der OSC Vellmar und der FSC Lohfelden über einige Besucher aus Offenbach freuen würden. Interessant wäre es insbesondere für Schwalmstadt und Bad Soden, sollte der "Worst Case" in Offenbach eintreten. Im Falle eines Komplett-Rückzugs der Offenbacher - wie es beispielsweise 1998 den Kasselern erging - würde sich nämlich ebenfalls die Liga-Zugehörigkeit mehrerer Vereine ändern. Der 1. FC Schwalmstadt würde mit einem male doch noch in die Hessenliga aufsteigen, die SG Bad Soden träte in der kommenden Spielzeit in der Verbandsliga an. Aufstieg hin oder her, wünschen würde man so etwas wohl sicher keinem anderen Verein und dessen Anhängern.