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Oberliga-Rückblick: Heeslinger SC

Trainer Malte Bösch über Heeslingens durchwachsene Saison

von Zevener Zeitung/Demmer · 11.06.2024, 06:00 Uhr · 0 Leser
– Foto: FuPa Lüneburg

Zwölf Siege, elf Unentschieden und elf Niederlagen: So lautet die Bilanz einer Oberliga-Saison, die sich der Heeslinger SC anders vorgestellt hat. Mindestens 50 Punkte und ein einstelliger Tabellenplatz wurden verfehlt und es reichte nur zu Platz 11.

Fragt man den Heeslinger Trainer Malte Bösch nach seinem Fazit zur abgelaufenen Spielzeit und nach den Gründen für das mittelmäßige Abschneiden, gibt es nicht nur den einen Grund. Auffällig ist die fehlende Konstanz.

Nach einem sehr guten Start in die Saison mit sieben Spielen ohne Niederlage folgte ein ständiges Auf und Ab. Auf starke Leistungen folgten unerklärliche Leistungseinbrüche. Auffällig war zudem, dass dem Heeslinger SC die spielerischen Mittel fehlten, um sehr defensiv eingestellte Gegner in Verlegenheit zu bringen.

„Umschaltmomente, das können wir, aber wenn wir das Spiel machen müssen, haben wir Probleme“, so Bösch. Teammanager Steffen Lahde sieht es ähnlich. „Wir haben gegen Topmannschaften Topleistungen abgeliefert, aber gegen vermeintlich schwächere Gegner fehlten die Lösungen“, so Lahde. Es sei bezeichnend, dass man gegen die Absteiger kaum Punkte geholt, dafür aber die Topmannschaften geschlagen habe.

Auch der Trainer hat taktische Fehler gemacht

Dass es im Lauf der Saison nicht gelang, eben diese Lösungen zu erarbeiten, lag unter anderem daran, dass die vielen englischen Wochen gar keinen geordneten Trainingsbetrieb mehr zuließen.

Durchaus selbstkritisch sieht sich Bösch auch in der Rolle als Trainer. Auch er als Verantwortlicher an der Seitenlinie habe den einen oder anderen taktischen Fehler gemacht. „Wenn du als Trainer zur Halbzeit drei Spieler auswechselst, dann ist klar, dass du dich verzockt hast“, so der HSC Coach.

Als großes Handicap erwies sich die Verletzung von Darvin Stüve. Ohne den Mittelstürmer blieben zu viele Chancen ungenutzt. Mittlerweile ist der „Goalgetter“ wieder fit und trug dazu bei, dass man doch noch 55 Tore auf dem eigenen Konto verbuchen konnte.

Eigene Talente fördern und in die Mannschaft einbauen

Dem gegenüber stehen allerdings auch 56 Gegentore, was nicht unbedingt für die Defensivabteilung des Oberligisten spricht. „Wir haben teilweise mit einer sehr jungen Hintermannschaft agiert, waren in einigen Situationen nicht clever genug und dann passieren Fehler, aus denen man lernt und die man kein zweites Mal macht“, so Bösch.

Kurzum, die Aufgaben für die neue Saison sind breit gefächert. Da ist zum einen der Anspruch, eigene Talente zu fördern und in das Oberligateam einzubauen. „Eigengewächse“ wie Lem Spremberg, Fabio Gerken und Eren Badur haben sich im Lauf der Saison etabliert. Und in der zweiten Mannschaft gibt es noch Spieler mit sehr guten Perspektiven, die ebenfalls den Sprung in die erste Mannschaft schaffen können, so Bösch.

Das Potenzial der Mannschaft konsequent herausarbeiten

Da ist aber auch die Erkenntnis, dass der Heeslinger SC seine Möglichkeiten bei weitem noch nicht ausgeschöpft hat. „Wir alle müssen uns noch weiter entwickeln. Das gilt für die Mannschaft, für mich als Trainer und für uns als Trainerteam. Aus den Situationen, in denen wir spielerisch nicht überzeugt, oder Oliver Warnke und ich buchstäblich auf das falsche Pferd gesetzt haben, müssen wir lernen und es künftig besser machen“, so Bösch, der ab Ende Juni ein schlagkräftiges Team formen will.

Wie das „Gesicht“ des Heeslinger SC in der neuen Saison aussehen könnte, steht noch nicht endgültig fest. Bislang stehen fünf Abgängen sechs Neuzugänge gegenüber.

Philipp Bargfrede und Malik Gueye beenden ihre aktive Karriere. Nico Matern wird Trainer in Harsefeld, Max Ratzeburg wechselt zum Lüneburger SK und Dimitri Ferfelis folgt dem Ruf von Frisia Wilhelmshaven.

Neu im Team sind Tom Bütefür aus der A-Jugend des JFV AOBHH, Terry Becker kommt vom ehemaligen Ligakonkurrenten BW-Bornreihe. Mit Eric Köhler, Noel Lohmann und Peter Bolm haben drei Spieler aus Rotenburg in Heeslingen zugesagt und mit Justin Sauermilch konnte ein Regionalspieler für das Oberligateam verpflichtet werden.

Erster Härtetest gegen Regionalligisten in Elsdorf

Im Umfeld des Oberligisten gibt es ebenfalls Veränderungen. Betreuer Torsten Krüger macht aus beruflichen Gründen für eine Saison Pause. Seine Aufgaben übernimmt Jürgen Jech, der bereits zum Mitarbeiterstab des Oberligisten gehört. Nach mehrjähriger Pause kehrt Physiotherapeutin Luca Gerlach nach Heeslingen zurück. Sie tritt an die Stelle von Anja Princk, die sich künftig anderen Aufgaben widmet.

Obwohl die alte Saison gerade abgeschlossen ist, laufen die Vorbereitungen für die neue Serie bereits auf Hochtouren. So findet das erste Training bereits am 25. Juni statt. Der erste Härtetest folgt am 1. Juli im Rahmen der Elsdorfer Pokalwochen. Dann trifft man auf den Regionalligisten SV Drochtersen/Assel.