2025-12-03T05:51:34.672Z

Allgemeines
Der Novesia Cup war so gut wie vielleicht niemals zuvor.
Der Novesia Cup war so gut wie vielleicht niemals zuvor. – Foto: Marcel Eichholz

Novesia Cup kämpft um seine Zukunft

Das traditionsreiche Jugendfußballturnier sorgte bei seiner jüngsten Auflage auf der Anlage des PSV Neuss für Superlative. Dennoch macht sich Turniererfinder Klaus Vossen Sorgen. Er weiß noch nicht, ob und wie es weitergeht.

Ziemlich genau 25 Jahre ist es jetzt her, dass Klaus Vossen zusammen mit seinem Sohn Mario die Idee hatte, ein hochkarätiges Jugendfußball-Turnier auf die Beine zu stellen. Das Duo trainierte damals ein Nachwuchsteam bei der DJK Novesia Neuss. Und weil ein bisschen Glanz auf den Verein und auch die Stadt fallen sollte, war das Bestreben, auch den Nachwuchs von Topvereinen aus dem In- und Ausland anzulocken. Gleich bei der ersten Auflage war etwa der FC Schalke 04 mit einem gewissen Manuel Neuer im Tor zu Gast.

Doch bei aller Tradition haben sich im Laufe der Jahre Probleme ergeben, die Klaus Vossen als Triebfeder hinter dem Turnier nachdenklich gemacht haben. Der inzwischen 72-Jährige hatte sogar mit dem Gedanken gespielt, sich nach der jüngsten Auflage am Sonntag auf der Anlage des PSV Neuss von dem Turnier zu verabschieden. Doch davon ist er nach den Erlebnissen vom Wochenende abgerückt. Überraschungssieger wurde die C-Jugend von KAS Eupen aus Belgien. „Das war vielleicht der beste Novesia Cup, der je stattgefunden hat. Das hat mich nachdenklich gemacht“, erklärte Vossen.

Besonders warm ums Herz wurde Vossen mit Blick auf die Atmosphäre auf der Sportanlage am Stadtwald. Die Fans des erstmals teilnehmenden Teams von Fenerbahce Istanbul sorgten für Gänsehautmomente, die Familien von einigen Spielern reisten sogar eigens aus der Türkei an. Aber auch Anhänger des Turniersiegers aus Belgien waren zahlreich vertreten, insgesamt war der Besuch auf der PSV-Anlage aus Sicht von Vossen sehr zufriedenstellend: „An diesem Tag hat einfach vieles zusammengepasst, auch das tolle Wetter hat seinen Teil beigetragen.“ Doch bei aller Begeisterung hat der Erfinder des Novesia Cups nicht vergessen, was für ein Kraftakt es war, das Turnier in diesem Jahr auf die Beine zu stellen. In den Anfangsjahren ging es als Wettbewerb für D-Junioren noch im Jahnstadion über die Bühne, danach wurde der Standort und damit auch die ausrichtenden Vereine häufiger mal gewechselt. Zum Beispiel in der Nordstadt bei der SVG Weißenberg oder auf der Wolkeranlage mit der Unterstützung der DJK Rheinkraft. Vossen weiß also, was es heißt, nach neuen Partnern und Austragungsstätten zu suchen.

Doch nach der Corona-Pause in den Jahren 2020 und 2021 scheint das Geschäft noch schwerer geworden zu sein. Im vergangenen Jahr sprang die Holzheimer SG ein, in diesem Jahr nach längerer Suche der PSV Neuss. „Die Kooperation mit den Vereinen im Stadtgebiet funktioniert nicht gut, es ist schwer sie einzubinden. Und ich möchte nicht betteln“, sagte Vossen. Das gilt aber nicht nur für die Suche nach einem Klub als Ausrichter, der idealerweise auch über eine geeignete Spielstätte verfügt. Es geht auch um die Zusammenarbeit bei der Stadtauswahl. Bei dem Turnier sollen nämlich auch Neusser Talente die Chance erhalten, sich mit dem Nachwuchs der Topklubs zu messen. Doch in diesem Jahr gelang es nicht, rechtzeitig einen Verein zu finden, der Trainingszeiten zu Verfügung stellt, um eine vernünftige Vorbereitung auf die Veranstaltung zu ermöglichen. Erst kurz nach den Sommerferien war das beim PSV möglich. Themen, die Vossen während des Turniers mit Bürgermeister Reiner Breuer und Sportamtsleiter Uwe Talke besprach. Danach ist der 72-Jährige vorsichtig optimistisch, dass die Vorbereitungsphase für den Novesia Cup künftig wieder besser laufen könnte. Zumal die Kooperation mit den Profiklubs und den Sponsoren aus seiner Sicht sehr gut funktioniert.

„Das Turnier darf nicht sterben“, betonte Vossen auch vor dem Hintergrund der sportlichen Leistungen am vergangenen Sonntag. Insbesondere die Mannschaften aus Istanbul, Mönchengladbach und Eupen drückten dem Turnier ihren Stempel auf. Letztlich waren es die Belgier, die etwas überraschend die Nachfolge des Vorjahressieger Metalist Charkiw aus der Ukraine antraten. Zu einem echten Höhepunkt wurde das Endspiel zwischen Eupen und Istanbul, auch wegen der Stimmung durch die beiden sehr emotionalen Fanlager. Letztlich gewannen die Belgier 3:1. Und ganz leer ging auch der heimische Nachwuchs nicht aus. Das Team vom DFB-Stützpunkt Rhein-Kreis Neuss setzte sich in der Zwischenrunde 2:1 gegen die Niederländer von Fortuna Sittard durch.

Weil der Novesia Cup traditionell am ersten Sonntag nach dem Neusser Schützenfest stattfindet, steht für 2024 der 1. September als Termin. Klaus Vossen möchte unbedingt weitermachen, nennt aber zwei Voraussetzungen: „Wir brauche die bestmögliche Anlage in Neuss und die Stadtauswahl muss sich rechtzeitig vorbereiten können.“

Info: So lief der Novesia Cup 2023 beim PSV Neuss

Gruppe A: KAS Eupen - DFB-Stützpunkt 4:0, Fortuna Düsseldorf - VfL Bochum 0:0, VfL Bochum - KAS Eupen 3:0, DFB-Stützpunkt - Fortuna Düsseldorf 0:1, Fortuna Düsseldorf - KAS Eupen 0:2, VfL Bochum - DFB-Stützpunkt 5:0

Gruppe B: Fenerbahce Instanbul - Stadtauswahl Neuss 3:0, Borussia Mönchengladbach - Fortuna Sittard 4:0, Fortuna Sittard - Fenerbahce Instanbul 1:5, Stadtauswahl Neuss - Borussia Mönchengladbach 0:4, Borussia Mönchengladbach - Fenerbahce Instanbul 0:1, Fortuna Sittard - Stadtauswahl Neuss 4:1

Zwischenrunde: KAS Eupen - Borussia Mönchengladbach 6:5 n.E., Fortuna Düsseldorf - Stadtauswahl Neuss 5:0, Fenerbahce Instanbul - VfL Bochum 2:0, Fortuna Sittard - DFB-Stützpunkt

Endspiele: um Platz 7 - Stadtauswahl Neuss - Fortuna Sittard 0:2; um Platz 5 - Fortuna Düsseldorf- DFB-Stützpunkt 4:0: um Platz 3 - Borussia Mönchengladbach - VfL Bochum 2:0; um Platz 1 - KAS Eupen - Fenerbahce Istanbul 3:1

Aufrufe: 06.9.2023, 16:00 Uhr
NGZ / David BeinekeAutor