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Neue Klassen, neue Teams

Frauenfußball vor Spielklassenreform +++ Würges mit „Zweiter“+++ VfR 07 wieder auf Großfeld

von André Bethke · 13.06.2020, 10:00 Uhr · 0 Leser
Ob Runkels Anna Katharina Scheib (l.) in der nächsten Gruppenliga-Saison wieder auf die Kubacher Angreiferin Aylin Usludur treffen wird, bleibt abzuwarten.
Ob Runkels Anna Katharina Scheib (l.) in der nächsten Gruppenliga-Saison wieder auf die Kubacher Angreiferin Aylin Usludur treffen wird, bleibt abzuwarten. – Foto: Harald Höhnel

Limburg-Weilburg. Den Fußballerinnen im Kreis Limburg-Weilburg stehen Veränderungen bevor. Schon vor der abgebrochenen Saison wurde den Vereinen mitgeteilt, dass die Zahl der Gruppenligen in Hessen von sechs auf vier reduziert werden sollen. Dies könnte dazu führen, dass die Regionen Wiesbaden und Darmstadt in einer Spielklasse zusammengefasst werden. Die Fahrtstrecken zu Auswärtsspielen wären entsprechend länger. Damit sind nicht alle Clubs einverstanden. Positiv ist, dass der heimische Fußballkreis nach dem Aderlass der vergangenen Spielzeiten wieder ein Anstieg der Meldungen an Frauenteams verzeichnet. Das Tageblatt hat sich bei den Vereinen umgehört.

1. FFC Runkel

„Wir planen mit einer Mannschaft in der Gruppenliga und einer in der Kreisoberliga Wiesbaden“, blickt Trainer Michael Riegel in die Zukunft und gibt auch gleich ein Ziel für die erste Garnitur aus: „Wir wollen in die Verbandsliga aufsteigen, wobei hier auch noch ein Funke Hoffnung auf der Entscheidung des Verbandstages am 20. Juni liegt, als Relegant vielleicht doch noch aufzusteigen.“ Runkel lag zum Abbruch mit nur zwei Punkten Rückstand hinter dem BSC Schwalbach auf Platz zwei. Riegel sieht beide Teams „durch unsere Neuzugänge und Zugänge aus der eigenen Jugend seit der Winterpause bestens für die Saison 20/21 aufgestellt“. So verzeichnet der 1.FFC bis dato keinen Abgang, mit Andrea Schuster (SG Bornheim), Mareike Vermehren (Tübingen), Franziska Fink, Emma Hilfrich, Luisa Bettini, Lena Bettini, Leila Burggraf (alle SV Diez-Freiendiez), Greta Hilfrich (VFR Limburg), Zoe Kohlhepp, Chantal Linter, Emilia Nocker und Mara Schönbach (alle eigene Jugend) aber gleich zwölf neue Spielerinnen.

TuS Kubach

Das Team von Mathias Schwarzer profitierte als Drittletzter und nur einen Punkt vor dem Schlusslicht vom Abbruch der Saison. Der TuS Kubach will auch in der neuen Runde wieder in der Gruppenliga antreten. Wenn es zu einer Verschmelzung mit Darmstadt kommen wird, zieht Schwarzer mit seinen Frauen einen Wechsel in die Gruppenliga Gießen/Marburg vor: „Aber wie es genau laufen wird, steht noch nicht fest.“ Fest steht hingegen, „dass wir als Mannschaft aktuell so zusammen bleiben werden. Mit Neuzugängen befinden wir uns aktuell in Gesprächen, aber es ist noch nichts fix“, erzählt der Trainer. Mit der Vorbereitung will er sich noch Zeit lassen, „zumal die Vorgaben des HFV für uns aktuell kein vernünftiges Training mit einer gemeinsamen ,Apfelschorle‘ im Anschluss zulassen. Und dieses Gemeinschaftsgefühl macht in den Klassen, in denen wir uns bewegen, viel aus. Daher werden wir uns sicherlich bis zu den Sommerferien Zeit lassen“.

SG Oberbrechen/Selters

Als Tabellenzweiter der Kreisoberliga mit drei Zählern weniger als der SV Heftrich fühlt sich Christopher Roth durch den Abbruch der Chance auf die Meisterschaft beraubt: „Für die nächste Saison planen wir einen neuen Angriff auf die Tabellenspitze, was in unserer ausgeglichenen Liga jedoch sehr schwer wird“, schätzt der Trainer der SG Oberbrechen/Selters ein. Personell gibt es noch einige Fragezeichen: „Durch das eine oder andere Karriereende älterer Spielerinnen wird unsere Personaldecke sicherlich etwas dünner werden. Wir hoffen jedoch, mit frischem Blut und neuer Motivation einige Frauen zu überzeugen, die Fußballschuhe noch nicht an den Nagel zu hängen.“

RSV Würges

Punktgleich mit der SG Oberbrechen/Selters lag auch der RSV Würges zum Zeitpunkt des Abbruchs der Runde noch aussichtsreich im Rennen. Mit der Taunuself wird auch in der nächsten Spielzeit wieder zu rechnen sein. Dabei profitiert der Verein von seiner guten Jugendarbeit: „Wir werden zwei Mannschaften melden“, kündigt Trainer Achim Schweikart mit Blick auf einen Zuwachs von gleich 13 Spielerinnen aus den eigenen B-Juniorinnen an. Würges II wird dann unter Coach Holger Hofmann in der Kleinfeldrunde antreten. Den Informationsfluss durch die Klassenleitungen empfindet Schweikart derweil als verbesserungswürdig: „Eventuell gibt es neue Spielklassen, da die Hessenliga und die Verbandsligen aufgestockt werden sollen. Ob das noch aktuell ist? Keine Ahnung. Wir bekommen überhaupt keine Infos über den weiteren Ablauf. Das ist in Hinsicht auf die Planungen sehr schlecht. Soweit ich weiß, werden auch einige Mannschaften in den Kreisoberligen den Spielbetrieb einstellen.“

SG Merenberg/Obertiefenba.

Auch Heinz-Josef Pabst hadert mit dem Informationsfluss: „Obwohl uns über einen Termin für die neue Spielrunde bisher so gut wie keine Infos vorliegen, haben wir dennoch letzte Woche wieder mit dem Trainingsbetrieb begonnen.“ Einig sei man sich bei der SG Merenberg/Obertiefenbach, „dass wir für die neue Saison melden. In welcher Klasse, ob der Regionsoberliga oder einer anderen, ist natürlich abhängig von den Festlegungen der zuständigen Gremien“, sagt der Teamverantwortliche der Kombinierten. Da die bis zum Abbruch auf Platz sechs stehende SG bis dato keine Abgänge verzeichnet und auch Neuzugänge derzeit noch nicht endgültig feststehen, rechnet Pabst nicht mit großen Änderungen im Kader.

SG Thalheim/Wilsenroth

Still ruht der See im Westerwald. Detlef Schmidt von der Frauenfußballabteilung des SV Thalheim sagt nur: „Wir hoffen, dass alles so bleibt, wie es ist. Von Zu - oder Abgängen ist bisher nichts bekannt.“

VfR 07 Limburg

Nach einer Durststrecke mit der Abmeldung einer Mannschaft und einer Teilnahme nur an der Kleinfeldrunde will der VfR 07 Limburg in der nächsten Saison wieder in der Regionsoberliga durchstarten. Trainer Oliver Roos hat nach den Zugängen Nora Hörning (RSV Würges) sowie Marta Klämt, Fenja Streim, Luisa Hörter und Franziska Ringel (alle eigene Jugend) dann wieder einen deutlich breiteren Kader zur Verfügung.