
Mario Rollhaus war vor dem Spiel in der komfortablen Situation, dass ihm die exakte Elf aus der Vorwoche zur Verfügung stand und auch die Bank wieder gut gefüllt war. So gab es lediglich eine Änderung: Der zuletzt starke Bastian Götting, der direkt von der Arbeit kam, bekam eine kleine Erholungspause und wurde durch Benjamin Götz ersetzt, der in der Vorwoche eine Gelbsperre absaß. Yves Katte auf der anderen Seite hatte zwar ebenfalls ein gutes Kontingent aus dem er schöpfen konnte, doch standen ihm an diesem Tag keine Spieler aus der ersten Mannschaft zur Verfügung und so sagte er hinterher: „Wir waren nahezu chancenlos. Neinstedt ließ fast keine gefährlichen Chancen zu und spielte schnell sowie gefällig nach vorn“ und bemängelte dabei vor allem die Schwächen im Aufbauspiel seines Teams.
Auf dem aufgeweichten Rasen wurde relativ schnell deutlich, dass es die Germanen waren, die das Heft in die Hand nehmen und das Spiel kontrollieren wollten. Aus einer erneut starken Defensive spielten sich die Gäste schon in der Anfangsphase einige Male flach und ansehnlich nach vorn, kamen bis dato aber nur zu wenigen Abschlüssen, die allesamt ungefährlich blieben. Doch mit der ersten Großchance gingen sie direkt in Führung: Nach einem Einwurf drehte sich Kevin Knopf geschickt um seinen Gegenspieler und passte flach vor das Tor, wo Kapitän Gabriel Schwarzloos eingelaufen war und vollenden konnte (19.). Die Rollhaus-Elf lief weiter an und wurde wenig später erneut belohnt: Tobias Fahldieck zog in der gegnerischen Hälfte an drei Leuten vorbei und steckte im perfekten Moment in den Lauf von Andy Drechsel durch, der allein vor Heiko Meißner souverän einschob - 0:2 nach 27 Minuten. Und es war genau dieser Treffer, der sinnbildlich war für das Spiel und der Mario Rollhaus ins Schwärmen brachte: „Unser immer stärker werdendes Flügespiel war heute eindeutig der Schlüssel zum Sieg.“ Chancen, die Partie sogar noch vor der Pause zu entscheiden waren da, so scheiterte Kevin Knopf nach Fahldieck-Flanke mit einem Schuss aus der Drehung am Pfosten und zielte wenig später von der Strafraumgrenze etwas zu hoch. Die Westerhäuser hatten vor der Pause eine kurze Drangphase, in der Sebastian Beyer Karsten König mit einem cleveren Freistoß auf's kurze Eck prüfte. Aber weder damit noch mit der Eckenfolge im Anschluss sollte ein Torerfolg gelingen.
Bereits in der Vorwoche in Bad Suderode führten die Germanen zur Pause mit 2:0 und Rollhaus und Fiebig appellierten daran, die schnelle Entscheidung zu suchen. Auch mit dem Wissen im Hinterkopf, dass die Neinstedter in der Vorsaison bei ihrem Auftritt auf dem Wolfsberg in einem verrückten Spiel eine 4:1-Führung noch aus der Hand gaben und sich letztlich nach zwei Westerhäuser Toren in der Schlussminute nur mit einem 5:5 begnügen mussten. Doch die Gefahr, dass das Spiel einen ansatzweise ähnlichen Verlauf nehmen könnte, war zu keiner Zeit gegeben. Zu souverän tritt diese Neinstedter Mannschaft momentan auf. Und zu harmlos waren die Gastgeber letztlich im Spiel nach vorn. So gab es im zweiten Durchgang auch nur zwei kritische Momente zu überstehen, als einmal Nico Hollmann nach einer flachen Hereingabe kurz vor dem Tor an den Ball kam, aber noch entscheidend gestört werden konnte und somit nicht zum Abschluss kam und im weiteren Verlauf ein Freistoß aus aussichtsreicher Position gepfiffen wurde, den Stephan Gericke allerdings deutlich verzog. „Ich hätte mir das vorentscheidende 3:0 deutlich früher gewünscht“, merkte Rollhaus zu dieser Phase des Spiels an. Zwar hatten die Neinstedter nach wie vor die deutlich größeren Feldanteile, aber nicht mehr den ganz großen Zug zum Tor. Es waren meist Fernschüsse, die für die größte Gefahr sorgten. Fahldieck hatte mit seinen zwei Versuchen aber ebenso wenig Glück wie Götz, der die Kugel nach einem Solo aus der eigenen Hälfte kommend aus 25 Metern an die Querlatte nagelte. Als Fahldieck Drechsel erneut in Szene setzte, scheiterte auch dieser am Aluminium. So dauerte es bis in die 80. Minute, ehe Germania das Spiel endgültig entschied: Andy Drechsel spielte Dennis Grützemann auf rechts frei und dieser bewies trotz freier Schussbahn Übersicht und passte erneut zurück auf Drechsel, der den Ball nach kurzer Annahme ansehnlich in den Winkel schlenzte.
Bei diesem 3:0 blieb es letztlich und die Germanen hatten mit einem erneut beeindruckenden Auftritt den siebten Sieg in Serie eingefahren. Waren es zuvor noch größtenteils schwächer platzierte Gegner, gewann man diesmal bei einem bis dato (auf dem Rasen) unbezwungenen Team. Vor allem die Defensive muss man derzeit hervorheben, war es doch das vierte Spiel hintereinander ohne Gegentor. Rollhaus und Fiebig haben inzwischen ein System (und eine Zusammensetzung) gefunden, das immer besser funktioniert. Organisiert von Cornelius Lindau und Daniel Böhnstedt im Abwehrzentrum, setzen Peter Wobser und Bastian Götting bzw. Benjamin Götz auf den Außen auch offensiv ihre Akzente. Abgesichert werden sie dabei von der immer präsenten sowie kampf- und spielstarken Doppelsechs aus Jakob Ewald und Dennis Grützemann.
Die Germanen sind nun zwei Wochenenden ohne Partie bevor am 4.4. im ersten Heimspiel des Jahres 2015 mit der SG Stahl Blankenburg/Timmenrode ein weiteres Spitzenteam wartet.