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Nassery stellt Strafanzeige gegen Schiedsrichter

Schwerer Vorwurf gegen einen Schiedsrichter aus dem Sportkreis Gütersloh. Bei der Partie SC Espeln gegen DJK Paderborn soll es zu ausländerfeindlichen Beschimpfungen gekommen sein

von Hartmut Kleimann · 17.04.2016, 19:05 Uhr · 0 Leser
Stellte Strafanzeige: Babrak Nassery, Trainer des Paderborner A-Ligisten DJK SSG Paderborn, fühlt sich von Schiedsrichter Uwe Jahn rassistisch beleidigt. F: Bokun
Stellte Strafanzeige: Babrak Nassery, Trainer des Paderborner A-Ligisten DJK SSG Paderborn, fühlt sich von Schiedsrichter Uwe Jahn rassistisch beleidigt. F: Bokun
In der A-Liga-Begegnung zwischen dem SC Espeln und DJK/SSG Paderborn waren die Karten am Freitagabend durch einen 5:0-Erfolg der Gastgeber klar verteilt. Dennoch stand am Ende der Schiedsrichter im Mittelpunkt
Obwohl sich alle auf dem Platz recht gut verstanden, habe es der Unparteiische fertig gebracht, beide Teams gegen sich aufzubringen. So habe er zum Beispiel einmal mehrfach einen Einwurf wiederholen lassen, weil er nicht genau an der Stelle ausgeführt worden war, die der Schiedsrichter für richtig befunden habe. Besonders die DJK-Spieler standen dabei im Fokus. In einer Situation hat Babrak Nassery, Trainer der DJK Paderborn, den Unparteiischen dann angesprochen, warum er seine Spieler permanent duze. Daraufhin habe Uwe Jahn, Schiedsrichter aus dem benachbarten Sportkreis Gütersloh vom SV Germania Westerwiehe, Nassery aufgefordert Deutsch mit ihm zu sprechen. Weil man ja schließlich in Deutschland sei. Eine Aufforderung, die Nassery ein wenig erstaunte. Schließlich ist er seit 36 Jahren in Deutschland und der deutschen Sprache durchaus mächtig. Im weiteren Verlauf der Diskussion verwies der Schiri den DJK-Trainer des Feldes. „Dabei hat er mich mit scheiß Ausländer beschimpft“, so Nassery.
David Finnelly, Fußballabteilungsleiter der DJK, beobachtete die Szene aus der Distanz. „Plötzlich war unser Trainer stinksauer. So habe ich ihn noch nie erlebt“, so Finnelly, der überzeugt davon war, dass „da etwas Außergewöhnliches passiert sein musste.“ Sein Co-Trainer Christopher Spyrka habe wenig später die Beleidigungen des Unparteiischen bestätigt.
Nach dem Spiel informierte Nassery den Schiedsrichter darüber, den besagten Satz so nicht im Raum stehen lassen zu wollen und Strafanzeige zu erstatten. Der Schiedsrichter konterte dies mit dem Satz, Nassery dann seinerseits anzeigen zu wollen, weil der ihn geschlagen habe. Dies aber konnte keine der Beteiligten Personen bezeugen. Direkt nach Spielende erstattete Nassery bei der Polizei Anzeige. Dazu wird es eine Verhandlung vor der Fußball-Spruchkammer geben. Der Schiedsrichter selbst wollte sich auf Anfrage nicht äußern und verwies nur auf seinen Schiedsrichterobmann aus dem Kreis Gütersloh. Juan de Cruz Pujades wusste bereits von dem Vorfall und hatte auch den Sonderbericht gelesen. „Er bestreitet darin, diesen Satz gesagt zu haben. Er ist ein langjähriger Bezirksliga-Schiedsrichter, der mit so einem Spiel eigentlich nicht überfordert ist“, sagte de Cruz.