
Siege, so heißt es, sind gut für das Selbstvertrauen, Niederlagen sind es nicht. Wenn das stimmt, dann dürften am Sonntag auf der Zuffenhäuser Schlotwiese zwei ziemlich verunsicherte Fußballmannschaften das Landesligaspiel zwischen N.A.F.I. Stuttgart und dem TSV Weilimdorf bestreiten. Es ist praktisch ein Duell der frisch Gebeutelten. Denn schließlich hat N.A.F.I. am Sonntag mit 0:2 gegen den FC Frickenhausen verloren, der seinerseits einen Spieltag davor mit 0:8 unter die Räder gekommen war. Nicht viel besser erging es den Weilimdorfern. Die mussten am Dienstag beim 1. FC Bargau ran, der zwar in den sechs Spielen zuvor erst einen Punkt geholt hatte, aber dann gegen die Weilimdorfer den ersten Saisonsieg feiern durfte.
Inzwischen sind die Wunden geleckt, die Patzer und Pannen aufgearbeitet. Es gilt einen – in beiden Fällen zuversichtlichen – Blick nach vorne zu richten. Manfred Porubek, Sportlicher Leiter der Weilimdorfer, setzt dabei auf die Unberechenbarkeit seiner Mannschaft: „Ich vermute, dass an diesem Tag so ziemlich alles für uns möglich ist.“ N.A.F.I.-Spielertrainer Damir Bosnjak, der in der Saison 2013/2014 zusammen mit seinem Bruder Daniel Bosnjak für einige wenige Monate dem damaligen Weilimdorfer Landesligakader angehörte, zieht die Motivation für das Derby dagegen aus der Vergangenheit. „Wir haben da noch eine Rechnung aus der Bezirksliga zu begleichen“, sagt Damir Bosnjak. Denn nach dem Abstieg des TSV zurück in die Bezirksliga und dem Aufstieg von N.A.F.I. in diese Spielklasse lieferten sich beide Mannschaften in der Saison 2015/2016 ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel. Das entschieden die Weilimdorfer für sich, die am Ende der Runde vier Punkte Vorsprung auf N.A.F.I. hatten. Nicht zuletzt deshalb, weil sich die damals von Marco Scheel trainierte Mannschaft in den beiden direkten Duellen gegen den Titelrivalen einen 2:1-Erfolg und ein 1:1-Remis verbuchen konnte.
Seinerzeit hatte Andreas Simic in beiden Begegnungen für den TSV Weilimdorf getroffen. „Ich hoffe sehr, dass er bis zum Sonntag wieder fit wird“, sagt Porubek über den Mittelfeldspieler, der bei der Partie in Bargau schmerzlich vermisst worden war. Erstens wegen seines Einsatzwillens, zweitens wegen seiner Zweikampfstärke, drittens wegen seiner Art zu kicken. „Er ist ein unglaublich gradliniger Spieler, der das Spiel auch mal schnell machen kann“, lobt der Sportliche Leiter der Weilimdorfer.
Apropos schnell: Bei N.A.F.I. kehrt ein Akteur zurück, der meist mit reichlich Tempo über die linke Angriffsseite wirbelt. Ugur Capar, nebenbei noch torgefährlichster Spieler bei N.A.F.I., hat seine Sperre abgesessen. „Er ist einer unserer wichtigsten Spieler“, sagt Bosnjak über den technisch versierten Flügelflitzer. Allerdings schließt der N.A.F.I.-Coach weitere Änderungen in der Anfangsformation nicht aus. „Es ist wichtig, dass wir jetzt die Kurve kriegen“, sagt Bosnjak. Mit einem Sieg würde der Liga-Neuling den TSV Weilimdorf in der Tabelle überholen. Was ganz im Sinne von Damir Bosnjak wäre: „Je mehr Teams da hinten drin hängen, umso besser für uns.“
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