
Glückwunsch zum gelungenen Saisonstart. Atalanta Bergamo hat souverän gewonnen und wieder einmal für ein torreiches Spektakel gesorgt.
Robin Gosens Wir sind zufrieden. Und wir sind auch unserem Markenzeichen treu geblieben, dem bedingungslosen und extrem laufintensiven Offensivspiel. Viele Tore fallen bei uns in fast jeder Partie. Nicht von ungefähr haben wir in der Vorsaison beinahe 100 Treffer erzielt und damit die torhungrigste Mannschaft in der Serie A gestellt.
Sie selbst haben in der Begegnung immer wieder die Offensive Ihrer Mannschaft angekurbelt und gute Kritiken erhalten. Sie haben nahtlos an die starken Auftritte in der Saison 2019/20 angeknüpft, als Sie als linker Flügelspieler neun Tore in den Punktspielen erzielt haben.
Gosens Ich hätte mich auch in Turin belohnen können, denn eine gute Torchance habe ich in der Partie gehabt. Die kann man nutzen. Dennoch war mein Auftritt in Ordnung.
Wie lautet die Zielsetzung von Atalanta Bergamo für die gerade gestartete Saison?
Gosens Wir wollen uns auf jeden Fall oben in der Tabelle etablieren und mit den großen Mannschaften messen. Wir haben Champions-League-Luft geschnuppert und wollen auch im dritten Jahr in Folge die Qualifikation für die Königsklasse schaffen.
Und Ihre persönlichen Ziele?
Gosens Ich möchte mich mit guten Leistungen weiter für die Nationalmannschaft empfehlen. Die Nominierungen und Startelf-Einsätze in den Partien gegen Spanien und die Schweiz taten enorm gut. Sie haben aber auch gezeigt, dass ich in Bergamo nicht ganz so viel falsch gemacht habe. Ich glaube, dass ich in der Vorsaison die beste Spielzeit meiner bisherigen Profikarriere abgeliefert habe. Dieses hohe Niveau will ich bestätigen und konstant bieten.
Auf Sie wartet ein Riesenprogramm. Wie bewältigt man solch ein Pensum? Denn neben den vielen Aufgaben, die mit Atalanta Bergamo auf Sie warten, kommen vermutlich auch noch Länderspieleinsätze hinzu. Schon im Oktober wird das DFB-Team dreimal antreten müssen.
Gosens Tatsächlich müssen wir fast jeden dritten Tag spielen, das stellt in der Tat eine gewaltige Herausforderung dar. Man muss vernünftig regenerieren und sich ausschließlich auf den Fußball fokussieren. Natürlich muss auch der Trainer reagieren und bei den Aufstellungen rotieren. Das ist bei uns auch möglich, da wir mittlerweile einen qualitativ guten und breit aufgestellten Kader haben. Wir haben in Bergamo mit Gian Piero Gasperini einen ganz erfahrenen Coach, der mit dieser Situation sicherlich umzugehen weiß.
Die erste kurze Erholungsphase wird es in der Winterpause geben. Wie erholen Sie sich?
Gosens Selbst diese Pause ist nur von ganz kurzer Dauer. Am 23. Dezember steht noch ein Meisterschaftsspiel in Bologna an, das nächste folgt schon am 3. Januar im eigenen Stadion gegen Sassuolo. Die Folge dieser dicht getakteten Spielplanung ist, dass ich bereits am 28. Dezember wieder in Bergamo sein muss. Dann steht schon die erste Übungseinheit unter Gian Piero Gasperini an. Nichtsdestotrotz werden meine Freundin und ich die Weihnachtstage bei unseren Familien in Elten beziehungsweise Praest verbringen. Die Vorfreude auf diese Tage ist bei uns beiden natürlich riesengroß.
In italienischen Medien wird nach wie vor darüber spekuliert, dass Sie bei Andrea Pirlo, dem Trainer von Abonnement-Meister Juventus Turin, auf der Wunschliste ganz oben stehen sollen. Wie ist der Stand der Dinge? Zumal das Transferfenster noch bis zum 5. Oktober geöffnet ist.
Gosens Natürlich lese ich auch solche Meldungen, doch es gibt in der Sache zum jetzigen Zeitpunkt nichts Neues zu berichten. Mein Fokus ist auf Atalanta ausgerichtet. Bergamo ist eine wunderschöne Stadt. Und in sportlicher Hinsicht konnte es hier ja bislang auch kaum besser für mich laufen.