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MCH-Kicker begeistern die Fans

Futsal-Bundesliga: Beim 4:0-Erfolg gegen St. Pauli genießen die Sennestädter den Umzug in die Seidensticker-Halle und werben vor fast 500 Zuschauern für den schnellen Sport.

von Nicole Bentrup · 11.09.2023, 15:51 Uhr · 0 Leser
– Foto: Andreas Zobe

Außentemperatur 30 Grad, Temperatur innen: gefühlt 50 Grad. 477 Zuschauer trotzten der Hitze und pilgerten am Samstag in die Seidensticker-Halle. Dort sahen sie einen 4:0 (2:0)-Heimsieg des MCH Futsal Club gegen den FC St. Pauli.

„Cool“, „wow“, „geil“ waren die meistbenutzten Worte der MCH-Kicker als sie die Halle betraten und mit großen Augen staunend in das weite Oval blickten. Da herrschte eine ganz andere Atmosphäre als in ihrer sonst üblichen Heimstätte in der Sporthalle Süd in Sennestadt. Die Spieler hatten sich mit dem Umzug ein Highlight erhofft – und es wurde eins.

Zwei Doppelschläge knockten die wacker kämpfenden Paulianer, die mit Zug und Bus angereist waren, letztlich aus. Zunächst war es Vidoje Matic, der den MCH nach sieben Minuten in Führung brachte. Nur wenige Sekunden später ließ MCH-Kapitän Aytürk Gecim das 2:0 folgen (8.). Matic: „Das ist schon ein verdammt gutes Gefühl, wenn du vor einer solchen Kulisse in einer solchen Halle ein Tor machst und die Leute auf der Tribüne ausflippen.“ Gecim pflichtete ihm bei: „Das kann man gar nicht so richtig beschreiben. Es ist einfach ganz anders als sonst. Cooler.“ Die MCH-Verantwortlichen hatten sich entschlossen, nur einen Block in der Seidensticker-Halle zu öffnen, um die Zuschauer geballt zu versammeln. Dieser Plan ging auf. Von 564 möglichen waren 477 Plätze belegt. Das machte Eindruck.

Von ganz jung bis ins hohe Alter waren die Menschen in Scharen erschienen. Die wohl älteste Besucherin, Marianne Koslowski (91), feierte ihre ganz persönliche Futsal-Premiere: „Das war flott und wirklich spannend“, sagte sie mit Glanz in den Augen und fügte hinzu: „Ich glaube, das schaue ich mir jetzt öfters an. Das ist viel interessanter als ein normales Fußballspiel.“
Die MCH-Akteure waren über die gesamten 40 Netto-Minuten das klar überlegene und spielbestimmende Team. Zahlreiche Abschlüsse gingen auf das Konto der ganz in schwarz gekleideten Bielefelder. MCH-Coach Cleverson Pelc: „Bei den vielen Chancen hätten wir einige Tore mehr erzielen müssen.“ Zur Halbzeit blieb es jedoch beim 2:0.

Auch St. Pauli hatte einige ganz aussichtsreiche Torabschlüsse, doch MCH-Goalie Nicolas Pacheco entschärfte sie mit diversen Paraden. Der Keeper sagte: „Der Sieg heute war extrem wichtig, auch dass wir es mal geschafft haben, zu Null zu spielen. Das gibt uns ein gewisses Selbstvertrauen und zeigt, dass wir es können.“ In der zweiten Halbzeit schwanden die Kräfte bei St. Pauli. Zwar konnte sich Hamburgs Schlussmann Zhalil Boroshonov noch einige Male durch gehaltene MCH-Abschlüsse auszeichnen, gegen Furkan Ars (34.) und Luis Drees (35.) war aber auch er machtlos. Drees traf in bester Thomas-Müller-Manier, indem er den sprungreduzierten Ball irgendwie zum 4:0 über die Linie stocherte. „Ich stand einfach zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort“, erzählte er breit grinsend. Das zeichnet einen guten Pivot, der Drees ist, eben aus.


Mario Ermisch, sportlicher Leiter beim MCH, verfolgte das Geschehen von der Tribüne aus: „Für den Sport war es enorm wichtig, dass wir in der Seidensticker-Halle gespielt haben und auch gewonnen haben. Es liegt aber noch einiges an Arbeit vor uns.“ Die Futsal-Bundesliga-Saison ist noch jung und der MCH hat ein enormes Entwicklungspotenzial. Trainer Pelc: „Wir wachsen von Woche zu Woche immer mehr zusammen.“ Nun folgt eine Länderspielpause, bei der sechs Bielefelder mit der deutschen Nationalmannschaft unterwegs sind.