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Mario Salogga: Respekt vor der Oberliga, ein Lob an den Verband

Der Oberliga-Check mit Mario Salogga, dem Sportlichen Leiter des FC Kray.

von André Nückel · 25.07.2020, 12:00 Uhr · 0 Leser
Als Sportlicher Leiter des FC Kray war für Mario Salogga die Coronavirus-Pause alles andere als Urlaub. Das Telefon des Funktionärs stand quasi nicht still. Im Oberliga-Check spricht der 34-Jährige über seine Mannschaften, die neue, große Oberliga und richtet sich mit einem Lob an den Fußballverband Niederrhein.

Wie ist der Verein mit der Corona-Pause umgegangen?
Salogga: Es hat viele Telefon und Videokonferenzen gegeben, um die weitere Vorgehensweise innerhalb des Vereins zu besprechen. Im sportlichen Bereich hat es einen täglichen Austausch mit Dennis Brinkmann gegeben, um den neuen Kader zu planen. Es war für uns alle eine ungewohnte Situation aber ich denke, wir haben das Beste aus der Situation gemacht.

Seit wann bzw. ab wann trainiert Ihr bzw. trainieren Sie wieder? Wie sehr werden das Training und die Testspiele in Ihren Augen durch das Coronavirus beeinträchtigt?
Salogga: Wir sind seit dem 9. Juli in der regulären Vorbereitung. Wir haben bewusst so früh mit der Vorbereitung begonnen, da die meisten Spieler sich seit Mitte März nur selbst fithalten konnten und einiges an Fitness auf der Strecke geblieben ist. Wir wollen bis zum 6. September jedem Spieler genug Einsatzzeiten in Testspielen geben, damit jeder Spieler wieder auf ein gewisses Level kommt und zum Start bereit für eine lange Saison ist. Wir haben uns den Gegebenheiten gut angepasst und versuchen so professionell wie möglich mit den Einschränkungen umzugehen.

Welche Veränderungen gibt es im Team?
Salogga: In unserer Mannschaft gab es eine Vielzahl an Veränderungen. Angefangen im Trainerteam, das mit Dennis Brinkmann einen neuen Cheftrainer bekommen hat. Die Position des Co-Trainers teilen sich mit Pedro Trujillo (Adler Riemke) und Hakan Öztürk (vorher FC Kray II) zwei klasse Leute, die hervorragend zu unserem Verein passen.

Spielertransfers Zugänge: Christian Büttner (Adler Union Frintrop), Sertac Tepe (SF Katernberg 19), Nusret Miyanyedi (TuS Sinsen), Emir Alic (FSV Duisburg), Ozan Simsek (Concordia Wiemelhausen), Lucas Goy (VfL Bochum U19), Emrah Uzun (TuS Hordel), Max Fleer (RW Oberhausen U19), Mergim Deljiu (SV Hilbeck), Angelos Pavlidis (Cronenberger SC) und Mohamed Said (eigene U19) sind die bisherigen Neuzugänge.

Abgänge: Stefan Jaschin, Yassine Bouchama, Duc Anh Nguyen Nhu (alle SV Straelen), Nico Köhler, Robin Köhler (beide VfB Frohnhausen), Kevin Barra (Spvg Schonnebeck), Philipp Schmidt, DaSilva Marvinga Matondo (beide SSVg Velbert II ), Patryk Niedzicki (Rhenania Bottrop), Philipp Demler (Sterkrade-Nord), Mehmet Serif Dalyanoglu, Emre Yunus Cakir, Eljvir Ahmet und Berhan Eren (alle Ziel unbekannt).

Durch den vermehrten Aufstieg wird es wohl eine große Oberliga mit 23 Mannschaften und 46 Spieltagen geben. Werden in Ihrem Team spezielle Maßnahmen für diese Mammutaufgabe ergriffen?
Salogga: Wir werden den Kader um einige Spieler vergrößern. Weiter werden mehrere Spieler unserer starken U19 eine Spielberechtigung für die erste Mannschaft bekommen. Dort wird seit Jahren durch Luca Ducree (Teammanager U19) hervorragend gearbeitet und immer wieder werden klasse Spieler in den Seniorenbereich gebracht. Sollte es zu einer höheren Zahl an Verletzungen kommen, werden wir ohne Probleme weitere sehr gute Spieler zu Verfügung haben, was uns zuversichtlich in die Zukunft blicken lässt.

Was ist größer: die Vorfreude auf den Liga-Alltag oder der Respekt vor den zahlreichen Englischen Wochen samt enormer Belastung für den Kader?
Salogga: Da bin ich geteilter Meinung. Einerseits sehnen wir uns den Beginn der Saison entgegen. Diese lange Pause hat vielen Leuten nicht gutgetan und gerade die sozialen Kontakte, die man auf und neben dem Fußballplatz hat, haben gefehlt. Das konnte man im ersten Testspiel gegen den Rather SV schon spüren, dass eine gewisse Vorfreude herrscht und viele froh waren, wieder Spiele unserer Mannschaft besuchen zu können. Andererseits wissen wir auch, welchen Kraftakt die Spieler, Trainer und ehrenamtlichen Mitarbeiter für so eine Mammutsaison leisten müssen. Die Oberliga-Mannschaften spielen auch im Niederrheinpokal, weshalb weitere englische Wochen hinzukommen können. Deswegen gehen wir auch mit einem gewissen Respekt in die kommende Saison.

Ist der angepeilte Saisonstart im September für Sie angemessen?
Salogga: Bis September haben alle Vereine genug Zeit, sich auf die Saison vorzubereiten. Wir sehen den Zeitpunkt als angemessen.

Was möchten Sie uns noch mitteilen?
Salogga: Ich möchte ein großes Kompliment an den Verband und auch allen anderen Vertretern der Oberliga Niederrhein aussprechen, die in den gemeinsamen Videokonferenzen sehr konstruktiv über die alte und auch neue Saison diskutiert haben. Ich würde es mir für die Zukunft wünschen, dass der Verband an dieser Herangehensweise festhält und sich Feedback aus den Vereinen holt. Es gibt genug Themen, die man diskutieren kann. Beispielsweise Thema U17- und U19-Leistungsklasse: Warum muss der Meister der Leistungsklasse eine Qualifikation zu Niederrheinliga spielen und wird nicht direkt belohnt? Landesliga als Zwischenliga zwischen Niederrhein- und Leistungsklasse sinnig oder nicht gewollt?