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Allgemeines

Lage der Liga: Bezirksliga

Von wegen „Au weia, wir steigen auf“

von Filder-Zeitung / Franz Stettmer · 30.08.2019, 09:40 Uhr · 0 Leser
Kerem Arslan ist zurück bei Türkspor Stuttgart. Neben dem TSV Plattenhardt zählt auch sein Team zun den Favoriten.
Kerem Arslan ist zurück bei Türkspor Stuttgart. Neben dem TSV Plattenhardt zählt auch sein Team zun den Favoriten. – Foto: Archiv Florian
TSV Plattenhardt und Türkspor Stuttgart starten als Favoriten. Insgesamt erlebt die Klasse einen Wandel.

Es ist noch nicht viele Jahre her, da hatte die Stuttgarter Bezirksliga einen wenig schmeichelhaften Ruf: Das hiesige Fußball-Oberhaus galt als Treffpunkt der sportlichen Leichtgewichte. In der Chefetage des Bezirks haben sie mit in Sorgenfalten gelegter Stirn gegrübelt, wie sich das Niveau heben ließe. Und bei den Beteiligten mischte sich in alle Erfolgsfreude auch immer eine latente Angst. Meister werden? Hurra, gerne, ja! Zugleich aber: Au weia, ob das eine Klasse höher gut gehen wird?

In den meisten Fällen tat es das nicht. Der Aufstiegssause folgte in der nächsten Saison der große Kater. Die schmerzhafte Erkenntnis: im lokalen Umfeld top, auf Verbandsebene flop. In der Landesliga wurden die Gablenbergs, Münsters, Hoffelds und Stammheims gewogen und für zu leicht be­funden.

So war das wie gesagt bis vor ein paar Jahren. Heute? Es lässt sich schwer sagen, ob es nur ein zufälliger Trend ist oder ob Grundsätzliches dahinter steckt: Doch die Zeiten haben sich gewandelt. Nicht nur, dass zuletzt die Titelträger Calcio, N.A.F.I. Stuttgart, SV Bonlanden und TSV Weilimdorf auf den erwähnten Ruf gepfiffen haben – allesamt trumpften nach ihrem Absprung weiter auf. Auch innerhalb der Staffel herrscht bei der Qualitätsfrage aktuell Einigkeit. „Das Feld ist erneut richtig stark“, konstatiert der Bernhausener Trainer Peter Weinmann im Tenor seiner Amtskollegen. Sehr schwer werde es diese Saison, schätzt derweil der Möhringer Kapitän Steven Jordan, „wenn man sieht, wie da einige Mannschaften aufgestellt sind“.

Im Blick haben Weinmann, Jordan und das Gros der Mitstreiter dabei vor allem zwei Teilnehmer: den TSV Plattenhardt und Türkspor Stuttgart. Der Daueranwärter aus dem Weilerhau und die offenkundig wiedererstarkten Wahl-Cannstatter – diese beiden Teams gehen als die großen Favoriten in die am Sonntag beginnende Punkterunde 2019/2020. Nach einer Umfrage unserer Zeitung bei den beteiligten Vereinen führen sie mit jeweils acht Nennungen das Ranking an. Für Türkspor ist es nach einjähriger Auszeit mit Rutsch gar in den Abstiegskampf ein Comeback in diesem Kreis. Unter dem zurückgekehrten vormaligen Erfolgscoach Kerem Arslan hat sich der Club einmal mehr neu aufgestellt. Hinzugekommen sind unter anderem ein halbes Dutzend Spieler aus der N.A.F.I.-Konkursmasse, darunter als Frontfiguren die Brüder Daniel und Damir Bosnjak. Und auch wenn Arslan betont: „Wir wollen nur schönen Fußball spielen. Von der Landesliga kann keine Rede sein“ – unter der Konkurrenz nimmt man ihm und den Seinen eine derartige Bescheidenheit nicht so recht ab.

Freilich: Dass das erwähnte Duo die Wettbewerbsserie dominieren wird, glaubt wiederum auch kaum einer. Schließlich gibt es da auch noch die beiden Überraschungsmannschaften der vergangenen Runde, die Spvgg Möhringen und die Sportvg Feuerbach. Oder den amtierenden Vizemeister Ermis Metanastis, der mit dem Ex-Profi und Alttorschützenkönig Petros Tengelidis als neuem Trainer erneut vorne mitmischen will. Oder eine eher unbekannte Größe wie den OFK Beograd Stuttgart – die Serben, zuletzt nur Zehnter, melden selbst kess gar Titelambitionen an.

Für Spannung ist jedenfalls gesorgt. Antworten darauf, wer mit seinen Einschätzungen richtig gelegen ist, folgen spätestens am 7. Juni. An jenem findet der letzte Ligaspieltag statt. Dann, das nebenbei, wird man auch wissen, ob eine Klasse höher der neue Stuttgarter Trend gehalten hat. Dort – in der Landesliga – versucht sich nach seinem jüngsten Meisterschaftsgewinn der SC Stammheim ein zweites Mal.

Stuttgarter Leichtgewichte? Pah! Zumindest im hiesigen Bezirk drückt man die Daumen, dass auch die Kicker aus dem Emerholz das Gegenteil beweisen mögen – auch wenn sie sich in ihren ersten beiden Spielen gleich neun Gegentore gefangen haben...

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