
Sie sind seit Jahren Trainer bei Sparta Bilk, begleiten ihre aktuelle A-Jugend seit der D-Jugend. Sie sind dazu noch Trainer der zweiten Mannschaft, wie machen Sie das?
Michael Klause: Hätte ich nicht so eine verständnisvolle Frau, wäre das natürlich nicht möglich. Teilweise fünf Tage in der Woche auf dem Fußballplatz schlauchen ganz schön. Ich muss aber auch anerkennen, dass beide Mannschaft alles dafür tun, mir die Ausführung beider Trainertätigkeiten zu erleichtern. Bei der zweiten Mannschaft habe ich ja auch einen Co-Trainer, der mir mehr als nur unter die Arme greift.
Was hat mehr Priorität für sie, sportlicher Erfolg in der Jugend oder bei den Senioren?
Klause: Ich versuche, keine der beiden Mannschaften zu vernachlässigen, würde aber lügen, wenn ich nicht behaupten würde, dass mir die A-Jugend besonders am Herzen liegt. Die Jugend sollte das Grundgerüst, also das Rückgrat eines Vereins bilden, auf das sich die Senioren stützen können. Es gibt wohl nichts schöneres, als Jugendspieler auszubilden, die dann später auch mal bei den Senioren spielen und dort in eine tragende Rolle schlüpfen.
Sie haben vergangenes Jahr mit der A-Jugend den Aufstieg nur knapp verpasst, wie sieht es diese Saison aus?
Klause: Diese Saison sieht es fast noch besser aus. Da Eller 04 II nicht in die Leistungsklasse aufsteigen kann, wäre der zweite Platz der direkte Aufstiegsplatz. Wir haben es wieder einmal selbst in der Hand.
Ergibt es Sinn, für die A-Jugend aufzusteigen? Die erfolgreichen Achsen der Mannschaft gehen in die Senioren hoch.
Klause: Ganz klar: Im Moment nicht. Ich arbeite daran, den Kader für nächste Saison zu verstärken. Sollte mir das nicht in angemessener Weise gelingen, würde ein Aufstieg keinen Sinn ergeben. Es bringt uns ja nichts, wenn wir uns in der Leistungsklasse regelmässig abschlachten lassen müssen. Wohin das führt, hat man ja diese Saison gesehen. Zwei Mannschaften wurden aus der LK schon zurückgezogen.
Wer von ihren Spielern könnte es in die 1.Mannschaft von Sparta BIlk schaffen?
Klause: Schaffen könnten es einige. Vor allem fallen mir da Emmanuell Fofie und Ümit Yurday ein. Timo Görlitz gehört sicherlich auch dazu. Man muss es aber auch wollen, sich mal ein bisschen mehr quälen als die anderen. Stimmt der Wille, schaffen die beiden das. Alle anderen müssen sich noch etwas mehr reinhängen, aber sie sind sicherlich nicht chancenlos und werden ihre Einsätze bekommen. Da arbeiten wir mit der ersten Mannschaft eng zusammen.
Es spricht für Sie, dass der Kader seit Jahren teilweise unverändert bleibt. Das ist heutzutage nicht mehr üblich, was machen Sie anders?
Klause: Wir freuen uns zusammen, wir leiden zusammen, wir lachen zusammen und es kann aber auch mal richtig laut werden, wenn es sein muss. Dazu eine Portion Spaß und ein bisschen Erfolg und dann klappt das. Zu viel Ehrgeiz, zu viel Druck und zu viel von den Jugendlichen zu wollen, kann viel kaputt machen. Das ist natürlich nur meine Vorgehensweise, sie muss nicht richtig sein.
Sie arbeiten teilweise in der A-Jugend seit Jahren ohne Co-Trainer, gibt es zu wenige Ehrenamtliche Trainer?
Klause: Natürlich. Die Kinder werden beim Fußballverein abgegeben und dann heisst es: „Macht ihr mal, ich zahle ja dafür.“ Das hat sicherlich vielschichtige Gründe, die man nicht mal eben mit zwei oder drei Sätzen beantworten kann.
Auch mit der zweiten Mannschaft ist ein Aufstieg in die Kreisliga B möglich. Wie schätzen sie da ihre Chancen ein?
Klause: Auch hier gilt: Gewinnen wir die entscheidenen Spiele, steigen wir auf. Wir sind nicht auf fremde Hilfe angewiesen. Das ist das Gute. Ich bin sehr gespannt, wie die sehr junge Mannschaft mit dem steigenden Druck umgehen wird.
Der Altersdurchschnitt ist knapp über 20 Jahre, ist die Mannschaft nicht zu jung?
Klause: Nein. Die Jungens können das. Jung heißt ja nicht, dass sie schlecht sind. Sicherlich könnte aber bei einem Aufstieg der ein oder andere erfahrene Spieler nicht schaden. Andererseite sollte man den Spielern, die dann eventuell aufgestiegen sind, auch das Vertrauen aussprechen.
Wie sieht ihre Zukunft für das nächste Jahr aus? Beginnen sie wieder bei den Bambini?
Klause: Grundsätzlich liegt meine Zukunft weiterhin bei Sparta. Ich wohne hier in der Nähe, habe hier viele Freunde und sehe eigentlich keinen Grund, den Verein zu wechseln. Ob und in welcher Form ich nächste Saison dem Verein erhalten bleibe, wird sich dann zeigen. Ich kann nur sagen, dass Geld dabei absolut keine Rolle spielen wird. Ich werde auch so satt.
Sie sind ein Sparta-Urgestein, was macht den Verein aus?
Klause: Alles. Und auch wieder nichts. Ich denke, jeder, der mal lange bei einem Verein war oder ist, kann das nur mit einem Schulterzucken beantworten. Jeder kennt jeden. Es gibt Probleme, wie bei jedem kleinen Verein. Und es gibt tolle Moment, wie bei jedem anderen Verein. Das ist wie in einer guten Ehe. Man streitet sich, man versöhnt sich und weiß aber ganz genau, dass es ohne den anderen nicht geht.