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Halle

Kein fußballerischer Leckerbissen

Gastgeber SF Friedberg löst in einem Turnier auf mäßigem Niveau die Fahrkarte für die Endrunde der Hallenmeisterschaft Augsburg/Aichach-Friedberg +++ Der FC Stätzling und FC Affing lösen in Dasing das Ticket für das Finalturnier

von Friedberger Allgemeine / Peter Kleist · 22.12.2019, 20:56 Uhr · 0 Leser
Die Sportfreunde Friedberg – links Johannes Huber – holten sich mit dem Sieg in ihrer Vorrundengruppe verdient das Ticket für die Finalrunde der Landkreismeisterschaft am 28. Dezember in Dasing.
Die Sportfreunde Friedberg – links Johannes Huber – holten sich mit dem Sieg in ihrer Vorrundengruppe verdient das Ticket für die Finalrunde der Landkreismeisterschaft am 28. Dezember in Dasing. – Foto: Peter Kleist

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Eines vorneweg: Es waren keine fußballerischen Leckerbissen, welche den Zuschauern am letzten Samstag im Advent bei den beiden Vorrunden-Turnieren zur Landkreismeisterschaft im Futsal aufgetischt wurden. Das Niveau in der Friedberger Max-Kreitmayr-Halle hielt sich über weite Strecken im überschaubaren Bereich. Eines muss aber im gleichen Atemzug genannt werden: Die vier Teams, die sich schließlich die Fahrkarten zur Endrunde sicherten, holten sich diese Tickets zurecht.

Dabei sorgte im Turnier am Nachmittag Gastgeber Sportfreunde Friedberg für die positive Überraschung. Die Friedberger gewannen das „Turnier 3“ und das auch zurecht. „Ich bin natürlich zufrieden mit meiner Mannschaft und wir freuen uns jetzt selbstverständlich auch auf die Endrunde in Dasing“, meinte Trainer Wolfgang Marzini, dessen Engagement bei den „Ostlern“ ja erst unlängst verlängert wurde. Allerdings fand auch der Sportfreunde-Trainer ein paar Haare in der Suppe. „Der Zuschauerzuspruch war schon enttäuschend schwach. Zudem war das Niveau sehr mäßig und enttäuscht war ich auch vom Auftritt von Türkspor Augsburg“, meinte Marzini. Der Bayernligist aus der Fuggerstadt kam mit einer mehr als nur gemischten Mannschaft nach Friedberg und fiel mehr durch Diskussionen mit den Unparteiischen, als mit fußballerischen Glanzpunkten auf.
Die Sportfreunde Friedberg hatten schon nach zwei Spielen das Halbfinale in der Tasche. Nach den beiden 3:1-Siegen gegen Hammerschmiede und Oberhausen war den Friedbergern schon vor dem letzten Gruppenspiel Platz eins nicht mehr streitig zu machen. Und prompt setzte es im letzten Spiel gegen die bis dahin punktlose TSG Hochzoll eine 1:2-Niederlage. „Das ist halt so, wenn du nicht mehr hundertprozentig konzentriert auftrittst“, meinte Abteilungsleiter Stefan Weindl. Doch im Halbfinale rückten die Friedberger mit einem sicheren und verdienten 3:0 gegen den Kissinger SC die Verhältnisse wieder zurecht und schafften den Einzug ins Finale.
Der blieb dem Kissinger SC damit verwehrt, doch tieftraurig über das Scheitern war beim KSC niemand so richtig. „Wir sind nicht allzu sehr enttäuscht. Ich muss ehrlich zugeben, dass nicht mehr drin war – ich hatte heute einfach zu wenig Hallenspieler dabei“, erklärte KSC-Trainer Marco Henneberg. Von dem Ziel, die schwäbische Endrunde erreichen zu wollen, hatten sich die Kissinger fast schon vor Turnierbeginn verabschiedet. „Wir wollten ins Halbfinale und dann schauen, was geht. Aber wir haben gegen Friedberg verdient und zurecht auch in dieser Höhe verloren“, gab Henneberg zu.
Im Endspiel schließlich trafen die Friedberger auf den Türk JKV Augsburg. Die Elf des Türkischen Jugend-Kultur-Vereins war eine der positiven Überraschungen des Turniers. Vor allem spielerisch wusste das Team zu gefallen. Mit Siegen gegen Kissing (1:0) und Mesopotamien (3:0) sowie dem 1:1 gegen die schwache Truppe von Türkspor Augsburg sicherte sich der A-Klassist den Gruppensieg. Im Halbfinale gegen Hammerschmiede hatte man dann beim 3:1 nach Sechsmeterschießen auch ein bisschen das nötige Quäntchen Glück. Das Finale war ausgeglichen und der „goldene Treffer“ beim hauchdünnen 1:0-Sieg gelang schließlich Valentin Schnur schon in der sechsten Minute.
In der Vormittagsgruppe stand der TSV Friedberg schon mit einem Bein im Finale – aber eben nur mit einem Bein. Zehn Sekunden vor der Schlusssirene im Halbfinale kassierten die Mannen um Trainer Markus Specht das 2:2 gegen Alba Augsburg. „Die haben den Torwart rausgenommen und einen fünften Feldspieler gebracht, das hat uns ein bisschen durcheinandergebracht“, meinte Specht. Dabei hatte Kevin Makowski den Bezirksligist auch erst 50 Sekunden vor dem Ende mit 2:1 in Führung geschossen. Im Sechsmeterschießen traf dann kein Friedberger mehr und so ging die Partie mit 2:4 verloren. „Sechsmeterschießen sind immer etwas Glückssache“, meinte Specht, der das unglückliche Ausscheiden gelassen nahm. „Ich bin jetzt nicht todtraurig. Wir haben in der regulären Spielzeit kein Spiel verloren – und für die Endrunde am 28. Dezember wäre es bei uns personell eh eng geworden“, so der Trainer des Bezirksligisten. Der hatte alle seine Gruppenspiele gewonnen und zwar 5:1 gegen Gold-Blau, 3:1 gegen den FC Hochzoll und 3:0 gegen Kriegshaber.
In der anderen Gruppe war der FSV Inningen das klar dominierende Team. 4:1 gegen Bärenkeller, 8:0 gegen den FC Haunstetten und 1:1 gegen Alba lauteten die Resultate. Dem 2:0 im Halbfinale gegen Kriegshaber folgte ein 6:4 nach Sechsmeterschießen im Finale gegen Alba Augsburg. Wobei Alba Augsburg wie schon im Halbfinale mit einem fünften Feldspieler in der letzten Minute noch den 3:3-Ausgleich schaffte.
Insgesamt war es ein Turnier mit mäßigem Unterhaltungswert, vielen unnützen Diskussionen mit den Unparteiischen sowie auch „dank“ der Grätscherlaubnis eines, in dem die Körperlichkeit wieder mehr in den Vordergrund rückte.

Vorrunde in Dasing

Die Bezirksligisten FC Stätzling und FC Affing schnappten sich die beiden letzten Tickets im dritten Futsal-Vorrundenturnier in der Schulsporthalle Dasing für die Kreis-Endrunde. Diese findet am Samstag, 28. Dezember, erneut in Dasing statt. Hausherr TSV Dasing, der das Finale mit einem 3:2-Sieg gegen den FC Stätzling für sich entscheiden konnte, hat das Ticket für die Endrunde als Veranstalter damit doppelt abgesichert. Damit können die Affinger als Turnierdritter (5:2-Sieger über den SF Bachern) in einer Woche noch mitmischen.
Schon vor Turnierbeginn sorgte das kurzfristige Fernbleiben von Kreisliga-Spitzenreiter BC Aichach für Gesprächsstoff. Spielleiter Günther Behr zeigte sich nicht erfreut: „Dass Aichach absagte, ist nicht fair gegenüber den weiteren Teilnehmern und dem Verband.“ Dafür zeigte er sich über das gute Niveau erfreut, „das aber mehr Zuspruch verdient gehabt hätte“. Für die Überraschung sorgte Kreisklassist SF Bachern, der in der Vorrunde den Hausherren Dasing mit 6:2 vom Parkett fegte.
Der VfR Neuburg hatte bei seinem erstmaligen Auftritt in der Dasinger Schulsporthalle Lehrgeld bezahlen müssen. Der Tabellenzweite der Landesliga blieb schon in der Vorrunde auf der Strecke – der Mannschaft von Christian Krzyzanowski gelang nur ein 1:1 gegen den BC Rinnenthal. Gerne weiter gekommen wäre auch der BCR. Abteilungsleiter Thomas Losinger: „Wir haben uns gut verkauft und es hat richtig Spaß gemacht, diese Derbys zu bestreiten.“ Nicht gut zu sprechen war der Rinnenthaler auf das kurzfristige Fernbleiben des BC Aichach: „Das gehört sich einfach nicht gegenüber den weiteren Teilnehmern und dem Veranstalter“, sprach Losinger deutliche Worte.
Sehr zufrieden zeigte sich Affings Präsident Robert Lindermeier. „Ich bin positiv überrascht, welchen Siegeswillen unser Team gezeigt hat. Das hat richtig Spaß gemacht.“ Ebenso eine positive Bilanz zog Jochen Selig vom Bezirksligisten VfL Ecknach. „Die jungen Burschen haben sich sehr gut verkauft und gezeigt, dass sie den Futsal gut angenommen haben.“ Er ärgerte sich vielmehr über den Stadtnachbarn BC Aichach: „Das ist schon ein ganz hartes Stück.“ Ähnlich sah es Manfred Endraß vom FC Stätzling. Gerne hätte er das Finale gegen die Dasinger gewonnen. „Wenn man im Endspiel ist, dann will man dieses auch für sich entscheiden.“ Dort hatten dann die Dasinger mehr Körner, nachdem sie zuvor im Halbfinale für eine Marathon-Sechsmeterentscheidung gegen den FC Affing sorgten. Keeper Sascha Kriegl, Torhüter der dritten Dasinger Mannschaft, wehrte den entscheidenden Sechsmeter gegen Affings Maximilian Leicht ab – Endstand 16:15 nach dem torlosen 0:0 in der regulären Spielzeit. Im kleinen Finale sicherte sich der FC Affing dann die Fahrkarte für das Endrundenturnier.
Gastgeber Dasing gewann das Heimturnier gegen Bezirksligisten Stätzling durch die Treffer von Stefan Baumüller, Florian Higl und Ilkay Ayyildzi mit 3:2 (FCS: Maximilian Heiss, Mert Sert). „Das Niveau war schon ansprechend, zumal der VfR Neuburg mit voller Kapelle antrat“, so Trainer Jürgen Schmid. „Aber unsere Landkreisvereine haben einen leichten Vorteil beim Futsal.“ Schmid war mit dem Auftritt seiner Elf bis auf das Spiel gegen Bachern zufrieden, „es hat wieder Spaß gemacht, denn auch der zweite Anzug hat sich gut präsentiert.“

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