
„Die Spieler sollen Charakter zeigen, in Training und Spiel mit der richtigen Einstellung auftreten. Außerdem will ich versuchen, den Spaß am Fußball zurückzubringen“, sieht sich Karaca auf allen Ebenen gefordert. Die starke Leistung beim 1:1 gegen Gießen sei der positive Orientierungspunkt, der willenlose Auftritt beim 0:3 gegen Niedernhausen am vergangenen Sonntag dürfe sich dagegen nicht mehr wiederholen, betont er.
„Notfalls Team zurückziehen“
Darüber hinaus blickt er über den Tellerrand: „Die Verbandsliga-Zugehörigkeit ist mit hohen Kosten verbunden. Das ist nur sehr schwer zu stemmen. Wir geben Geld aus und es bringt nichts. Wenn es sportlich weiter so negativ läuft, muss man sich vielleicht Gedanken machen, die Mannschaft zurückzuziehen. Oder wir steigen lieber ab, um bei deutlich geringerem Fahrtaufwand in der Gruppenliga zu spielen.“ Wobei sich die in die Kreisoberliga aufgestiegene Zweite als ausgezeichneter Unterbau erweist. Karaca: „Das ist eine Mannschaft, die mit Herz spielt. So muss es künftig auch bei der Ersten sein.“
Beim SV Niedernhausen (So., 15 Uhr gegen den FSV Braunfels) hebt der Derby-Erfolg die Stimmung, nachdem die Mannschaft zuvor schon beim 2:3 im Heimspiel gegen Watzenborn ihre kämpferischen Tugenden entdeckt hatte. Zur Einstimmung soll beim Oktoberfest des SVN (Freitag, ab 18.30) im Autal der Bär steppen. Zwei Tage später will die Mannschaft endgültig den Anschluss ans Tabellen-Mittelfeld schaffen. Kevin Detloff und Luca Pilling stehen wieder zur Verfügung. Julian Herler fehlt. Er muss eine Angina kurieren.
Mittelmaß oder Tuchfühlung zu den Toprängen? Das entscheidet sich für den FV Biebrich 02 im Sonntag-Spiel beim FC Eddersheim (15 Uhr). Die erste Hälfte beim 3:2 über Unterliederbach sei wirklich überzeugend, beinahe fehlerfrei gewesen, hofft Trainer Nazir Saridogan auf eine Fortführung der positiven Phase. Dagegen bekamen die 02er Probleme, als Liederbach nach der Pause nur noch mit hohen Bällen operierte.
Wichtig aber: Im Abwehrzentrum verrichteten Moritz Christ und Christopher Khayyer ordentliche Arbeit. Angesichts der zähen Oberschenkelverletzung des sonst in der Deckungsmitte gesetzten David Meurer wird dieses Duo wohl auch in Eddersheim verteidigen. Vorne kann Saridogan dagegen angesichts vorhandener Qualität und Quantität variieren. Orkun Zer bekam es zu spüren. Er saß gegen Unterliederbach zunächst auf der Bank.