
Es ist eine alte Weisheit: Freud und Leid liegen oft eng beieinander im Leben. Das gilt auch für den TSV Steinach. Der Verein unweit der Kurstadt Bad Bocklet hatte unter Corona besonders zu leiden: Die Nachwuchs-Spieler blieben aus. Und auch die Feier zum 100-jährigen Bestehen musste schon zum zweiten Mal verschoben werden. Andererseits aber lachte Fortuna den Kickern zu. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zeichnete den Zusammenschluss ob seiner Verdienste aus. Und auch die sportlichen Leistungen der ersten Mannschaft fanden einen positiven Widerhall.
Der TSV Steinach ist eine feste Größe in der Rhön. Schon seit mehr als hundert Jahren bereichert er das kulturelle, aber auch das sportliche Angebot in seiner Heimat. Die Verdienste des Zusammenschlusses, unter dessen Dach sich Fußballer, Turner und Kegler versammeln, sind groß. Das blieb nicht unbemerkt. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zeichnete den TSV ob seines langjährigen Engagements mit der Sportplakette aus. “Sie haben sich große Verdienste erworben um den Sport in Bayern“, würdigte der hochrangige Politiker bei einer Feierstunde in Herzogenaurach.
Diese Auszeichnung ist eine Bestärkung für die Aktiven aus Unterfranken, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Und auch in sportlicher Hinsicht war das Glück den TSVlern hold. Die Erste Mannschaft sicherte sich den Sieg in der Kapuziner-Initiative der Kulmbacher Brauerei. Dafür gab es nicht nur Freibier, sondern auch wertvolle Sachgeschenke. Gebietsverkaufsleiter Bernhard Roth überreichte der Elf einen Satz hochwertiger Trikots. Er würdigte die Leistungen der Kicker und dankte für die langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit. „Ich freu´mich sehr, dass ihr gewonnen habt.“
„Das haben unsere Jungs selbst eingefädelt“, erklärte Vorsitzende Stahl. Sie erinnerte daran, dass die Erste Mannschaft die Idee umgesetzt und sich für den Wettbewerb beworben hat. Ihren Worten zufolge kommt die materielle Unterstützung der Kulmbacher Weißbier-Spezialisten gerade recht: Die Corona – Pandemie hat tiefe Löcher in die Vereinskasse gerissen, man muss mit den verbliebenen Mitteln sparsam umgehen. Eine Aufbesserung der Kasse sei vorerst nicht in Sicht: mangels Veranstaltungen bleiben Einnahmen aus.
Dabei hatte sich der TSV soviel vorgenommen. Schon im vergangenen Jahr hätte man das 100-jährige Bestehen begehen können. Die Feier er musste nun schon zum zweiten Mal verschoben werden – auf das kommende Jahr. Und auch das Pfingstfest, das die Sportler immer wieder für die gesamte Gemeinde organisieren, fiel der Pandemie zum Opfer.
Bange machen lässt sich die Vorsitzende deshalb nicht. Denn der TSV konnte im Laufe seiner Geschichte schon einige Krisen meistern. Wie schafft man das? „Unser größter Vorteil ist unser toller Zusammenhalt“, lässt die Vorsitzende durchblicken, die dem TSV schon seit 18 Jahren in verschiedenen Funktionen dient. Zusammen mit Reiner Wehner und Sandro Hain bildet sie das Vorstands-Trio. Der Verein ist tief verwurzelt in der Bevölkerung: Mit 458 Mitgliedern gehört statistisch gesehen jeder zweite Steinacher dem TSV an.
Mit soviel Rückhalt kann man sich mutig den Herausforderungen der Gegenwart stellen. Eine davon stellt der Nachwuchs dar: Der Lockdown hat junge Aspiranten vom Verein ferngehalten. “Man bekommt bald keine Mannschaft mehr zusammen“, klagt die Vorsitzende. Dabei hat der TSV die besten Voraussetzungen für eine gute Nachwuchsförderung. Er hält eigene Jugendtrainer vor, die die Neulinge mit hoher Kompetenz in den Fußballsport einführen.