
In unserer Interview-Rubrik "Nachspielzeit" befragen wir wöchentlich in lockerem Rahmen interessante Spieler, Trainer oder Persönlichkeiten der Region über ihren Verein und ihre persönlichen Ziele. Heute zu Gast: Johannes Karst. Gemeinsam mit Daniel Pörsch hat Karst als Verantwortlicher für die Ü32 der SG Guldental jede Menge um die Ohren. Am 10. /11. Juni sind die Kreuznacher als Südwest-Vertreter bei der inoffiziellen Deutschen Meisterschaft der Ü32 zu Gast in Bremen. Beim sogenannten “Ü32-Supercup” wartet eine aufregende Zeit sowie einige Ex-Profis auf die Guldentaler. Darüber haben wir stellvertretend mit Johannes Karst gesprochen.
Johannes, 64 Mannschaften in insgesamt 16 Gruppen. Was ist das bitte für ein Hammer-Turnier. Hand aufs Herz, hattet ihr je davon gehört?
Als wir damals bei der Südwestmeisterschaft in Idar-Oberstein gespielt haben, gab es die wildesten Gerüchte. Da war eigentlich die Rede davon, dass in Berlin etwas Vergleichbares stattfinden würde, aber es scheint nie eine offizielle Meisterschaft gegeben zu haben. Der Deutsche AH-Supercup Ü32 ist allein durch ehrenamtliches Engagement entstanden und konnte wohl auch nur deswegen so groß werden. Die diesjährige Ausgabe ist die 16., wird allerdings wohl auch die letzte sein, da der DFB wohl Gefallen daran gefunden hat und es künftig selbst ausrichten möchte.
Wie genau kamt ihr nun dorthin? Südwestmeister wurde damals ja der SC Idar...
Richtig, wir sind damals mit einer Rumpftruppe immerhin Dritter geworden. Spielen durften wir die Südwestmeisterschaft 2019, weil wir das Jahr davor Kreismeister geworden sind. Irgendwann kam dann der Anruf, wo wir zu dieser inoffiziellen AH-Meisterschaft eingeladen wurden. Idar-Oberstein hat wohl zurückgezogen und wir sind quasi der Nachrücker.
Es wird ja bereits Freitags gespielt, für euch als Berufstätige sicher nicht leicht. War denn sofort klar, dass ihr das macht?
Nein, wir haben das natürlich erstmal gemeinsam besprochen. Aber wir waren uns einig, dass es eine einmalige Chance und eine tolle Sache ist. Eigentlich war das Turnier ja für 2021 geplant, wurde wegen Corona dann aber geschoben. Deshalb sind auch 64 Team dabei, weil noch einige Kreismeister dazu aufgenommen wurden. Bei uns sind jedenfalls alle heiß drauf und haben das auch möglich gemacht. Das zeigen auch die insgesamt 35 Teilnehmer, mit denen wir da hoch fahren.
Wie kommt ihr denn nach Bremen?
Eigentlich wollten wir mit dem Bus fahren, hatten aber ganz schön zu kämpfen, ein Unternehmen zu finden. Daher haben wir uns entschieden, auf die Bahn umzusteigen und nur vor Ort ein lokales Busunternehmen zu engagieren, das uns zum Hotel und zur Sportanlage fährt. Wir fahren dann am 10. Juni um 5:27 Uhr ab Kreuznach los und sonntags wieder zurück - wahrscheinlich mit einem ziemlichen Kater. (lacht)
Das klingt nicht nur nach einem sportlichen Wettkampf…
Wir haben mittlerweile mit einigen Leuten gesprochen, die schon mal dort teilgenommen haben. Der Sport steht schon ganz klar im Vordergrund, aber die Organisatoren haben eben auch ein Riesen-Rahmenprogramm, unter anderem Partys mit Mickie Krause und Tim Toupet, organisiert. Man bekommt einfach mit, wie viel Herzblut da drin steckt und das will man dann natürlich auch voll auskosten. Für uns steht das Erlebnis ganz klar über allem.
In der Gruppe geht es für euch gegen SG Villmar-Weyer, USC Paloma Hamburg und TSV Osterholz-Tenever, aber auf anderen Plätzen sind unter anderem auch der FC Bayern, Hertha BSC, HSV oder Hannover 96 vertreten. Das wäre doch was oder?
Für die SG Guldental ist das eine einmalige Sache und natürlich wollen wir das Bestmögliche erreichen. Ich sehe für uns aber nur die Außenseiterrolle. Ein Spiel gegen die großen Namen wäre auf jeden Fall ein Erlebnis! Wir haben auch erzählt bekommen, dass über das gesamte Turnier so 10 bis 20 Ex-Profis verteilt sein werden. Da sind wir echt gespannt. Vor kurzem gab es im Kicker ja einen interessanten Artikel, dass die Hertha keine Gegner mehr findet, weil sie das alles sehr ernst nehmen und keiner mehr gegen sie spielen will, weil sie immer so hoch gewinnen. Warten wir ab, was für uns vor Ort möglich ist.