
FuPa Hx hat sich im Kreis im Sportkreis umgehört und mit Trainern und Verantwortlich gesprochen, wie Sie die zur Auswahl stehen den vier Szenarien (FuPa Hx berichtet) bewerten. Der FLVW hat ja nunmehr die Vereine mit ins Boot genommen und wird am 23. April hoffentlich mit einer Entscheidung für Gewissheit sorgen.
Der Verband tut sich ungemein schwer mit einer Entscheidung. Sicherlich auch darum, weil es um Haftungsfragen geht. Deswegen wohl jetzt die Befragung der Vereine, dann kann sich der Verband auf einen Mehrheitsbeschluss berufen.
FuPa Hx hat dazu einige Meinungen eingeholt.
Christian Rohe, Vorsitzender vom Bezirksligisten SV Dringenberg: „Vorweg muss man sagen, dass es aus dieser schwierigen Situation keinen Ausweg gibt der richtig oder falsch ist. Irgend einen Nachteil hat man immer. Doch aus unserer Sicht kommt nur eine der ersten beiden Varianten in Frage, mit Tendenz die Serie nach der Hinrunde zu werten. Es haben alle einmal gegeneinander gespielt und die Tabelle hat eine halbwegs vertretbare Aussagekraft. Eine Fortsetzung ab September bringt nur noch mehr Fragen und Unsicherheiten. Wenn es ab September auch noch nicht geht, schiebt man eine angefangene Saison vor sich her, vielleicht bis ins Frühjahr 2021! Und dann eine Serie weiterspielen, die für viele im Herbst 2019 unterbrochen wurde, macht mal überhaupt keinen Sinn. Wenn alle bei Null beginnen behält man sich viel mehr Flexibilität, kann schon vereinbarte Vereinswechsel ganz normal durchführen, hat keine Fragen zu klären wie man z.B. mit Jugendspielern umgeht die Altersgrenzen überschritten haben usw. Es wird nur Zeit das der Verband/Kreis jetzt eine Entscheidung trifft und alle wissen wo sie dran sind.“
David Bönnighausen, Geschäftsführer des A-Ligisten FC Germete/Wormeln: „Ich persönlich finde keine der Lösungen optimal. Bei jedem der vier Szenarien gibt es am Ende Mannschaften/Vereine die dadurch benachteiligt oder bevorzugt werden. Allein bei uns im Verein mit unseren Damen und den Herrenteams könnte man jetzt anfangen und schauen, wer wie betroffen wäre. Aber ich denke das ist A, nicht Sinn der Abstimmung und B, nicht im Interesse aller Vereine aus dieser Situation noch "Kapital" zu schlagen. Natürlich ist es extrem ärgerlich, gerade für die Mannschaften die auf dem Weg zum Meistertitel/Aufstieg sind oder vielleicht schon den Klassenerhalt klar machen konnten. Wer will aber am Ende durch diese Umstände schon "gewinnen". Am ehesten kann ich persönlich mich daher mit Variante 1, der Annullierung der Saison, anfreunden. Natürlich steht für viele auch noch viel mehr als nur der sportliche Erfolg auf dem Spiel. Daher gibt es bestimmt auch Aspekte, die für die anderen Szenarien sprechen. Sicher ist nur, dass gerade nichts mit Sicherheit entschieden werden kann. Am Ende kann auch niemand sagen, wie und wann der Ball überhaupt wieder rollen kann. Von daher dürfen wir uns aktuell alle weiter in Geduld üben und vor allem gesund bleiben. Die Entscheidung, wie auch immer diese am Ende ausfällt, wird leider nie für alle Mannschaften und Vereine gleich fair ausfallen können.“
Stefan Dierkes, Geschäftsführer und Spieler beim Süd B-Ligisten SG Bühne/Körbecke: „An der Umfrage des FLVW habe ich gestern für den 1. Fc Bühne teilgenommen. Ich finde es sehr gut, dass der Verband die Meinung der Vereine erfragt. Auch wenn jeder Verein seine eigenen Interessen verfolgt glaube ich, dass doch die meisten an einem sportlichen Ausgang der Saison interessiert sind. Am Ende wollen wir uns doch sportlich messen. Auf einen Aufstieg am grünen Tisch kann ich sehr gerne verzichten. Deshalb hab ich für die 4. Option (Fortführung der Saison) gestimmt und hoffe dass wir uns alle bald wieder auf unseren Sportplätzen sehen.“
Hubertus Schade, Trainer des A-Ligisten SV Bonenburg: „Für mich wäre die Lösung Abbruch nach Stand der Hinrunde mit keinem Absteiger und den Aufsteigern am fairsten, da in der Rückrunde, mit den Spielausfällen schon ein verzehrtes Tabellenbild entstand. Ich denke, dann wird zwar auf die Vereine in der neuen Saison, wenn man wieder spielen darf, einige „englische Wochen“ zu kommen, aber das ist hinnehmbar, wenn endlich wieder gekickt wird. Bei Annullierung ist die ganze Energie, die die Mannschaften, welche jetzt auf den Aufstiegsplätzen stehen, verpufft. Und ob Spieler, Trainer dann nochmals die Power aufbringen können, bezweifle ich.“
Volker Stuckenberg, Trainer des Süd B-Ligisten SV Daseburg: „Meine Meinung ist die Fortsetzung der Saison. Ich denke wir haben lange genug Pause gehabt. Ich denke Mitte Mai wäre ein gutes Datum.“
Maik Disse, Trainers des A-Ligisten TuS Vinsebeck: „Ich würde die Saison noch nicht abbrechen. Keiner weiß was in zwei oder drei Monaten ist und keiner kann sagen ob wir in diesem Jahr überhaupt nochmal Fußball spielen können. Von daher würde ich erst mal gucken wie sich die ganze Situation über die nächsten Wochen entwickelt. Sollten wir nämlich in diesem Jahr gar nicht mehr spielen können oder erst gegen Ende des Jahres, könnten wir im nächsten Jahr auch mit der Rückrunde der laufenden Saison weitermachen und die neue Saison aussetzen. Denn wie wollen wir eine komplette neue Saison zu Ende spielen, wenn diese erst Ende des Jahres oder im nächsten Jahr starten kann? Von daher abwarten und flexibel bleiben, abbrechen kann man nur einmal und führt automatisch zu Ungerechtigkeiten bei Auf- und Abstieg.“
Thomas Hoffmann, Obmann und der Trainer der 2. Mannschaft (B-Liga Süd) der SG Scherfede/Rimbeck-Wrexen: „Aus meiner Sicht ist es richtig jetzt einen klaren Schnitt zu machen. Es kann derzeit einfach kein Fußball gespielt werden, das muss jeder verstehen, auch wenn es schwer fällt. Ich bin für Variante 2 (Abbruch nach Stand der Hinrunde). Jeder hat einmal gegen jeden gespielt, das beste Team steigt auf, aber niemand ab. Das beste Team wird belohnt, die Mannschaften die auf einem Abstiegsplatz standen, hätten sich ja noch retten können. Um diese Diskussion zu vermeiden, finde ich diesen Weg fair und vertretbar.“
Thorsten Diekmann, Trainer des A-Ligisten SV Brenkhausen/Bosseborn: „Ich tendiere klar dazu die Saison abzubrechen, es gibt nur Aufsteiger und keine Absteiger. Wenn es dann absehbar ist in die neue Saison zu gehen, kann man mit der Vorbereitung starten.“
Michael Puhl, Trainers des A-Ligisten SuS Gehrden/Altenheerse: „Ich persönlich sehe den Abbruch der Saison nach aktuellem Tabellenstand am gerechtesten. Bei Abstieg ist es schwer, weil der ein oder andere sich vielleicht noch hätte retten können, von daher ist die Idee ohne Absteiger nicht verkehrt.“
Ertan Özdemir, Obmann beim A-Ligisten TIG Brakel: „Egal welches der vier Szenarien bevorzugt, wird es viel Diskussionsstoff geben. Es werden nicht alle mit der getroffenen Entscheidung zufrieden sein. Aber die Verantwortlichen vom Verband werden schon die richtige Entscheidung treffen. Die Gesundheit steht natürlich an erster erstelle, ich hoffe alle Vereine und Freunde kommen gesund über die Zeit.“
Uwe Beck, Trainer des A-Ligisten SV Höxter: „Eine Annullierung der Saison wäre aufgrund der geänderten Spielordnung, mit möglicher Saisonverlängerung über den 30.06 hinaus, ein Widerspruch. Außerdem zeigen aktuelle Beispiele aus dem Ausland, dass dann gegebenenfalls eine Klagewelle droht. Es sollte dementsprechend eine Wertung der Saison geben. Entweder es wird eine Entscheidung ins Ungewisse getroffen und die Saison ruht, keiner weiß was im September ist, oder der Verband sorgt für eine glasklare Entscheidung mit Aufsteigern und ohne Absteiger. Das wäre die sportlich fairste und unkomplizierteste Lösung, auch im Bezug auf eine Vertragssituation 30.06/01.07.20. Die Meinung habe ich nicht, weil meine Mannschaft Erster ist, sondern weil Sie eine logische Folge von sportlichem Wettbewerb inklusive Planungssicherheit wäre. Aus meiner Sicht, müsste auf unsere Liga bezogen Bad Driburg ebenfalls aufsteigen, weil erstens verdient und zweitens aufgrund einer möglichst geraden Ligagröße für die Zukunft. Ungewissheit raus nehmen, sportliche Fairness einbeziehen, sind vermutlich gute Aspekte für die Entscheidungsfindung. Wie auch immer das alles ausgeht: Sehr großen Respekt an die Verbände und Funktionäre, die das entscheiden müssen. Gewinner wird es nachdem was in den letzten Wochen auf der Welt passiert ist, in diesen Momenten leider keine mehr geben.“
Sebastian Schwedhelm, Trainer des Nord B-Ligisten TuS Lüchtringen: „Meiner Meinung nach darf man nicht so tun, als ob es diese Saison nicht gegeben hätte. Die Leistungen der Hinrunde müssen honoriert werden. Eine Saison zu annullieren, wäre demotivierend und nicht fair, da einige Teams wahnsinnig viel investiert haben, um ganz oben zu stehen. Ein Abbruch der Saison und Wertung nach Stand der Hinrunde wäre die fairste Lösung für alle Vereine. Da es keine Absteiger gibt und jeder gegen jeden gespielt hat, hat niemand einen Nachteil. Immer in der Luft zu hängen und nicht zu wissen wann es weitergeht, ist auf Dauer unbefriedigend.“
Dennis Hustadt, Trainer des A-Ligisten TuS Bad Driburg: „Der Verband sollte den Weg des geringsten Übels gehen. Da wäre eine Abbruch und Nichtwertung im Hinblick auf mögliche Einsprüche wohl das Sinnvollste. Aber die Vereine zu fragen ist zwar zu loben, jedoch schaut jeder auf seine Situation. Demnach trifft der Verband bestimmt eine Entscheidung, die es mitzutragen gilt.“