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Hochburg des Frauenfußballs kapituliert

Seebacher FSV-Fußballerinnen ziehen sich zurück

von Holger Peter (NN Herzogenaurach) · 09.07.2015, 12:09 Uhr · 0 Leser
Ende einer Ära: Andreas Linzmayer und die FSV-Fußballfrauen sind nunmehr Geschichte (Foto: Niko Spörlein).
Ende einer Ära: Andreas Linzmayer und die FSV-Fußballfrauen sind nunmehr Geschichte (Foto: Niko Spörlein).

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Eine 16-­jährige Erfolgsgeschichte ist beendet: Die Frauen des FSV – seit Jah­ren die Nummer eins im Landkreis Erlangen-Höchstadt – lösen sich auf.

Bis vor gut einem Jahr schienen die Seebacherinnen eine Erfolgsgeschich­te immer weiter zu schreiben. Dank einer sehr starken Nachwuchsarbeit, die seit geraumer Zeit unter dem Dach der JFG Seebachgrund geleistet wurde, entwickelte sich hier eine ech­te Hochburg. Auf Kreis- und Bezirks­ebene fuhren die Mädchen serienwei­se Titel ein, spielten zeitweise sogar in der Bayernliga, auch ein bayerischer Hallentitel ging einmal in den See­bachgrund. Aus diesem Fundus bediente sich auch das FSV-Frauenteam, das eben­falls zu einer großen Nummer in Mit­telfranken wurde. Bis in die Bezirks­oberliga stieg man auf, spielte dort auch seit Jahren vorne mit und holte heuer gar den Bezirkspokal. Der kann noch in die Vitrine des Ver­einslokals gestellt werden, weitere werden zumindest vorerst nicht mehr folgen, wie der „Motor“ des Mädchen­und Frauenfußballs beim FSV, Andre­as Linzmayer, den NN auf Anfrage bestätigte.

Denn für kommende Saison wird keine Frauenmannschaft mehr gemel­det. Der Kader sei einfach nicht aus­reichend für die BOL. Die Gründe sei­en vielfältig, so der langjährige Erfolgscoach, der selbst krankheitsbe­dingt ein halbes Jahr ausgefallen war. In dieser Zeit seien Probleme beim Nachwuchs aufgetreten, die dazu führ­ten, dass zur Runde 2014/15 die U17 und die U15 abgemeldet werden muss­ten, weil viele Spielerinnen abgewan­dert waren. So fehlte für die Erwachsenen heu­er zum einen der Nachschub, zum anderen haben Akteurinnen des bishe­rigen Aufgebots ihre Laufbahn been­det, zwei sind ins Ausland gegangen, zwei sind schwerer verletzt und es gab auch Abgänge.

Linzmayer: „Wir hat­ten auch eine Spielgemeinschaft mit einem Nachbarverein im Auge, aber letztlich hat es nicht gepasst. Es hilft ja nicht, wenn wir das BOL-Team mit Kreisklassespielerinnen auffüllen müssen.“ Der 37-Jährige will nach 16 Jahren als Cheftrainer in Großenseebach und zuvor drei Jahren bei der DJK Erlan­gen mal eine „schöpferische Pause“ als Trainer einlegen und hängt statt­dessen noch ein Jahr als Spieler beim Kreisklassen-Aufsteiger FC Stöckach an – eigentlich hatte er geplant, in die „Alten Herren“ zu wechseln. Außer­dem ist er auch als Schiedsrichter aktiv und will im Herbst seine C-Trai­ner- Lizenz auffrischen.

Ganz ohne weibliche Note geht es aber auf dem Fußballplatz des FSV auch zukünftig nicht ab: Ein U15-Mädchenteam der JFG Seebach­grund wird 2015/16 an den Start gehen – ob dieses eine neue Erfolgsge­schichte startet?