
Das Spiel begann zunächst mit leichten Vorteilen für die Gäste aus Nordhessen. Besonders über Linksaußen Moritz Meuser entstanden immer wieder Flankenläufe, die jedoch von der Kelsterbacher Hintermannschaft bereinigt werden konnten. Deutlich mehr Probleme bekam die Viktoria jedoch nach Standardsituationen: Vor allem der aufgerückte Innenverteidiger Vyacheslav Petrukhin hatte zwei sehr gute Kopfballgelegenheiten, einmal konnte Nemanja Saula parieren (8.), das andere Mal ging der Versuch knapp links am Gehäuse vorbei (20.).
Überraschende Führung
Umso überraschender kam daher der Führungstreffer der Gastgeber. Einen zu kurz geratenen Abschlag fing Jassem Imsameh im Mittelfeld ab und passte zu Dominic Machado, der mit einem satten Fernschuss den Ball unhaltbar unten links einschweißte. Besonders viel Rückenwind konnte Kelsterbach durch den Treffer jedoch nicht mitnehmen. Zu hektisch präsentierte sich das Team von Trainer Ralf Horst im Spielaufbau, zog den langen Schlag meist einer kontrollierteren Passstaffette vor. Wurde mal schnell und flach gespielt, kam die Viktoria dann aber zu aussichtsreichen Gelegenheiten. So auch fünf Minuten vor der Halbzeit, als Manuel May mit feinem Steckpass Chris Krause in Szene setzte, der frei vor Lohfeldens Keeper die Nerven behielt und auf 2:0 erhöhte.
Krause schnürt erneut Doppelpack
Was Petrukhin im gegnerischen Strafraum nicht schaffte, gelang ihm dann aber fast im eigenen. Nach einer Ecke von Manuel May grätschte er das Leder beinahe ins eigene Tor. Unerwartet früh musste die Viktoria dann wechseln: Dominic Machado griff sich ohne Einwirkung des Gegners an den linken hinteren Oberschenkel, musste direkt danach verletzt ausgetauscht werden. Wenig später kam Defensivmann Timo Gürtler für Marius Antinac ins Spiel. Die Devise war klar: Die Führung sollte in der letzten halben Stunde verteidigt werden. Die Viktoria ließ sich zunehmend zurückdrängen, Lohfelden hielt nun das Heft des Handelns in der Hand und schnupperte am Anschlusstreffer. Doch das Tor machte erneut die Viktoria! Der eingewechselte Alex Scholz spielte einen perfekt getimten Pass auf Chris Krause, der weil sein Gegenspieler wegrutschte mutterseelenallein aufs Tor gehen konnte und mit seinem zweiten Treffer des Tages die Vorentscheidung besorgte – damit hat der Flügelspieler in den letzten drei Partien jeweils einen Doppelpack erzielt. Lohfelden versuchte zwar noch weiter auf den Anschluss zu spielen, agierte jedoch wie im ganzen Spielverlauf vorne glücklos. Bestes Beispiel: Nach einem Stellungsfehler von Sebastian Weigand verpasste Emre Bicer freistehend das 1:3. Somit blieb die Viktoria-Defensive auch im dritten Spiel in Folge ohne Gegentreffer. Bestnoten in der Viererkette verdiente sich einmal mehr Marcel Tschakert, der als unermüdlicher Zweikämpfer sinnbildlich für den leidenschaftlichen Auftritt der gesamten Mannschaft stand.
Mit dem Sieg pirscht sich Kelsterbach nun bis auf zwei Punkte an Lohfelden ran, kann jedoch aufgrund der Ergebnisse der Konkurrenz keine weiteren Plätze gutmachen. Kommenden Mittwoch geht es dann bereits mit dem Auswärtsspiel beim TSV Lehnerz weiter.
Das sagten die Trainer zum Spiel:
Ralf Horst (Viktoria Kelsterbach): "Unterm Strich war es verdient. Wir haben schon besser gespielt und sind mit null Punkten vom Platz gegangen. Als Aufsteiger freuen wir uns, den ersten Heimsieg gegen so eine Mannschaft wie Lohfelden eingefahren zu haben. Wir sind sehr froh, freuen uns heute und konzentrieren uns dann auf Lehnerz. Das wird ein sehr einfaches Auswärtsspiel, wo es für uns nur noch um die Höhe des Sieges gehen wird (lacht)."
Otmar Velte (FSC Lohfelden): "Das war unsere schlechteste Saisonleistung. Statt einem Schritt nach vorne haben wir drei Schritte zurückgemacht. Der Sieg ist verdient, Gratulation."
Kelsterbach: Saula – Tschakert, Fischer, Weigand, Eichfelder – Thomasberger, Imsameh – Krause (83. Langelotz), May, M. Antinac (62. Gürtler) – Machado (57. Scholz).
Tore: 1:0 Machado (9.), 2:0 Krause (39.), 3:0 Krause (75.).– SR: Reimund (Zwingenberg).– Zu.: 300.