
Alles begann im November 2018. Rouven Leopold, Trainer des Hessenligisten FC Eddersheim, traf sich, so wie er es öfter macht, mit Eintracht Frankfurts Nummer eins Kevin Trapp zum Essen. Davon in Kenntnis gesetzt witterte Patrick Schuch, seines Zeichens Torwarttrainer Eddersheims und glühender Anhänger der Eintracht, seine Chance. Er bat seinen Trainerkollegen Leopold doch mal höflich nach den Torwarthandschuhen des dreimaligen Nationaltorhüters zu fragen - mit Erfolg. Schuch erhielt -passend zu seinem Geburtstag- ein Paar der heiß begehrten Handschuhe und das sogar mit der darauf verewigten Widmung "Für Paddy" und der Unterschrift Trapps. "Darüber habe ich mich natürlich sehr gefreut. Die standen dann bei mir im Wohnzimmer und ich dachte mir mal sehen, was sich daraus noch so ergeben kann." So beließ es der Dauerbrenner des FC Eddersheim, der Torhüter der ersten, zweiten, U19, U17 und U15 Mannschaft ausbildet, nicht bei einem Souvenir. Die Lust auf die Jagd nach weiteren Handschuhen war geweckt.
Platzprobleme und aufgeschlossene Österreicher
Über einen Arbeitskollegen kam Patrick Schuch, der selbst lange Jahre beim FCE zwischen den Pfosten stand, schließlich zu den Handschuhen des bulgarischen Nationalkeepers Nikolaj Michajlow. "Dann hatte ich plötzlich das zweite Paar", sagt Schuch, der es fortan mit Direktnachrichten an Torhüter über Instagram versuchte. "Nach und nach ist daraus eine echte Leidenschaft geworden. Ich versuche alle möglichen Beziehungen einzuschalten, schaue besonders nach den U19 Bundesligaspielern, die mir in ein paar Jahren eventuell nicht mehr schreiben würden." Doch auch vor den ganz Großen des Torwartspiels macht er nicht halt. So versuchte er es bereits bei Manuel Neuer, was jedoch nicht mit Erfolg gekrönt war. "Ich probiere es mittlerweile bei allen", meint Schuch. Seiner Sammelleidenschaft besonders aufgeschlossen gegenüber sind die österreichischen Pfostenwärter. "Die sind da total offen". Mittlerweile befinden sich über hundert -getragen oder auch nicht- Paare an Torwarthandschuhen in seinem Besitz. Darunter unter anderem die der Gegner aus der Hessenliga, aber eben auch -ohne dies despektierlich zu meinen- namenhafte Kollegen wie zum Beispiel Robin Zentner (FSV Mainz 05), Pavao Pervan (VfL Wolfsburg), Leopold Zingerle (SC Padervorn), Christian Früchtl (FC Bayern München) und Daniel Batz (FC Saarbrücken). Kevin Trapp bleibt aber der bisher bekannteste Name dieser speziellen Sammlung, die fast wöchentlich anwächst. Da wird es im Wohnzimmer schon mal eng. "Mittlerweile muss ich schon einige Exemplare auslagern. Doch weggeschmissen wird nichts", versichert der ehemalige Keeper, der keineswegs daran denkt seine Sammlung eines Tages zu veräußern. "Mir geht es nicht darum sie zu verkaufen. Schließlich ist da ja auch meine persönliche Widmung drauf. Ich mache das einfach aus Spaß." So wird der Sammler aus Leidenschaft weiter jagen und irgendwann vielleicht ein Museum eigens für Torwarthandschuhe eröffnen.