
Wiesbaden. Heiß, das ist das Wort der Woche. Beim SV Wehen Wiesbaden sind sie allemal heiß, da braucht es keine 40 Grad Außentemperatur. „Wir sind extrem heiß, wir brennen drauf. Jetzt kann es endlich losgehen“, sagt Sascha Mockenhaupt. Im feuerroten Shirt erschien der Innenverteidiger des SV Wehen Wiesbaden bei der Pressekonferenz vor dem Start in die Zweite Fußball-Bundesliga, erwähnte aber auch dann bescheiden: „Wir gehen als Underdog in die Liga.“ Doch diese Rolle ist ja bekanntlich nicht die schlechteste.
Richtig heiß dürfte es gleich auch zum Saisonauftakt am Sonntag (15.30 Uhr, Brita-Arena) gegen Mitaufsteiger Karlsruher SC werden. Bei den vergangenen Duellen in der Dritten Liga knisterte es ordentlich, Feuer war vor, während und auch nach den Spielen drin. Noch gut in Erinnerung ist das Scharmützel zwischen KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer und SVWW-Trainer Rüdiger Rehm. „Da ist nichts hängen geblieben“, versichert Rehm, der immer wieder betont, dass Emotionalität zum Geschäft Fußball dazugehöre: „Wir hatten in den vergangenen zwei Jahren eine große Rivalität und haben uns gegenseitig angestachelt. Jetzt sind wir beide aufgestiegen.“ Den Gegner sieht er einen Tick offensiver als bisher und den Kader als „hervorragend optimiert“ an. Am Sonntag erwartet Rehm ein Spiel auf Augenhöhe, bei der die berühmte Tagesform entscheiden werde.
Beim SVWW werden definitiv die Langzeitverletzten Jules Schwadorf und Patrick Schönfeld ausfallen. „Das ist schon extrem bitter für Schönfeld“, weiß auch SVWW-Sportdirektor Christian Hock, dass sich der Mittelfeldspieler nicht das erste Mal in seiner Karriere nach einer Verletzung wieder rankämpfen muss. Zudem wird auch Marc Wachs (Prellung) ausfallen. Und auch der aus der Jugend hochgezogene Torhüter Arthur Lyska, der mit einem Meniskusschaden sogar mehrere Monate pausieren muss.
Die Neuen Niemeyer und Tietz mit besten ChancenIm Tor ist die Entscheidung zunächst mal gefallen. „Lukas Watkowiak hat derzeit die Nase vorn. Das ist aber noch nicht für die Saison in Stein gemeißelt“, verriet Rehm, dass der bisherige Ersatzkeeper von Markus Kolke mit großer Wahrscheinlichkeit zunächst den Vorzug gegenüber Neuzugang Jan-Christoph Bartels bekommt, der noch einen leichten Trainingsrückstand hat. Auch bei den Feldspielern dürften zunächst die etablierten Kräfte in der Anfangsformation stehen. Von den insgesamt 13 Neuen haben Linksverteidiger Michel Niemeyer, der vom 1. FC Magdeburg kam, und Phillip Tietz (SC Paderborn) noch die besten Chancen für einen Startelf-Einsatz. Auch die Neuen, vor allem die jungen Wilden, wollen sich beweisen. „Wir haben richtig Bock auf die Saison und sind richtig heiß auf die Zweite Liga“, lässt auch Tietz das Ganze nicht kalt und benutzt das Wort der Woche.
Bleibt abzuwarten, wie heiß Rüdiger Rehm auf der Trainerbank läuft. Vor allem vor dem Hintergrund, dass nun auch Trainer aufgrund der neuen Regel mit Gelber und Roter Karte verwarnt werden können. „Dann weiß ich ja jetzt, wenn ich jetzt mit Gelber Karte verwarnt bin. Vorher war mir das nicht immer so klar“, schmunzelt Rehm. Als Schiedsrichter ist übrigens Fifa-Referee Christian Dingert im Einsatz. Und auf den Tribünen haben bisher (Stand Freitagmittag) 6100 Besucher ein Ticket erworben. Noch ist also ein wenig Platz, um den heißen Auftakt in die Zweite Liga live mitzuerleben.
Ein kleiner Blick hinter die KulissenRege Geschäftigkeit herrscht auf der Geschäftsstelle des SV Wehen Wiesbaden zwei Tage vor der Rückkehr in die Zweite Liga. Während im Presseraum gerade Trainer und Spieler Rede und Antwort stehen, wird in den Gängen im Bauch der Brita-Arena teils noch gewerkelt und gestrichen, in den Büros gearbeitet.
In einem davon sitzt Nico Schäfer, der Geschäftsführer für Sport, Marketing und Kommunikation. Der 51-Jährige macht auch den Auftakt für unser neues Videoformat SVWW inside, mit dem diese Zeitung in regelmäßigen Abständen Mitarbeiter und Menschen, die mit dem SVWW in welcher Form auch immer verbunden und verbandelt sind, an ihren jeweiligen Arbeitsplätzen besucht und befragt. Eben ein kleiner Blick hinter die berühmten Kulissen. Einfach mal reinschauen.