
Marburg-Biedenkopf/Frankenberg. Ein 0:0 im Heimspiel gegen Wehrda hat am Sonntag dem SV Emsdorf genügt, um in der Fußball-Kreisoberliga Nord den FSV Cappel von Platz 1 zu verdrängen. Der Gladenbacher SC verhinderte am ersten Spieltag nach der Winterpause einen Fehlstart um Haaresbreite: Der 1:1-Ausgleichtreffer in Kirchhain fiel in der sechsten Minute der Nachspielzeit. Die Waldschmidt-Truppe muss sich nun aber hinter der SG Oberes Edertal, die beim Vorletzten SF/BG Marburg II 2:1 gewann, auf Rang 4 einreihen.
Das Gastspiel des bisherigen Spitzenreiters beim SV Eckelshausen wurde ebenso abgesagt wie drei weitere Rasenplatzmatches, darunter das Heimspiel der SpVgg Frohnhausen gegen Schlusslicht Erksdorf.
TSV Kirchhain – Gladenbacher SC 1:1 (0:0): „Unerklärlicherweise hat der Schiedsrichter acht Minuten nachspielen lassen und da haben wir auch den Ausgleich kassiert“, ärgert sich Kirchhains Sprecher Siegfried Bergmann, der in der ersten Halbzeit überhaupt keine Torchance notierte. „Da hatten wir das Spiel aber im Griff, obwohl wir gegen den starken Wind gespielt haben. In der zweiten war dann Gladenbach stärker“, so Bergmann, dessen TSV durch einen Abwehrpatzer der Gäste in der 60. Minute in Führung ging: GSC-Keeper Fabian Döpfer wollte einen langen Ball an der Strafraumkante abfangen und tat dies auch lautstark kund, doch Jan Kuhlmann war schneller und köpfte den Ball über den Torwart hinweg vor die Füße von Demir Cokovic, der sich nicht zweimal bitten ließ. Die Gladenbacher machten danach Druck und hatten den Ausgleich mehr als verdient. „Von der Minute her war das Unentschieden glücklich, aber wir hatten in den letzten 20 Minuten sieben, acht Freistöße und alle waren gefährlich“, bemerkt GSC-Trainer Nils Waldschmidt. Den schärfsten Schuss setzte Marco Schott aufs Tor, doch TSV-Zerberus Jan Drescher parierte prächtig (75.). Gladenbachs Sturmlauf wurde ganz spät belohnt. Niklas Schöck schlug eine scharfe Flanke an den Fünfmeterraum, Kuhlmann machte seinen Fehler wieder gut und köpfte den Ball in die Maschen. Nachdem die Kirchhainer Tuncay Kepenek und Onur Karaca wegen Meckerns Gelb/Rot gesehen hatten, wäre den Gästen beinahe noch das Siegtor gelungen: Alexander Hahns Kopfstoß strich über die Latte (90.+8).
SV Momberg – VfL Dreihausen 2:4 (2:2): Lange rieben sich die beiden Teams im Abstiegskampf auf dem Neustädter Kunstrasenplatz zwischen den Strafräumen auf, dann schlugen die Borussen wie aus heiterem Himmel zweimal zu. Falke Schäfer überwand Dreihausens Tormann mit einem feinen Lupfer (30.), Patrick Motyka erhöhte per Direktabnahme auf 2:0 (35.). Doch Dreihausen schlug noch vor der Pause durch Kopfballtore von Spielertrainer Anton Jencik (39.) und Ingo Czyrzewski (45.+1) zurück und hatte nach dem Seitenwechsel die Hosen an. René Preis (56., 78.) sorgte mit zwei Toren für „den völlig verdienten Sieg“ der Gäste, so Mombergs Sprecher Christian Bunk.
SF BG Marburg II – SG Oberes Edertal 1:2 (1:1): „Ich bin froh über den verdienten Sieg, weil Spiele Marburg bislang ja nicht unsere Paradedisziplin waren“, freute sich OE-Trainer Oliver Sprang. Dessen einziger Kritikpunkt war die mangelnde Chancenverwertung. Das junge Marburger Team warf kämpferisch alles in die Waagschale und ging früh durch Jakob Staigers Tor in Front (11.). Pascal Blank nahm im Strafraum einen Diagonalball an, legte ihn auf seinen starken linken Fuß und vollstreckte zum 1:1 ins lange Eck (35.). Direkt nach der Pause fiel der Siegtreffer: Pascal Blank brachte den Ball von der Grundlinie nach innen, Eduard Bartel stocherte ihn durch die Beine des Torhüters über die Linie (47.).
Shehu hält Wehrdas 0:0 fest, SV Emsdorf trotzdem ErsterSV Emsdorf – FV Wehrda 0:0: Emsdorf fand vom Anpfiff weg in die Spur – biss sich jedoch an der gut und tief gestaffelten Hintermannschaft Wehrdas die Zähne aus: „Wir hatten 70 Prozent Ballbesitz, kamen einige Mal in gute Abschlussposition. Ihr Keeper Arian Shehu hat viele Chancen zu Nichte gemacht und den Punkt festgehalten. Aufgrund der zweiten Halbzeit, in der Wehrda sich vom Druck befreien konnte, gar nicht mal unverdient“, bilanzierte SVE-Sprecher Reiner Jüngst. Nach 180 Sekunden fand Martin Engelhardt zum ersten Mal seinen Meister im FV-Keeper. Nach einem forcierten Ballverlust stand auf der Gegenseite Felix Osswald völlig blank vor Phillip Schmidt, der den Einschlag verhinderte (4.). Die rassige Anfangsphase hatte die nächste Engelhardt-Chance parat (5.). Leon Droß schoss von der Strafraumgrenze knapp vorbei (16.), Engelhardt setzte einen Kopfball über den Querbalken (30.). Kurz vor dem Wechsel war Shehu wieder zur Stelle (42.). Emsdorf drängte weiter, es entwickelte sich ein anderes Privatduell: Hasan Naziyok hatte mehrfach den Nachsehen gegen den FV-Zerberus, hatte aber auch Pech, dass ein Eckball direkt an den Latte klatschte. Wehrda stand sattelfester, musste nur bei René Schmidts Schuss noch einmal den Atem anhalten – aber da war noch Shehu (72.).