2025-12-03T05:51:34.672Z

Allgemeines
Geann bei Hansa Rostock: Die SG Sonnenhof Großaspach.
Geann bei Hansa Rostock: Die SG Sonnenhof Großaspach.

Großaspach stürmt auf Rang zwei

Drittligafußballer aus dem Fautenhau gewinnen bei Hansa Rostock mit 3:1

Verlinkte Inhalte

Langsam wird die SG Sonnenhof Großaspach unheimlich. 3:1 gewannen die Drittligafußballer aus dem Fautenhau, für die Tobias Rühle (2) und Pascal Breier trafen, bei Hansa Rostock. Nach dem dritten Sieg nacheinander und dem achten Spiel ohne Niederlage in Folge ist die SG auf Rang zwei angekommen.

Das Ostseestadion ist für Aspach eine gute Adresse. Bereits vergangene Saison stürmten die Schwaben an der Küste zu einem 3:1-Erfolg. Den wiederholten die Kicker von Trainer Rüdiger Rehm nun. Und wie im Vorjahr war’s ein verdienter Dreier. Einer, bei dem Rostocks Denis Erdmann kräftig Schützenhilfe leistete. Denn bereits in der neunten Minute rauschte Rostocks Innenverteidiger im Mittelfeld mit gestrecktem Fuß in Tobias Schröck und durfte mit der Roten Karte sofort wieder zurück in die Kabine. Für den SG-Coach war’s eine wichtige Szene. Noch bedeutsamer fand Rehm allerdings: „Entscheidend war, was wir aus der Roten Karte gemacht haben.“ Viel. Denn die Schwaben nutzten die Überzahl und erzielten nach einer guten Viertelstunde das 1:0. Schröck spielte Tobias Rühle schön frei und der schob den Ball aus 12 Metern ins Tor. Für Rehm die vielleicht „spielentscheidende Szene“. Die SG blieb am Drücker und der ehemalige Bundesligist hatte Glück, dass Shqiprim Binakaj und Max Dittgen ihre Chancen in der 28. und 40. Minute nicht nutzten.

Tobias Rühle setzt nach der Pause den ersten Akzent
Nach der Pause setzte der erneut sehr fleißige und gefährliche Rühle in der 53. Minute den ersten Akzent, scheiterte aber von halb rechts an Hansa-Schlussmann Marcel Schuhen. Wenig später blieb Rostocks Torhüter im Duell mit Aspachs Angreifer wiederum Sieger. Doch diesmal prallte der Ball zum am zweiten Pfosten stehenden Pascal Breier, der auf 2:0 für Aspach erhöhte (56.). Wenn derzeit überhaupt eine Kritik an den SG-Kickern erlaubt ist, dann die, dass sie mit der sicheren Führung und der Überzahl im Rücken dem Gegner nun ab und zu ein wenig viel Platz ließen. Hansa kam auf jeden Fall zur einen oder anderen Torszene. Und: Die Hausherren kamen nach einem Eckball durch den aufgerückten Innenverteidiger Matthias Henn in der 68. Minute zum 1:2. Ins Wanken gerieten die Gäste aber nicht. Im Gegenteil: Bereits im Gegenzug sorgten sie für klare Verhältnisse. Der kurz zuvor eingewechselte Bashkim Renneke steckte super zu Rühle durch, der den Ball frei vor Schuhen überlegt zum 3:1 ins Eck spitzelte (69.). Ein Treffer, der Hansa-Trainer Karsten Baumann ärgerte: „Wenn Du den Anschlusstreffer machst, kannst Du nicht 20 Sekunden später ein Gegentor bekommen“, schrieb der ehemalige Bundesligaprofi seinen Kickern ins Stammbuch. Die mühten sich nach dem erneuten Nackenschlag vergeblich, Großaspachs Defensive noch ein zweites Mal zu überwinden.
Die Fautenhau-Elf brachte den verdienten Erfolg souverän über die Zeit und Doppeltorschütze Rühle freute sich: „Heute ist uns alles in die Karten gelaufen.“ Wobei der 24-jährige Stürmer seinen Anteil am Erfolg nicht zu hoch hängen wollte. Als größte Stärke des neuen Zweiten nannte er kurz und trocken „unsere Geschlossenheit“. Und auf die immer drängender werdenden Fragen, ob Aspach aufsteigt, antwortete Rühle nur: „Je mehr Spiele wir gewinnen, um so größer wird der Abstand nach unten. Das ist gut für uns und gut für den Verein.“

Stenogramm

Hansa Rostock: Schuhen – Ahlschwede, Henn, Erdmann, Dorda (57. Perstaller) – Kofler – Gardawski, Ikeng, Andrist (57. Lukowicz) – Jänicke, Benyamina (32. Baumgarten). – SG Sonnenhof Großaspach: Broll – Schiek, Leist (56. Gehring), Hägele, Kienast – Dittgen, Schröck, Rizzi, Binakaj (62. Renneke) – Breier, Rühle (86. Ngankam). – Tore: 0:1 (16.) Rühle, 0:2 (56.) Breier, 1:2 (68.) Henn, 1:3 (69.) Rühle. – Gelbe Karten: Jänicke, Henn/Leist, Kienast, Ngankam. – Rote Karte Erdmann (9.). – Schiedsrichter: Waschitzki (Essen). – Zuschauer: 10700.

Überraschungsteam wird zur Furoreelf

Dem Erfindungsreichtum für neue Namen für die SG Sonnenhof scheinen langsam keine Grenzen mehr gesetzt. Nach dem 3:1-Coup in Rostock titulierte der NDR-Vertreter die Elf aus dem Fautenhau kurzerhand als „Ostschreck aus Großaspach“. Grund: In allen bisherigen fünf Saisonpartien gegen Klubs aus der ehemaligen DDR blieb der Dorfverein ohne Niederlage. Und als neuer Zweiter ist Aspach nicht mehr Überraschungs-, sondern mittlerweile Furoreteam. SG- Trainer Rüdiger Rehm bleibt trotz all der verbalen Schulterklopfer locker: „Am 14. Spieltag ist noch niemand ab- und niemand aufgestiegen.“ Dabei weiß der 36-Jährige selbstverständlich, dass seine Mannschaft nicht zufällig da oben steht. „Das ist auch eine Frage des Trainings, sonst könnte es ja jeder“, macht Rehm klar, dass harte Arbeit hinter dem Erfolg steckt. Und wo soll das enden? Der Coach bleibt bei seiner Linie: „Wir wollen punkten, wollen Spaß haben. Und wenn wir so wie derzeit weitermachen, dann werden wir weiter Spaß haben.“

Aufrufe: 026.10.2015, 09:30 Uhr
Backnanger Kreiszeitung / Heiko SchmidtAutor