2025-12-03T05:51:34.672Z

Ligabericht
Gladenbacher Lufthoheit: Jonas Schaub fängt den Ball mit Köpfchen vor dem Marburger Bastian Sasse ab. 	Foto: Jens Schmidt
Gladenbacher Lufthoheit: Jonas Schaub fängt den Ball mit Köpfchen vor dem Marburger Bastian Sasse ab. Foto: Jens Schmidt

Gladenbacher zeigen sich gnädig

KOL NORD: +++ GSC 2:1 gegen Blau-Gelb II / Frohnhausen bem Spitzenreiter Emsdorf 0:7 unter die Räder +++

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Marburg-Biedenkopf/Frankenberg. Das punktgleiche Spitzenduo der Fußball-Kreisoberliga Nord hat sich am Sonntag keinerlei Blöße gegeben. Der SV Emsdorf verteidigte Platz 1 mit einem Heimsieg gegen die SpVgg Frohnhausen, wobei die abstiegsgefährdeten Hinterländer mit 0:7 böse unter die Räder kamen. Weil die BSF Richtsberg Dreihausen 2:1 bezwangen, fiel Frohnhausen auf Relegationsplatz 13 zurück. Der Rangzweite FSV Cappel fertigte den SV Momberg 4:0 ab, womit die Hoffnung der Borussen auf den Klassenerhalt weiter schwindet. Dritter ist nun wieder der Gladenbacher SC, der sein Heimspiel gegen den Tabellenvorletzten SF Blau-Gelb Marburg II knapp, aber hoch verdient mit 2:1 gewann.

Das Gastspiel der SG Silberg/Eisenhausen beim TSV Röddenau wurde am Samstag ebenso wegen Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt wie das Frankenberger Kreisderby SG Oberes Edertal – SG Rennertehausen/Battenfeld und am Sonntag das Heimspiel des SV Eckelshausen gegen den TSV Kirchhain. Die beiden Partien mit Hinterländer Beteiligung sind für Ostermontag (13. April, 15 Uhr) neu angesetzt.

BSF Richtsberg – VfL Dreihausen 2:1 (1:1): „In der ersten Halbzeit hatte Dreihausen mehr vom Spiel, aber verdient war unser Sieg auf jeden Fall, zumal wir Mitte der zweiten Halbzeit nach einem klaren Foul an Dennis Lepper keinen Elfmeter gekriegt haben“, so das Resümee des Ballsportfreunde-Vorsitzenden Wahid Mostamand. Lepper hatte die Platzherren in der 18 Minute im Anschluss an eine Ecke mit einem abgefälschten Schuss in Führung gebracht. Dreihausen kam in der 36. Minute zum verdienten Ausgleich, als Jonathan Gebhardt nach einem Flankenwechsel den Ball mit einem Schuss aus kurzer Distanz ins kurze Eck setzte. Kurz vor Schluss schlug dann Richtsbergs Goalgetter zu: an der Strafraumgrenze angespielt, setzte Milano Michel die Kugel überlegt ins rechte Eck (86.).

Gladenbacher SC – SF Blau-Gelb Marburg II 2:1 (1:1): Knapp wars, aber das hätte es nicht sein müssen. „Blau-Gelb war mit diesem Ergebnis sehr, sehr gut bedient“, meint Gladenbachs Sprecher Volker Kluska. „Bis auf den letzten Pass, der oft nicht ankam, war das heute eine richtig gute spielerische Leistung. Wir hatten Chancen am laufenden Band im Minutentakt“. Die Sportfreunde vom Marburger Zwetschenweg hatten genau zwei Möglichkeiten, nutzten aber gleich die erste. In der 6. Minute war Gladenbachs Abwehr noch unsortiert. Valentin Glasner schoss aufs GSC-Tor, sein Mitspieler Sascha Lorenz fing den Ball ab und setzte ihn per Drehschuss ins Netz. Bei einem Distanzschuss von Bastian Sasse hatte Tormann Fabian Döpfer keine Probleme. Besonders viel Pech im Abschluss hatte Gladenbachs Routinier Marco Schott, dem beispielsweise in der 19. Minute in freier Schussposition der Ball über den Schlappen rutschte. Wunderschön dann der Treffer zum 1:1: Özcan Öcalan erlief einen langen Pass von Jason Barth, zog hart am Bande des Sechzehners nach rechts und schlenzte die Kugel gegen die Laufrichtung von Sportfreunde-Keeper Finn Luca Dietz gefühlvoll in die Maschen (35.). Eine bärenstarke Vorstellung mit reihenweise gefährlichen Flanken machte auf dem rechten Flügel Silas Barth, der aber auch in vorderster Front in Aktion trat – in der 53. Minute gleich zweimal. Zunächst schoss er knapp über die Querlatte, Sekunden später scheiterte er aus fünf Metern an Dietz. Das Siegtor in der 80. Minute war dann eine Gemeinschaftsproduktion seiner Cousins: Jonathan Barth setzte sich auf der rechten Seite gegen zwei Verteidiger durch und flankte in die Zentrale, dort legte sich Bruder Jason Barth den Ball auf den starken linken Fuß und versenkte ihn im langen Eck.

SV Emsdorf – SpVgg Wacker Frohnhausen 7:0 (2:0): Die mit nur 13 Spielern in den Osten des Landkreises gereisten Frohnhäuser waren gegen den Tabellenführer chancenlos. „In der ersten Halbzeit haben sie sich noch ganz gut gewehrt, auch wenn das Chancenverhältnis da schon 7:1 lautete“, berichtet SVE-Sprecher Rainer Jüngst. Die einne Wacker-Möglichkeit hatte Christoph Weber, der einen vom Wind getriebenen Steilpass erlief, aber mit einem Schuss aus spitzem Winkel scheiterte. Emsdorfs erste beiden Treffer gingen auf das Konto von Daniel Marczoch. Zunächst staubte er ab, nachdem Semen Girin eine Freistoßvorlage Hasan Naziyoks an den Pfosten geköpft hatte (23.). Beim 2:0 kurz vor der Pause legte Martin Engelhardt Marczoch den Ball per Hacke vor (44.). „Nach einer Stunde ging das Elend für die Frohnhäuser dann los. Nach dem 3:0 haben sie sich total aufgegeben“, so Rainer Jüngst, „das war dann keine Kreisoberliga mehr. Sie waren aber fair, das muss man sagen“. Naziyok nutzte einen Abspielfehler in der Gästeabwehr zum 3:0 (62.), vor seinem 5:0 stibitzte er einem Verteidiger den Ball am Sechzehner (74.). Dazwischen war ein Traumtor zu bewundern. Nach einer Kopfballablage Engelhardts traf Leon Droß per Dropkick ins Kreuzeck, der Ball blieb im Torgestänge stecken (65.). Ramon Lauer aus spitzem Winkel (79.) und Martin Engelhardt nach Steilpass von Lukas Krein (87.) verschlimmerten das Wacker-Desaster.

FSV Cappel – SV Borussia Momberg 4:0 (1:0): Cappels Sprecher Oliver Nix schildert eine chancenarme erste Halbzeit: „Momberg stand tief und gut gestaffelt, bis auf das Tor haben wir wenig Lösungen gefunden. Bei ruhenden Bällen konnten die Gäste durchaus Torgefahr ausstrahlen, aber der Sieg war nie in Gefahr.“ Auf Vorarbeit von Fitim Braha markierte Elvis Funwi Shukonwi die Führung (14.) – mehr Highlights gab es im ersten Durchgang auf dem Zettel von Nix nicht. In der 50. Minute konnte Braha nur regelwidrig im Strafraum gestoppt werden, der Gefoulte nahm sich der Sache selbst an und bewies Nervenstärke. Das 3:0 war eine Kopie des ersten Treffers: Braha bereitete für Shuakonwi vor (68.). Den Schlusspunkt für den Rangzweiten setzte der Eingewechselte Johannes Radmacher mit einem satten 20-Meter-Spannschuss in die untere Ecke (82.).

FV Wehrda – SSV Hatzbach 1:0 (0:0): „Wir waren in der ersten Hälfte überhaupt nicht auf dem Feld. Hatzbach hat es versäumt, aus seinen Möglichkeiten mehr Kapital zu schlagen. Am Ende ein glücklicher Erfolg“, gab Wehrdas Abteilungsleiter Stefan Clasani unumwunden zu. Hatzbach kam auf dem Kunstrasen in Marburg dem FV-Strafraum des Öfteren gefährlich nahe, ließ aber die letzte Konsequenz vermissen. Den ersten ernsthaften Schuss aufs Gästetor feuerte Toni Gleisner ab (43.). Gheorghe Sita hatte die SSV-Führung auf dem Fuß, verzog jedoch knapp (48.). Das Tor des Tages fiel dann nach einem ruhenden Ball. Einen Freistoß von Marius Schlimbach aus dem linken Halbfeld köpfte Fabian Kompfe in die gefährliche Zone – Fabio Ursprung drückte das Leder aus kurzer Distanz über die Linie (50.). Wehrda war fortan besser in der Partie, hatte aber keine Spielkontrolle. Arian Shehu zeigte sich beim Schuss von Nkrumah Mc Cain auf dem Posten (70.). Wehrda spielte seine Konter schlecht zu Ende, so dass bis zum erlösenden Schlusspfiff gebibbert werden musste.

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Aufrufe: 08.3.2020, 21:10 Uhr
Hinterländer AnzeigerAutor