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Ligabericht

Gerechtes 1:1 im Landesliga-Neulingsduell

ASV Cham gelingt gegen Buckenhofen nicht die Revanche - Elfmetertor von Chr. Ederer

von Eberhard Viehauser · 22.04.2012, 19:44 Uhr · 0 Leser
Eine starke Leistung bot Youngster Simon Meindl, der in der ersten Halbzeit am Innenpfosten scheiterte.  Foto: Eberhard Viehauser
Eine starke Leistung bot Youngster Simon Meindl, der in der ersten Halbzeit am Innenpfosten scheiterte. Foto: Eberhard Viehauser

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Ohne Roland Zangl, Daniel Schmaderer, Tobias Ederer, Michel Wittmann, Andi Brunner und Petr Davidek - die halbe Mannschaft musste ersetzt werden - reichte es für den ASV Cham im Heimspiel gegen den Mitaufsteiger SV Buckenhofen zu einer 1:1-Punkteteilung. Sie geht unterm Strich in Ordnung, denn während die Hausherren in Durchgang eins Vorteile verbuchten, gingen die zweiten 45 Minuten aufgrund größerer Chancenanteile an die Forchheimer Vorstädter.

Im bis zur 94. Minute spannenden und in der Schlussphase fast dramatischen Match mit Pfostenschüssen, Großchancen und einem von den Franken vergebenen Handelfmeter, verbunden mit der roten Karte von Bernhard Greinke, schenkten sich beide Liga-Neulinge nichts. So war sowohl hüben wie auch drüben der Siegtreffer drin. Bitter, dass gerade beim anstehenden überaus schweren Restprogramm mit dem Platzverweis von Greinke erneut die Innenverteidigung auseinander gerissen wurde.

Die seit der Winterpause sieglosen Gäste, mit der Hypothek von fünf Niederlagen am Stück angereist, besaßen in der 13. Minute einen Hochkaräter, als TW Hoffmann einen Scharfschuss nach vorne abwehrte, doch Müller jagte die Lederkugel aus Kurzdistanz über den Querbalken. Auf der Gegenseite bediente Weidner nach einem Sololauf Christian Ederer, dessen Flachschuss Keeper Haller sicher meisterte. Als Greinke eine weite Flanke unterlief, zielte Angriffsführer Tom Jäckel mit Schrägschuss knapp daneben (16.).

Simon Meindl, in der ersten Halbzeit sehr engagiert und gefährlich, schloss nur eine Minute später ein tolles Solo, mit dem er die gesamte Viererkette aushebelte, aus spitzem Winkel mit einem strammen Linksschuss ab, doch vom Innenpfosten sprang der Ball Haller direkt in die Torwartarme. Nach 20 Minuten sprang Martin beim Abwehrversuch das Spielgerät an die Hand, Christian Ederer trat an und verwandelte den Elfer mit seinem 13. Saisontreffer sicher zur 1:0-Führung. Bis zur Pause versäumten es die Fuhrmann-Jungs nachzulegen. Es gab viele Unterbrechungen und taktische Fouls, wobei die Standards ungefährlich blieben.

War der SVB nach vorne vor der Pause zu harmlos, so änderte sich das mit der Einwechslung von Adem Selmani (46.) und Moritz Fath (52.) grundlegend. Allerdings war der 1:1-Ausgleich von Selmani ein Gastgebergeschenk, den beim Rückpass von Greinke versprang der Ball auf dem holprigen Rasen, Manuel Hoffmann schlug daneben, so dass der Ex- Erlangen-Brucker bei seinem ersten Ballkontakt (46.) nur noch ins leere Tor einschieben musste.

Dieser Treffer traf die Platzherren offensichtlich am Nerv, denn dann ging lange nichts mehr. Vielmehr übernahm der SVB die Initiative. So auch in der 50. Minute, als sich auf der rechten Seite Jäckel gegen Christoph durchsetzte und Greinke bei der Hereingabe auf Müller gerade noch rettend dazwischenfahren konnte. Glück für den ASV, dass Jäckel nach der Freistoßflanke von Fath per Kopf die Latte anvisierte und Greinke vor drei Gegnern auf der Torlinie den Rückstand verhinderte (59.). Erst nach einer Stunde eröffnete sich den Rot-Weißen wieder eine Möglichkeit, als der eingewechselte Bahleda mit seiner ersten Aktion Meindl in die Gasse schickte, doch dessen Schrägschuss strich um Zentimeter am langen Eck vorbei.

Turbulent dann die Schlussminuten: Zunächst wurde nach einem Freistoß Ranzingers wuchtige Direktabnahme zur Ecke abgeblockt und zwei Minuten später (87.) legte Selmani aus stark abseitsverdächtiger Position zurück, Greinke wehrte per Hand ab, musste mit Rot gehen, doch Hoffmann ahnte die Ecke und lenkte mit den Fingerspitzen den Elfmeter von Jäckel an den Pfosten. 80 Sekunden später setzte sich Fath gegen Schöps und Ranzinger durch, bediente maßgerecht Selami, der allein vor dem ASV-Kasten die Lederkugel am Pfosten vorbeizog. Dann schien sich das Auslassen der Gäste-Chancen zu rächen, als bereits in der 93. Minute Bahleda eine Linksflanke über die gesamte Abwehr auf Christian Ederer zog, doch dessen toller Seitfallzieher fand den Weg nichts ins Tor, da Körtvelyesi den Gewaltschuss auf der Torlinie abblockte.



ASV Cham: Hoffmann, Schöps, Ranzinger, Greinke, Christoph, Weidner, Schönberger, Meindl (91. Tiryaki), Holler (59.Bahlede), Christian Ederer, Hofmann (89. Mühlbauer)

SV Buckenhofen: Haller, Loss, Körtvelyesi, Özdemir, Mellinghoff, Viereckl, Roas (67. Zollhöfer), Martin (46. Selmani), Grosch, Müller (52. Fath), Jäckel

Tore: 1:0 Christian Ederer (20. - Handelfmeter), 1:1 Adem Selmani (46.)

Schiedsrichter: Michael Freund, SV Perlesreut

Rot: Greinke (87./ASV - Handspiel zur Tor-Verhinderung)

Zuschauer: 180.

Bes. Vorkommnis: Tom Jäckel vergibt Handelfmeter (87.).




Trainerstimmen:

Rainer Gerlitz (SV Buckenhofen): "Unser Ziel war, hierher zu fahren, um unsere Negativserie zu stoppen. Das ist mit dem 1:1 gelungen. Wir haben in der Anfangsphase zwei Hochkaräter gehabt, müssten da ein Tor machen, gerieten dann aber durch den Elfmeter in Rückstand. Den Rückschlag und die schwache erste Halbzeit, mit der ich gar nicht zufrieden war, steckten wir weg und machten nach einem Torwartfehler den 1:1-Auslgeich. Endlich auch einmal für uns ein Geschenk. Dann haben wir zwei, drei hundertprozentige Torchancen, auch den Elfmeter nicht verwertet. Es war ein Spiel mit vielen Torchancen, interessant für die Zuschauer, wobei der ASV mit dem 1:1 besser leben kann als der SV Buckenhofen."

Rüdiger Fuhrmann (ASV Cham): "Unser Ziel war ein Heimdreier, es hat auch gut ausgesehen. Die Schlüsselszene war das 1:1. Es war kein Torwartfehler, eher ein "Platzfehler". Wir haben uns dann verunsichern lassen, hätten in Rückstand geraten können, ja fast müssen. Die Zuschauer haben ein nicht hochklassiges, aber dramatisches Spiel gesehen, wobei in der Schlussphase für beide Mannschaften Sieg oder Niederlage drin waren. Greinkes Rot tut uns jetzt wieder weh, wobei dieser Aktion eine klare Abseitsstellung vorausgegangen war."