Gerd Klaus wird FC05-Trainer
Coach des FSV Erlangen-Bruck übernimmt den 1. FC Schweinfurt 05 ab der Saison 2012/13
von Dirk Meier · 29.11.2011, 19:12 Uhr · 0 Leser
Gerd Klaus wechselt die Lager: Ab der Spielzeit 2012/13 coacht Klaus die Schnüdel aus Schweinfurt. F: MeierGerd Klaus wird zur Saison 2012/13 Trainer beim 1. FC Schweinfurt 05, unabhängig in welcher Liga die Schnüdel dann spielen. Am Samstag hat der 41-Jährige in Schweinfurt einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben und gab nun seine Entscheidung exklusiv gegenüber FuPa bekannt. Einer der Hauptgründe für den bevorstehenden Wechsel vom FSV Erlangen-Bruck zu den Unterfranken sei die optimale Infrastruktur beim Ex-Zweitligisten gewesen.
"Ich hatte und habe hier beim FSV eine sehr schöne Zeit. Aber es ist jetzt auch mal Zeit, wieder etwas anderes zu machen", so der Coach der Mittelfranken, der sein Amt beim FSV aber noch bis zum Sommer behält und die Brucker zunächst auf direktem Weg in die Regionalliga Bayern führen möchte. Ob sein neuer Klub, der FC Schweinfurt 05, in die neue vierte Liga aufsteigen darf, ist aktuell als sehr unwahrscheinlich einzustufen, denn die Unterfranken sind nur Vorletzter und überwintern mit sechs Punkten Rückstand auf einen Regionalliga-Relegationsplatz. Die Entscheidung nach Schweinfurt zu wechseln, hat sich Gerd Klaus daher nicht leicht gemacht, zumal er sich bei den Bruckern sehr wohlgefühlt hat: "Hier hat alles gepasst. Daher waren der Sportliche Leiter Ralph Gläßer und Willi Kornprobst auch sehr enttäuscht, als ich ihnen meine Entscheidung mitgeteilt habe."
»7 Rasenplätze, das tolle Stadion und das große Fanpotenzial.«
Vor einigen Wochen hatte sich Markus Wolf telefonisch bei Klaus gemeldet. "Ausschlaggebend war das letzte Gespräch mit Markus Wolf", erklärt Klaus und ergänzt: "Da steht ein zuverlässiger Mann an der Spitze dieses Vereins." Zudem sind die Bedingungen für die Trainingsarbeit und den Spielbetrieb in Schweinfurt optimal, schwärmt Klaus: "Sieben Rasenplätze, ein Kunstrasenplatz, das tolle Stadion, das große Fanpotenzial und vieles mehr haben mich zu meinem Entschluss bewogen, Trainer des FC05 zu werden." Klaus weiß aber auch, dass es in Schweinfurt in der jüngeren Vergangenheit nicht leicht war, sich als Coach zu behaupten. Sieben Übungsleiter in sechs Jahren belegen das. Zuletzt wurde Klaus Scheer von den Anhängern angefeindet, wurde von ihnen förmlich rausgeekelt. Mitte September wurde Scheer von der Vereinsführung nach dem 0:5 beim SC Eltersdorf beurlaubt, nachdem ihn Fans nach dem Spiel bedroht hatten. "Ich denke aber trotzdem, dass meine Entscheidung richtig ist. Die Bedingungen sind in Schweinfurt optimal. Ich hoffe, dass ich dort erfolgreich arbeiten werde."
Die räumliche Entfernung von Eckenthal ins 110 Kilometer entfernte Schweinfurt ist für Gerd Klaus kein Problem. Klaus' Schwiegereltern stammen aus Burkardroth im Landkreis Bad Kissingen, wo der FC05-Neutrainer ab Sommer wohnen kann. "Da kommt rund eine halbe Stunde Fahrzeit nach Schweinfurt auf mich zu. Das ist zu bewältigen." Wer nun sein Nachfolger beim FSV Erlangen-Bruck wird, ist derzeit noch völlig offen. Klar ist: es wird eine Lücke an zentraler Stelle entstehen, die die Verantwortlichen alsbald schließen müssen. Dafür bleibt nach dem frühzeitigen Entschluss von Gerd Klaus bis zum Saisonstart 2012/13 aber allemal genügend Zeit.
Zur Person: Gerd Klaus kann auf eine bislang erfolgreiche Trainer-Laufbahn zurückblicken. In seiner Zeit in Erlangen-Bruck schaffte Klaus am Ende seiner ersten Saison 2008 den erstmaligen Bayernliga-Aufstieg mit dem FSV. In diesem Zeitraum stieg zudem die Reserve zweimal auf, von der Bezirksliga in die Landesliga Mitte. Zuvor war der Franke zwei Jahre in Diensten des SV Seligenporten. Mit den Klosterern schaffte Klaus den damals größten Erfolg, den Aufstieg in die Landesliga Mitte. Nachfolger von Klaus in Seligenporten wurde Uwe Neunsinger, der den SVS in die Bayernliga führte. In Erlangen-Bruck saß Klaus 126 Bayernliga-Spiele lang auf der Trainer-Bank.