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FVN-Spitze rüstet Amateurfußballer für Zukunft

Auf einer Arbeitstagung in Rumeln wurden der DFB-Masterplan und die Amateurfußball-Kampagne vorgestellt

von RP / Marco Büren · 08.02.2015, 16:07 Uhr · 0 Leser
F: Thomas Rinke
F: Thomas Rinke
Volles Haus meldete der Rumelner TV, denn der Fußballkreis Moers hatte seine Vereine zu einer Sondersitzung eingeladen. Für den Abend hatten sich außerdem Vorstand und Geschäftsführung des Fußballverbandes Niederrhein (FVN) angekündigt.

Das Gastspiel des FVN-Präsidenten Peter Frymuth und seiner Mitstreiter hatte zum Ziel, den DFB-Masterplan und die Amateurfußball-Kampagne des nationalen Verbandes darzustellen. Frymuth: "Beides soll die Zukunft des Amateurfußballs sichern. Und das geht nicht, ohne die ehrenamtlich Tätigen zu stärken." Walburga Giesen aus der Jugendabteilung des SV Sonsbeck hatte den Eindruck, "dass alles unter dem Leitspruch stehe, das Ehrenamt aufzuwerten". Mit dieser Einschätzung war sie nicht alleine. Frymuth gestand ein, dass in der Vergangenheit "das klassische Miteinander-Reden von Verbands- und Vereinsvertretern zu kurz gekommen" sei. Umso wichtiger sei es nun seitens des FVN, an die Basis zu gehen, um zu zeigen, wohin der Amateurfußball sich entwickeln wird bzw. soll.

Ein Kernpunkt des Masterplans ist die Flexibilisierung des Spielbetriebes. Es dürfe kein Tabu mehr sein, auch im Seniorenbereich mit neun Spielern anzutreten, sagte Wolfgang Jades, Vorsitzender des Kreisfußballauschusses. Außerdem solle die Zusammenarbeit der Vereine und des Kreises im Bereich des Alt-Herren-Fußballs gestärkt werden. "Zu viele Spiele fallen wegen Spielermangels aus. Auch hier sollte über ein Spiel ,neun gegen neun' nachgedacht werden", forderte Jades. Walburga Giesen hat nichts gegen Neuner-Teams, egal, in welcher Altersstufe: "Im Jugendbereich im Kreis Kleve/Geldern sind Neuner- oder Siebener-Mannschaften gang und gäbe. Im Kreis Moers sollte es kein Problem sein, solche Teams in den Spielbetrieb zu integrieren - gleichgültig, in welcher Altersklasse." Stephan Braems, Geschäftsführer von Concordia Ossenberg, warnte davor, etwa in der C-Liga der Senioren eine gesonderte Staffel für Neuner-Mannschaften zu bilden: "Das wäre in unserem Kreisgebiet wieder mit mehr Fahrerei verbunden, und die sollte man vermeiden." Alles in allem hält Braems - wie viele Vereinsvertreter aus dem Kreis Moers - Neuner-Mannschaften für eine gute Sache. "Die Frage ist aber, ob ein solcher Spielbetrieb durchsetzbar ist", sagt Braems skeptisch.

Neben diesen Veränderungen im Spielbetrieb wies FVN-Vorstandsmitglied Jürgen Kreyer auf die Zusammenarbeit in Sachen Soziales und Sicherheit hin. Er nannte Hilfsangebote für Vereine wie Gewaltprävention und erinnerte daran, dass es im Kreis Moers mit Hans-Dieter Wichert einen Kreis-Konfliktbeauftragten gebe. FVN-Geschäftsführer Ralf Gawlack zeigte die Entwicklung der neuen Medien auf. Bald werde es auch möglich sein, Spielberichte online über mobile Geräte auszufüllen. "Außerdem arbeiten wir an ,Sportgerichtsbarkeit Online', um Spruchkammersitzungen möglichst zu vermeiden", sagte Gawlack. Im Fußballverband Westfalen würden bereits die Hälfte aller Urteile über den elektronischen Weg gefällt. Stephan Braems sieht die Zukunft gespannt. Sein Wunsch wurde auch auf der Tagung geäußert: "Die Internetplattform fussball.de muss wesentlich persönlicher gestaltet werden können. Ergebnisse aus anderen Teilen Deutschlands interessieren hier vor Ort niemanden."

Mischa Samaha, Geschäftsführer des SV Ginderich, urteilte nach der Veranstaltung, dass es eine erfreuliche Wende sei, dass die Verbandsspitze auch einmal an der Basis vorbeischaue. "Es ist auch richtig, uns Vereinsvertretern zu zeigen, welche Möglichkeiten es gibt, für unseren Verein etwas zu tun - etwa im Marketing." Samaha weiter: "Wir werden als kleiner Verein nicht verhindern, dass wir Talente an größere Clubs verlieren. Aber mit Hilfestellung vom Verband könnten wir an vielen anderen Dingen arbeiten."