
Ein deutlicher Heimerfolg, sieben Tore Vorsprung für das Rückspiel und mit einem Bein schon unter den besten vier Futsal-Teams in Deutschland – eigentlich genug Gründe, um in Jubelorgien auszubrechen. Nicht aber für den TSV Weilimdorf. Im Gegenteil: Nach dem deutlichen Sieg über die Warriors Saar überwog am vergangenen Samstag viel mehr die Kritik an den fünf Gegentoren, die das Team von Spielertrainer Tomislav Bevanda gegen einen eigentlich schwachen und deshalb harmlosen Gegner kassierte.
„Ich bin nicht zufrieden mit dem, was wir hinten bekommen haben“, sagte der Spielertrainer. Und auch Nationalspieler Manuel Fischer übte reichlich Kritik am Auftritt seiner Mannschaft: „Das war insgesamt zu wenig. Wir haben einen anderen Anspruch. Wenn wir so spielen, haben wir gegen andere Teams, die noch kommen, keine Chance.“ Während Bevanda aber seinen Spielern die Fehler aufgrund der vielen, neu einstudierten „Sachen“ verzeihen konnte, entgegnete Fischer: „Im Halbfinale wird uns gar kein Fehler mehr verziehen. Unser Ziel muss sein, uns zu verbessern. Wir sind ja keine Hobbymannschaft.“
Fischer wirkte bei seinen Aussagen nach Abpfiff etwas gefrustet: Der ehemalige Fußballprofi des VfB Stuttgart verfolgte das Spielgeschehen am vergangenen Samstag nämlich meist nur von der Seitenlinie und konnte bis auf eine Torvorlage kaum einen Teil zum deutlichen Sieg beitragen. „Für mich war das ungewohnt“, sagte er enttäuscht. Coach Bevanda setzte gegen die Warriors Saar vor allem auf kroatische Power, mit der er den Gegner schon früh in seine Schranken wies. Besonders der Mann mit der Rückennummer 20 erwischte einen echten Sahnetag: Franjo Delic war mit seinen fünf Treffern (19., 20., 23., 30., 34. Minute) und zwei Vorlagen (3., 8. Minute) an sieben Toren direkt beteiligt und avancierte damit zum Matchwinner. Aber auch Josip Bozinovic präsentierte sich in bestechlicher Form: vier (8., 17., 38., 40. Minute) der zwölf Weilimdorfer Tore gingen auf sein Konto.
Doch zwischenzeitlich machten es die Gastgeber immer wieder unnötig spannend, als sie die Gäste aus dem Saarland zu Anschlusstreffern einluden. Bestes Beispiel: Beim Stand von 2:0 ließ Manuel Fischer Gegenspieler Thomas Hofer über sein Bein stolpern und provozierte damit in der 12. Minute einen Sechs-Meter-Strafstoß. Nico Portz nahm die Einladung dankend an und bolzte den Ball zum 1:2 in die Maschen. Und auch die restlichen Gegentreffer kassierten die Weilimdorfer nach Standardsituationen: das 2:3 nach einem Eckstoß (15.), das 3:9 (31.) und 4:10 (35.) durch einen Strafstoß und schließlich noch das 5:10 durch einen Freistoß (36.).
Dennoch hielt Spielertrainer Tomislav Bevanda am Ende auch das Positive aus diesem Etappensieg fest: „Wir sind auf einem guten Weg zu unserem großen Ziel. Wir haben eine sehr gute Ausgangslage für das Rückspiel geschaffen.“ Das findet dann am kommenden Samstag, 19 Uhr, in Wadern im Saarland statt. Wenn da der nächste Sieg gelingt, ist vielleicht auch mal Zeit für wenigstens ein bisschen Jubel und Zufriedenheit – vorausgesetzt die Gegentore werden minimiert.
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