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Analyse

Friede, Freude, Eierkuchen

Nach dem verbalen Geplänkel vor dem Derby zwischen dem TSV Meitingen und dem TSV Gersthofen vertragen sich die Bosse wieder

von Augsburger Allgemeine / oli, pkl · 26.11.2019, 18:14 Uhr · 0 Leser
Piep, piep, piep – wir haben uns wieder lieb. Meitingens Trainer Pavlos Mavros staunt, wie gut sich die Abteilungsleiter Torsten Vrazic (TSV Meitingen) und Klaus Assum (TSV Gersthofen) schon vor Spielbeginn verstehen.
Piep, piep, piep – wir haben uns wieder lieb. Meitingens Trainer Pavlos Mavros staunt, wie gut sich die Abteilungsleiter Torsten Vrazic (TSV Meitingen) und Klaus Assum (TSV Gersthofen) schon vor Spielbeginn verstehen. – Foto: Karin Tautz

Es ist nicht bekannt, ob sie hinterher nach dem Motto „Friede, Freude, Eierkuchen“ noch gemeinsam einen Pfannkuchen verspeist haben. Nach dem Geplänkel vor dem Derby zwischen dem TSV Meitingen und dem TSV Gersthofen marschierten die beiden Abteilungsleiter Torsten Vrazic und Klaus Assum schon vor dem Spiel bestens gelaunt ins Stadion. „Wir haben uns beide gut unterhalten und teilweise selber lachen müssen“, blickte Vrazic auf das stets mit einem Augenzwinkern und immer über der Gürtellinie geführte verbale Scharmützel zurück.

Auch hinterher, nach dem 1:1 im Spitzenspiel der Bezirksliga Nord, verstand man sich. Beide Parteien konnten mit dem Unentschieden leben. Meitingen profitierte von seiner individuellen Klasse, die Gäste hielten mit kollektiver Geschlossenheit dagegen. „Gersthofen kann, wir müssen mit dem Ergebnis zufrieden sein. Aber aufgrund der Chancenverwertung haben wir eher zwei Punkte verloren“, nörgelte Vrazic, dass Denis Buja, Mateo Duvnjak oder Florian Heiß beste Gelegenheiten ungenutzt ließen. Ein Manko, dass sich wie ein roter Faden durch die Saison zieht. „Unser Problem ist, dass wir mit der ersten Chance des Gegners das Gegentor bekommen“, ärgerte sich Trainer Pavlos Mavros. So war es auch beim 1:1, als Ferkan Secgin die Mustervorarbeit von Manuel Lippe per Dropkick zu seinem achten Saisontreffer im Kreuzeck versenkte. „Egal! Jetzt ist Winterpause, das machen wir eine ordentliche Weihnachtsfeier und dann greifen wir wieder an. Der Abstand ist zumindest gleich geblieben“, zeigte sich Vrazic schon wieder angriffslustig.

Nachdem der TSV Gersthofen auch im elften Spiel in Folge ungeschlagen blieb und als Spitzenreiter in die Winterpause geht, sah man auch in den Gesichtern des Trainergespannes Florian Fischer und Mario Schmid ein Lächeln. Mit dem breitesten Grinsen hat allerdings Karl Dirr den Ort des Geschehens verlassen. Der Abteilungsleiter des SC Bubesheim, der am Vortag den TSV Aindling mit 4:1 besiegt hatte, und dessen mit zwei Spielen im Rückstand befindliche SCB war der eigentliche Gewinner des Tages.

Ein 1:1 brachte auch der SC Altenmünster mit nach Hause. Was die Stabilität der Hintermannschaft anbelangt, können die Verantwortlichen des SCA mehr als zufrieden sein. Auch in Mertingen ließ das Team aus dem oberen Zusamtal nur einen Gegentreffer zu, weist mit insgesamt 27 kassierten Toren gar den viertbesten Wert aller Teams auf. Nur Gersthofen, Bubesheim und Hollenbach mussten weniger Treffer hinnehmen. Der Schuh beim SCA drückt dafür an zwei anderen Stellen: Vorne werden zu wenig Tore erzielt – bisher nur 26 –, und die persönlichen Strafen haben sich in den vergangenen Wochen derart gehäuft, dass kaum noch ein Spiel mit elf Mann zu Ende gespielt werden konnte. In Mertingen erwischte es Manfred Glenk nach 70 Minuten mit einer Gelb-Roten Karte bei einer 1:0-Führung. Dabei hätte Teammanager Florian Seizmeier, der von außen coachte, den 23-Jährigen kurz zuvor auswechseln wollen. Doch plötzlich meldete sich Christian Abraham, dass er nicht mehr könne und man ihn vom Platz nehmen solle. Gesagt, getan. Glenk durfte bleiben. Aber nur noch drei Minuten, dann sorgte der Referee dafür, dass für ihn die Winterpause vorzeitig begann. In Unterzahl kassierte Altenmünster noch den Ausgleich, weil in der Schlussphase einfach die Entlastung nach vorne fehlte. „Die Disziplin muss besser werden“, war Florian Seizmeier über die Hinausstellung von Glenk und fünf weitere Gelbe Karten alles andere als erfreut.

Beim TSV Nördlingen II nahm die Truppe von Trainer Andreas Jenik mit dem 1:1 verdient den einen Punkt mit nach Hause – so sah es jedenfalls Abteilungsleiter Manfred Endraß. „Insgesamt gesehen geht das Unentschieden in Ordnung“, so der FCS-Fußball-Boss. Das sah auch Trainer Andreas Jenik so: „Wir hatten in Halbzeit eins Vorteile, in der zweiten Halbzeit hat Nördlingen viel Druck gemacht und wir mussten froh sein, dass die nur einmal getroffen haben.“ Die letzte dicke Chance hatten die Stätzlinger, doch der „Lucky Punch“ gelang nicht.

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