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Frauen: Erster TSV-Sieg ist kein Zufall

Pfungstädter Hessenliga-Fußballerinnen gewinnen nach 17 Niederlagen erstmals +++ Neues Trainerteam plant für die Zukunft

von Frank Leber · 29.04.2022, 11:30 Uhr · 0 Leser
Die Frauen des TSV Pfungstadt haben am Wochenende ihren ersten Sieg der Saison geholt.
Die Frauen des TSV Pfungstadt haben am Wochenende ihren ersten Sieg der Saison geholt. – Foto: Dominik Claus

Pfungstadt. Mit dem 1:0-Erfolg gegen den KSV Hessen Kassel haben die Hessenliga-Frauen des TSV Pfungstadt am vergangenen Wochenende ihre ersten Punkte der laufenden Saison geholt. Zwar bleiben die Pfungstädterinnen trotz des Erfolges abgeschlagen Schlusslicht, dennoch war Trainer Christoph Bender von der Leistung der Spielerinnen angetan. Bender und Trainerkollege Jassem Samir hatten die TSV-Frauen erst zum Jahresbeginn übernommen. „Kassel kannte ich noch aus meiner Zeit als Trainer in Marburg“, erklärt Bender. „Wir haben gegen sie dann auch die Formation geändert – von 4-4-2 auf 3-5-2 mit einer Sechs und zwei Zehnern. Wir haben dann mit einem Abwehrpressing gearbeitet und auf Konter gesetzt.“ Dass das Siegtor einem Elfmeter entsprang, spielt für den Coach keine Rolle. „Die Chancenverwertung hat sich insgesamt verbessert. Im Nachhinein schaut ja niemand mehr drauf, wie das Spiel gewonnen wurde.“

Der erste Sieg in dieser Saison nach zuvor 16 Niederlagen am Stück ist also kein Zufall, sondern das Resultat harter Arbeit. Mit Amtsübernahme stand für das neue Gespann eine umfassende Analyse der sportlichen und infrastrukturellen Situation auf der Agenda. „Jassem und ich haben erstmal ein bisschen aufräumen müssen“, sagt Bender lachend. Aufgrund des kleinen Kaders hatte der TSV oft in Unterzahl auflaufen müssen – mit einer der Hauptgründe für die schlechten Resultate der Hinrunde. „Da mussten wir erst einmal schauen, dass wir Verstärkungen für die Breite bekommen, was außerhalb der Transferphase schwierig war. Wir konnten nur vereinslose Spielerinnen verpflichten oder solche, die länger nicht für ihren Verein gespielt hatten“, so der Coach.

Danach ging es um sportliche Fragen: Reicht die Qualität für die Liga? Woran muss gearbeitet werden? Mit einigen Testspielen wollte das Trainerteam Schwächen aufdecken und eigene Stärken herausarbeiten. Nach und nach gelang es Bender und Samir, das Team zu stabilisieren. Niederlagen gegen den SV Polizei Mannheim (1:3) oder die SG Bornheim (0:3) standen unter anderem Siege gegen Hassia Dieburg (1:0) und Tura Niederhöchstadt (1:0) entgegen.

Drei Spiele stehen für die Pfungstädterinnen in der Abstiegsrunde noch an. Am Samstag (17 Uhr) tritt der TSV beim TSV Pilgerzell an. Eine weitere Niederlage würde den Abstieg besiegeln, selbst ein Sieg würde an der Ausgangslage wohl nichts mehr ändern. Dass der sportliche Fall in die Verbandsliga so gut wie nicht mehr zu verhindern ist, stört Bender nicht – im Gegenteil. Für ihn sei es vielmehr ein Anreiz gewesen, die neue Aufgabe zu übernehmen, weil er im Verein viel Potenzial sieht.

„Jassem und ich sind nach Pfungstadt gekommen, weil der Abstiegskampf natürlich auch eine Chance bietet. Zudem ist das TSV-Gelände fantastisch. Da wollen wir langfristig etwas aufbauen im Mädchen- und Frauenfußball“, sagt Bender. Fest geplant ist eine zweite Frauenmannschaft, zudem soll das Interesse des weiblichen Nachwuchses für den Fußball wieder geweckt werden. „Bei den Jungs ist das ja fast ein Selbstläufer, da geht das viel leichter als bei den Mädchen. Die muss man wirklich aktiv ansprechen und sie dafür begeistern. Wenn man aber jemanden hat, der sich darum kümmert, dann geht es. Es gibt genug Mädchen im Kreis, die Fußball lieben“, weiß Bender.

Den ersten Schritt hin in eine sportlich erfolgreiche Zukunft soll am 21. Mai der Tag des Mädchen- und Frauenfußballs in Pfungstadt werden.