Ligabericht
Für Mario Cieslik (rechts) und seinen SV Fortuna missglückte der Saisonstart.
Für Mario Cieslik (rechts) und seinen SV Fortuna missglückte der Saisonstart. – Foto: Florian Würthele

Fortuna mit spätem Comeback

Im Heimspiel gegen Aiglsbach sahen die Gäste schon wie die sicheren Sieger aus, ehe sich die Regensburger spät doch noch belohnten.

Zu einem Spektakel artete das erste Heimspiel des SV Fortuna in der neuen Saison aus. Das hatte vor allem zwei Gründe. Erstens, weil die Mannschaft von Trainer Helmut Zeiml ihren Gegner zunächst zum Toreschießen einlud. Und zweitens, weil die Fortuna dann doch noch viel Moral und Kampfgeist an den Tag legte.

Keine Frage: Die Regensburger Abwehrleistung während der ersten Halbzeit war hanebüchen. „Defensiv ist das bei uns Chaos. Da ist keine Ordnung drin“, fand Fortunas sportlicher Leiter Hans Meichel unmittelbar nach dem Spiel klare Worte. Der Aufsteiger, clever durch und durch, nutzte die gegnerischen Fehler zunächst auf schamlose Art und Weise aus. Das erste Mal geschah das nach zehn Minuten: Ein Abspielfehler der Fortuna und es ging plötzlich ganz schnell. Manfred Gröber legte steil vor für Markus Schmidt, der aus elf Metern per Flachschuss erfolgreich war.

Die direkte Antwort hatte der Gastgeber durch Maximilian Ditandy parat. Er vollendete einen Angriff übers Zentrum, indem er Gästetorwart Andreas Schmidt umkurvte und einschob (13. Minute). Lange hatte auch dieses Zwischenergebnis nicht Bestand, weil sich die Fortuna in Person von Tobias Lotter erneut dumm anstellte. Er zerrte den vom Flügel in den Strafraum stürmenden Markus Schmidt zu Boden. Den fälligen Elfmeter versenkte Manfred Gröber souverän (17.).

„Wir waren zu behäbig. Da musst du konsequenter sein“, stellte Meichel fest. Die Konsequenz, vor allem aber das richtige Stellungsspiel, ließ der SV dann auch beim dritten Gegentor vermissen. Nach einer Hereingabe konnte Matthias Ehrenreich das Spielgerät vor dem zweiten Pfosten unbedrängt einköpfen (25.). Und es hätte noch bitterer für die Fortuna werden können, hätte der linke Außenpfosten ein Kopfballtor von Manfred Gröber verhindert. Diese Szene keine zwei Minuten später.

Anstatt der passenden Antwort hatte die Mannschaft von Helmut Zeiml Augenblicke nach dem Seitentausch wieder Glück. Und wieder verhinderte das Aluminium, diesmal die Latte bei einem Schuss von Florian Flicker, noch mehr Unheil. Doch Zeimls Miene sollte nur wenig später noch finsterer werden. Einen Freistoß aus knapp 20 Metern versenkte TV-Torjäger Manfred Gröber per Vollspann (51.). Enrico Sommer im Tor der Fortuna sah den Ball spät und konnte den Einschlag nicht mehr verhindern. Wichtig aus Regensburger Sicht war das schnelle 2:4. Das besorgte Tobias Zöllner, der den Ball nach einer knappen Stunde von außerhalb des Strafraums perfekt traf und ihn in den rechten Knick schickte.

Plötzlich war es ein ganz anderes Spiel. Der SV Fortuna bekam Oberwasser, während die Gäste jetzt ordentlich zu Schwimmen begannen. Angriff um Angriff rollte auf das Aiglsbacher Tor zu, wobei diese nicht konsequent zu Ende gespielt wurden. Der dritte Fortuna-Treffer wollte einfach nicht fallen. Auch, weil Arlind Morina in der 68. Minute das Kunststück vollbrachte, den Ball aus drei Metern über die Latte zu bugsieren. Schließlich war es doch so weit: Eine Hereingabe von Bruder Arlind köpfte Arber Morina am zweiten Pfosten ein - 3:4 (81.). Der Gastgeber blies zur Schlussoffensive und belohnte sich tatsächlich noch mit dem Ausgleich. Der eingewechselte Shkelzen Kleqka chippte den Ball zu Arlind Morina, welcher ihn im dritten Versuch aus kurzer Distanz über die Linie brachte (88.).

Trotz aller Kritik hatte Hans Meichel dann doch auch Lob für die Mannschaft übrig. „Nach dem 4:2 war das schon imponierend. So wie wir die letzte halbe Stunde gespielt haben, das war die Fortuna: Mit Tempo nach vorne. Normalerweise kann dieses Spiel gar nicht 4:4 ausgehen.“ Arlind Morina fasste das Ganze gut zusammen: „Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht.“ Aigslbachs Trainer Benjamin Flicker sprach von „gefühlt zwei verlorenen Punkten“, um sich im Anschluss gleich selber zu verbessern. „Morgen werden wir uns dann über das Unentschieden und einen super Saisonauftakt freuen. Der Knackpunkt war der 4:2-Anschlusstreffer. Nach diesem Treffer hat uns dann irgendwie der Zugriff gefehlt“, analysierte Flicker. „Davor haben wir gut gespielt und auch unsere Chancen eiskalt genutzt.“

Aufrufe: 017.7.2019, 22:30 Uhr
Florian WürtheleAutor