
Dimitrios Petkos wird in der kommenden Saison Trainer des FC Erding. Das bestätigt Abteilungsleiter Mathias Köppen auf Anfrage der Heimatzeitung. Der 44-Jährige löst damit Fabian Aupperle ab, der aus beruflichen Gründen kürzertreten muss. „Fabian wird uns allerdings weiter erhalten bleiben“, sagt Köppen. Allerdings nicht als Spieler, da er ja seit längerer Zeit schon gesundheitlich angeschlagen ist. „Er wird uns beratend zur Seite stehen“, meint der Erdinger Fußballchef. Einen offiziellen Titel gebe es für seine Aufgabe aber noch nicht.
„Der Pendelweg nach München und eine sehr anspruchsvolle Aufgabe in der fachlichen Führung eines Projektteams“ mache es ihm unmöglich, in der neuen Saison erneut den FCE zu trainieren, erklärte Aupperle. Dazu kämen gesundheitliche Gründe. „Ich kann einfach nicht mehr schmerzfrei spielen“, erklärt Aupperle. Irgendwann werde er eine künstliche Hüfte bekommen, „aber das möchte ich noch etwas rauszögern, denn mit 33 Jahren fühle ich mich noch zu jung dafür“.
Petkos trainiert derzeit die U 13-Junioren der JFG Sempt Erding, „und das wird er auch in der kommenden Saison tun“, erklärt Köppen, „denn wir wollen der JFG keinen Trainer wegnehmen. Die Trainingszeiten würden entsprechend zusammengelegt.“
Nein, so eine Doppelbelastung habe er bisher noch nicht gehabt, sagt Petkos, dessen Sohn Ioannis in der U 13 kickt. Er habe JFG-Vize Christoph Greckl schon vorher für die neue Saison zugesagt. „Und ich möchte weder die Jungs noch ihn im Stich lassen.“ Aber auch die Aufgabe bei der Herrenmannschaft des FC Erding reize ihn sehr.
Noch ist nicht absehbar, in welcher Liga der stark abstiegsgefährdete Bezirksligist in der neuen Saison spielen wird. Sollte der Klassenerhalt nicht mehr geschafft werden, „wollen wir eben in der Kreisliga eine gute Rolle spielen“, sagt Petkos, der unbedingt den Stamm der Mannschaft halten will.
Aber das wird nicht so einfach. „Momentan werden viele Spieler von anderen Vereinen angerufen“, erzählt Köppen und fügt hinzu, „eigentlich sind es alle. Alle Spieler werden angebaggert“. Jetzt gelte es eben, mit jedem einzelnen Spieler Gespräche zu führen. Vermutlich könne man nicht jeden aufhalten, befürchtet er. Entsprechende Lücken werden durch Jugendspieler aus der JFG Sempt aufgefüllt. Im Winter kam mit Leart Bilalli zudem ein U 19-Talent vom Drittligisten Havelse nach Erding. Zudem soll der neue Coach den Kader auffrischen.
Über ein gutes Netzwerk verfügt er bereits. Petkos, selbst einst beim SC Moosen und danach in Dorfen, Moosinning, Altenerding, Lengdorf und Aspis Taufkirchen aktiv, war kurzzeitig Interimstrainer bei der SpVgg Altenerding, wo er zuvor schon die U 15 und U 17 betreut hat. Zudem war er sportlicher Leiter bei der SpVgg.
Der in der Versicherungsbranche tätige Petkos macht keinen Hehl daraus, dass er sich nach Verstärkungen umschauen werde. Seit seiner Tätigkeit als Juniorentrainer wisse er, „dass ich mit jungen Spielern gut umgehen und sie motivieren kann. Aber mit Talenten allein kannst du natürlich auch nicht bestehen. Du brauchst schon auch eine bestehende Achse“, sagt er. Deshalb sei es wichtig, die etablierten Spieler zu halten.
Der in Papferding wohnende Vater von vier Kindern freut sich auf seine neue Aufgabe. Er habe auch keine Probleme damit, dass sein Vorgänger weiterhin mitmische. „Fürs Sportliche bin allein ich verantwortlich. Aber es ist doch super, wenn du so einen Mann mit Fabian als Unterstützung im Verein hast.“ Der ehemalige Drittliga-Spieler könne zum Beispiel bei der Akquise von Neuzugängen helfen.
„Ich bringe mich sehr gern weiterhin beim FC Erding ein“, sagt Aupperle. Er sehe keinen Grund, jenen Verein zu wechseln, der ihm im Oktober 2016 nach dem Abgang von Coach Rainer Elfinger die Chance gegeben hat, ein Team zu trainieren. Er habe sich mit Petkos bereits wegen des derzeitigen Kaders ausgetauscht. Weitere Gespräche werde es geben, sofern dies der neue Trainer wünsche. Aupperle schloss aber auch nicht aus, dass er sich auch als Fußballer für die Erste oder Zweite als Standby zur Verfügung stelle – „je nachdem, wie der Körper schreit“.
Auch für die Zweite hat der FCE übrigens eine Lösung gefunden. Bis zum Saisonende trainieren weiterhin Nadir Sandrini und Heiko Hollenwäger interimsmäßig die Mannschaft. Danach wird Matthias Kurz, der zurzeit noch spielender Co-Trainer bei der Ersten ist, wieder für die Zweite als Spielertrainer zuständig sein – eine Rolle, die er bereits vor zwei Jahren innehatte, ehe der Kirchberger von Aupperle nach oben geholt wurde.